Feldkirchen-Westerham – Blicken wir kurz zurück. Bereits 2019, während der Planung für das 120-jährige Gründungsfest, hatten der aktuelle Festleiter Michael Weber und der damalige Festleiter Quirin Atzinger die Idee, 2024 Bayerns größtes Gautrachtenfest in Westerham auszurichten.
Ohne einen Vorstand und einen Verein, der hinter dieser Idee steht, bleibt es jedoch lediglich bei einer Idee. Aber Georg Berndl, Erster Vorstand der Westerhamer, und die Vereinsmitglieder waren sich einig: Wir packen das! Dann ging die detaillierte Planung in einem Festausschuss mit 17 Personen los.
Von der Idee
zur Umsetzung
Der Festausschuss selbst wurde in sechs Hauptgruppen aufgeteilt. Dazu gibt es noch den erweiterten Festausschuss mit 18 kleineren Untergruppen, um alle erforderlichen Arbeiten bestmöglich zu organisieren. Ein großer Pluspunkt ist hier, dass die Westerhamer viele erfahrene Leute im Verein und in der Gemeinde haben, die wissen, wie man ein großes Fest auf die Beine stellt und auch selbst gerne feiern.
So viel zur Idee, aber was braucht es denn jetzt in der Praxis, damit am 21. Juli circa 9000 Trachtler auf einer unscheinbaren Wiese Bayerns größtes Gautrachtenfest feiern können? Die einfache Antwort ist: Da stellt man mal schnell zwei Zelte auf und feiert. Die richtige Antwort ist jedoch etwas ausführlicher.
Bevor am 5. Juli mit dem Zeltaufbau überhaupt begonnen werden konnte, fanden bereits vor einigen Jahren die ersten Absprachen mit den Grundstückseigentümern statt. Neben einem umfangreichen Sicherheitskonzept, das mit diversen Behörden, Polizei, Feuerwehr und Gauverband abgestimmt werden muss, müssen auch viele Genehmigungen eingeholt werden.
Nach vielen Sitzungen, Vorbereitungen und Organisationsarbeit konnte es dann losgehen. Idealerweise spielte das Wetter mit und der Boden war nach den vielen Regenfällen der vergangenen Wochen abgetrocknet, sodass die Wiese rechtzeitig gemäht werden konnte. Zum Zeltaufstellen sind viele Männer mit diversen Fahrzeugen aktiv, um die zwei Zelte, die Platz für 3000 beziehungsweise 6000 Personen bieten, innerhalb von jeweils drei Tagen aufzustellen.
Nach dem Zeltaufbau
folgen Innenarbeiten
Anschließend wird damit begonnen, in den Zelten Wasser und Strom zu installieren, bevor es mit den Innenausbauten weitergeht. Zahlreiche Kabel für Strom und Rohre für Frisch- und Abwasser müssen verlegt werden. Hierzu wurde bereits bei der Festplatzsuche auf einen geeigneten Standort des Zeltes geachtet, sodass die Anschlüsse möglichst unkompliziert genutzt werden können. Viele Handwerker aus dem Verein und der Gemeinde waren sofort bereit, ihr Know-how und ihre Fähigkeiten ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen.
Das größere der beiden Zelte wird nur am Festsonntag benötigt. Durch die Erfahrungswerte der vergangenen Gaufeste hat sich gezeigt, dass insgesamt drei Schänken und ein Küchenzelt zur Versorgung gebraucht werden, damit die große Personenzahl in kurzer Zeit verköstigt werden kann. In den Schänken werden insgesamt 10000 Masskrüge vorrätig sein und jede Schänke wird mit einem eigenen Biercontainer, der 50 Hektoliter Bier beinhaltet, Kühlwägen sowie eine Gläser-Spülmaschine bestückt sein. Im Küchenzelt wird eine mobile Großküche eingerichtet. Diese benötigt ausreichend Starkstromleitungen, Kühlwägen, Spülmaschinen, Hendlgrill und genügend Platz, damit die vielen Mitarbeiter des Festwirtes arbeiten können.
79 Bedienungen werden am Festsonntag dafür sorgen, dass niemand verdursten muss. Zudem sind circa 50 Teams zum Austragen der Mittagessen nötig. Bereits seit Jahren ist es üblich, dass am Festsonntag die Essen mit Essenskisten ausgetragen werden.
Allein 250 Kuchen und
Torten sind benötigt
Hier kommen speziell angefertigte Holzkisten zum Einsatz, sodass die jeweiligen Teams 20 Essen auf einmal transportieren können. An der Kaffeebar werden am Festsonntag 250 Kuchen und Torten benötigt. Diese werden mit Nummern katalogisiert und in einem extra Kühlwagen gekühlt. Es werden am Sonntag insgesamt 54 Damen an der Kuchentheke helfen, dass jeder eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bekommt.
Damit der Festsonntag noch mit dem einen oder anderen Bargetränk schön ausklingen kann, gibt es noch eine Bar mit 30 Metern Länge und dazu eine separate Aperol- und Weißbierbar.
Die Aufzählung lässt sich endlos weiterführen. Es gibt auch noch den Festgottesdienst, den Festzug, die restliche Festwoche und vieles mehr. Trotz aller Arbeit und Aufgaben gehen alle voller Enthusiasmus und Vorfreude in den Endspurt. Die Mangfalltaler Westerham hoffen, dass der bereits im Mai durchgeführte Bittgang nach Maria Eck jetzt mit schönem Wetter belohnt wird und alle Trachtler, Besucher und die gesamte Bevölkerung gemeinsam ein wunderbares Fest feiern können.