„Die Kuh ist ein saucooles Tier“

von Redaktion

Fachexkursion der Realschule Bruckmühl – Minikoch-Gruppe „Mangfall“ auf dem Kronecker Hof

Bruckmühl – Nach zwei Kochworkshops in gastronomischen Betrieben in der Region (wir berichteten) starteten die „Europa Miniköche“ aus der Realschule Bruckmühl und der Justus-von-Liebig-Schule Heufeld jetzt zu einer zweigeteilten Fachexkursion. Dabei stand die Milch-Lieferkette von der Kuh bis zum Verbraucher im Mittelpunkt. „Die Kuh ist ein saucooles Tier, das aus Gras Milch macht“ – mit diesen Worten begann Landwirtin Christa Berger auf dem Kronecker Hof in der Nähe von Grabenstätt im Chiemgau ihre „Unterrichtsstunde“. Zusammen mit ihrem Mann Konrad bewirtschaftet sie den 85 ha großen Milchvieh-Musterbetrieb mit 100 Kühen und 90 Kälbern. Zunächst vermittelte die Milchbäuerin auf anschauliche Weise theoretisches Wissen rund um die Kuh. So erfuhren die 16 Miniköche beispielsweise, dass eine Kuh circa 750 kg wiegt, durchschnittlich 50 kg Futter und 150 Liter Wasser am Tag zu sich nimmt und täglich circa 21 Liter Milch produziert. „Das Futter ist quasi ein 5-Gänge-Menü, das aus Heu, Grassilo, Silomais, Körnermais und Rapsschrot besteht, alles heimische Futtermittel in Form einer „Totalen Misch-Ration“ (TMR) schilderte die Landwirtin. Als Nahrungsergänzung gibt es noch etwas Salz und Mineralfutter.

Die jungen Besucher durften anschließend Kälber füttern, ihre Zungen fühlen, Kühe streicheln und den Einsatz des Melkroboters bestaunen. Zum abschließenden Quiz zählte auch das Verhalten einer Kuh während einer 5-minütigen Beobachtung. Der zweite Teil der „Informationsreise“ bildete die nahtlose Fortsetzung des ersten, nämlich die Verarbeitung der auf dem Hof erzeugten Milch. Diese wurde ihnen beim Besuch der Molkerei „Berchtesgadener Land“ in Piding bei Bad Reichenhall erläutert. Danach stellten ihnen Brigitte Maupai und Luise Dießenbacher den 1927 von 54 Bauern gegründeten und als Genossenschaft geführten Betrieb vor. Im Unternehmen, das 2024 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde, sind 500 Mitarbeiter und 35 Azubis in 7 Ausbildungsberufen beschäftigt. Täglich wird 1 Mio. Liter Rohmilch angeliefert, die in 1600 Bauernhöfen zwischen Watzmann und Zugspitze produziert werden. Das jährliche Rohmilchaufkommen beträgt circa 350 Millionen kg, davon circa 100 Millionen Liter Bio. Beim Rundgang warfen die Gäste einen Blick in die „Leergut-Waschmaschine“, wo die rückgelieferten Flaschen vor dem Waschgang zunächst vom Deckel und dem Etikett befreit werden. Staunend verfolgten die jungen Besucher dann den rasanten Ablauf in der Abfüllanlage, in der pro Stunde 12000 Flaschen befüllt werden. Bevor die in der Molkerei erzeugten 130 verschiedenen Produkte in den Verkauf gelangen, werden sie – sozusagen von der Kuh bis ins Supermarktregal – 32 mal untersucht. Bei einem abschließenden „Milch-Workshop“ lernten die Miniköche viel Wissenswertes über die Milch kennen und erzeugten durch lang anhaltendes Schütteln von Schlagsahne in einem Behälter Butter, der danach auf Broten verteilt vertilgt wurde. Nach ihren intensivsten Eindrücken des Ausflugs befragt nannten die Miniköche u. a. die Erklärung der Futtermittel und das Streicheln und Füttern der Kälber auf dem Hof und die Flaschenabfüllung und die „manuelle Butterproduktion“ in der Molkerei. DEHOGA-Oberbayern-Geschäftsführer Thomas Quiram zog ein positives Fazit über die „Dienstreise“: „Ziel der Exkursion war es, den Miniköchen zu zeigen, wo die Milchprodukte herkommen, wie sie qualitativ hochwertig erzeugt und verarbeitet werden. Die regionale Erzeugung und Betriebe vor Ort sind ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen und umweltschonenden Produktion“. Realschul-Studienrätin Heidi Nordmann konstatierte abschließend: „Für die Schülerinnen und Schüler war es interessant, den Weg der Milch von der Kuh bis in die Flasche hautnah und mit allen Sinnen zu erkunden.

Die verschiedenen Produktionsstufen und die Arbeit, die in unseren – als selbstverständlich wahrgenommen – Lebensmitteln drinstecken zu begreifen, ist für die Wertschätzung bedeutend“. Johann Baumann

Artikel 1 von 11