Raubling – Romantic meets Rock – zum zweiten Mal konnten die Zuhörer in der voll besetzten großen Aula des Inntal-Gymnasiums dieses Format erleben. Mucksmäuschenstill war das Publikum, als Andreas Pihusch (16), Ausnahmetalent an der Geige, auf die Bühne stieg und nach einem kurzen Blickwechsel mit Pianistin Birgit Köppl, die auch in diesem Jahr wieder im ersten Teil des Konzertes virtuos am Flügel den Part des Orchesters übernahm, den Bogen an die Geige setzte. „Allegro molto appassionato“ ist der erste Teil des Werkes – also ein Stück mit leidenschaftlicher Freude und diese Freude spürte man auch bei dem jungen Geiger, der 2023 den Kulturförderpreis des Landkreises Rosenheim erhalten hat. Das Violinkonzert in e-Moll, opus 64, von Felix Mendelssohn-Bartholdy stand auf dem Programm, ein zentrales Werk des 19. Jahrhunderts von hohem Schwierigkeitsgrad. Dennoch spürte man bei Andreas Pihusch nichts von Aufregung – konzentriert und mit Hingabe bot er eine hochklassige Interpretation des Stückes, das er komplett auswendig spielte.
Pianistin Birgit Köppl, Musiklehrerin am Inntal-Gymnasium, meinte dazu: „Dieser unglaublich begabte 16-Jährige leistet hier eine halbe Stunde lang Schwerstarbeit mit höchster technischer Brillanz und klanglich perfekt ausgereift.“
Nach der Pause wechselte das Genre analog zum Namen des Formats. Auf der Bühne standen nun neben Andreas auch seine Schwester Katharina, sein Bruder Matthias, die im Wechsel am E-Piano und am Flügel spielten, und Schlagzeuger Dominik Naumann. Gleich mit dem ersten Stück gaben sie die Linie vor: „We will rock you!“ intonierten sie in einer von Andreas speziell für diese Besetzung angepassten Version des Queen-Stückes. Ein großer Pionier dieser Crossover-Musik ist Violinist David Garrett, der Andreas‘ Vorbild ist. Entsprechend der Transkriptionen, die dieser in ähnlicher Weise für diese Stücke gemacht hat, konnte sich das Publikum dann mit dem Allegretto aus der siebten Symphonie von Beethoven seinen Träumen hingeben. Aus diesen Träumen wurde es beim nächsten Stück, „Furious“, ursprünglich komponiert von Frank von der Heijden, mit wildem Stakkato herausgerissen. Im episch-progressiven Rock des Stückes „Kashmir“ von Led Zeppelin konnte man genussvoll hören, wie coole Gitarrenriffs auf der Geige interpretiert klingen. Mit einem richtigen Kracher für das Publikum, dem Stück Confutatis aus Mozarts Requiem endete die Darbietung, in der die Grenzen zwischen Klassik und Rock nicht mehr erkennbar waren.
Tosender Beifall belohnte die Künstler. Mit einem kurzen „Herzlichen Dank und Chapeau für diese großartige Leistung!“ würdigte der stellvertretende Schulleiter Erich Menacher die jungen Künstler. Mit Bedauern erfuhr das Publikum dann auch, dass dies die letzte Vorstellung in dieser Konstellation war, denn sowohl Matthias als auch Dominik haben in diesem Jahr erfolgreich die Abiturprüfung abgelegt. Doch Andreas und seine Zwillingsschwester Katharina werden dem Inntal-Gymnasium noch einige Jahre erhalten bleiben, freute sich Menacher. Karin Sönmez