Finis Spürnase rettet Seniorin aus Notlage

von Redaktion

Anfang Juli sorgte ein Vermisstenfall in Burgkirchen für Aufsehen. Die groß angelegte Suche gestaltete sich schwierig. Eine Aiblinger Rettungshündin brachte schließlich den Erfolg: Sie fand die unterkühlte Frau im Wald. Uns erklärt die Aiblinger Hundestaffel der DLRG, wie sie mit den Vierbeinern arbeitet.

Bad Aibling/Burgkirchen – Eigentlich beläuft sich das Einsatzgebiet der Hundestaffel des DLRG-Ortsverbandes Bad Aibling auf den Landkreis Rosenheim. „Bei größeren Fällen und je nach Einsatzlage werden wir aber auch woanders hin gerufen, dann geht das auch über andere Leitstellen“, sagt Tobias Bibinger, einer der Hundeführer des Aiblinger Ortsverbandes, gegenüber dem OVB. Und zuletzt ging es für die ehrenamtlichen Rettungskräfte mal wieder zu einem Einsatz jenseits der Landkreisgrenzen.

Suche bei Regen
und Dunkelheit

So wurden sie am 6. Juli, einem Samstagabend, zu einer groß angelegten Vermisstensuche in Burgkirchen an der Alz im Landkreis Altötting gerufen. Nach Angaben der Polizeiinspektion Burghausen war eine 86-jährige Frau an diesem Tag zuletzt gegen 18 Uhr zu Fuß in einem Waldstück östlich von Wechselberg gesehen worden. „Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Frau in einer hilflosen Lage befindet“, hieß es seitens der Polizei.

Die Polizei hatte bereits „intensive Absuchen an ihrer Wohnadresse und dem Waldstück durchgeführt“. Hierbei kam neben einem Helikopter auch eine Rettungshundestaffel zum Einsatz. Diese, Teil des DLRG-Ortsverbandes Bad Aibling, berichtete im Nachgang von „Dunkelheit, Regen und einem dicht bewachsenen Wald“. Hinzu sei ein steiles Gelände gekommen, was die Umstände der Vermisstensuche in der Nacht auf Sonntag äußerst widrig machten. Das Ende, so der Ortsverband, sei hingegen erfolgreich verlaufen.

„Durch eingesetzte Flächensuchhunde konnte die 86-jährige Dame am 7. Juli gegen 1.45 Uhr in einem angrenzenden Waldstück aufgefunden werden“, teilte die Polizei mit. Sie erlitt durch den längeren Aufenthalt im Wald Unterkühlungen und wurde durch die Feuerwehr aus dem Waldstück geborgen und anschließend zur weiteren Untersuchung in ein umliegendes Krankenhaus gebracht.

Konkretere Details zur geglückten Suchaktion nennt nun der Aiblinger Ortsverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Demnach habe einen maßgeblichen Anteil am Erfolg Fini, eine sechsjährige Mischlingshündin, gehabt. Die Hündin habe die Frau bei völliger Dunkelheit im Wald gefunden, als sie erschöpft und unterkühlt vor einem Holzstoß saß. Fraglich ist, wie die Suche ohne Finis gute Spürnase ausgegangen wäre. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Waldgebiet, unterstützt von mehreren Rettungshundestaffeln und Drohnen. Die Bundesstraße B20 wurde über einen längeren Zeitraum gesperrt. „Eine Vermisstensuche ist immer Teamarbeit“, betont Finis Hundeführerin Marina Jesse. „In diesem Fall hatte der Hund jedoch die besten Chancen.“ Verständlicherweise: Durch das dichte Blätterdach sei aus der Luft kaum etwas zu erkennen gewesen.

Hunde können große
Flächen abdecken

Demnach hätte ein rein aus Menschen bestehender Suchtrupp unter diesen Bedingungen erheblich mehr Zeit benötigt, um erfolgreich zu sein. Ein Flächensuchhund wie Fini dagegen sei darauf trainiert, große, unübersichtliche Gebiete systematisch nach menschlicher Witterung abzusuchen. „Diese Hunde arbeiten in der Regel ohne Leine und können sich frei im Gelände bewegen, was ihre Effizienz in schwer zugänglichen Bereichen erheblich erhöht“, so die DLRG. Flächensuchhunde seien in der Lage, innerhalb kurzer Zeit große Flächen abzudecken – in der Regel rund 50000 Quadratmeter, um Personen auch unter widrigen Bedingungen zu finden.

Erstversorgung
noch vor Ort

Und so arbeiteten Hundeführerin Marina Jesse mit Hund Fini und Helferin Marianne Huber Quadratmeter für Quadratmeter ab. Plötzlich schlug die Hündin an. Helferin Marianne Huber leuchtete mit ihrer Taschenlampe auf die Stelle und rief: „Wir haben sie!“ Sofort begannen die beiden Sanitäterinnen der DLRG mit der Erstversorgung. Die vermisste Frau war bei Bewusstsein, jedoch stark unterkühlt. Deswegen wurde sie sofort in Rettungsdecken eingehüllt, um der Unterkühlung entgegenzuwirken. Natürlich unter größter Vorsicht, da Lebensgefahr bestand. Anschließend gaben die beiden die Koordinaten ihres Standortes über Funk an die Einsatzleitung weiter und forderten Verstärkung an.

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