Gemeinderat billigt Entwurf mit vier Gegenstimmen

von Redaktion

Neuaufstellung der Änderung des Bebauungsplanes „Moorweg“ beschlossen – Auch kritische Stimmen

Tuntenhausen – Edeka wird erweitert, Aldi kommt neu und es entsteht im Südwesten noch ein Hochregallager. Deshalb hat der Gemeinderat die Neuaufstellung der zweiten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 55 „Moorweg“ beschlossen. Bei der Besprechung der eingegangenen Einwendungen gab es aber auch einige kritische Stimmen.

Neun Träger öffentlicher Belange meldeten sich, darunter die Regierung von Oberbayern, die den Fokus auf die geplanten Logistikhallen (Wandhöhe 15 Meter) legte. Diese sind landschaftsschonend und in einer umgebungsorientierten Baugestaltung zu integrieren, forderte sie. Damit diese Höhe nicht zur Regelwandhöhe am westlichen Gebietsrand Tuntenhausens wird, wurde nach den Worten der Verwaltung die bisherige Gewerbefläche (GE) 3 gesplittet in GE3 (alte Wandhöhe) und GE4 (neue Wandhöhe). Zudem wird GE4 durch einen begrünten Wall umgeben. Während Thomas Kranz (Liste 83104) hier „Riesenkopfschmerzen“ hat, sieht das Johannes Weigl (PF Schönau) ganz anders: „Die Hochregallager sind ressourcenschonend und fallen dort hinten überhaupt nicht auf.“ Theresia Englhart (Frauenliste) störte sich an der Möglichkeit einer zweiten Halle dieser Größe. Auch die Bauleitplanung des Landratsamtes kritisierte, dass die größte Höhenentwicklung am Rand des Baugebietes liegt.

Das Wasserwirtschaftsamt sprach die Versiegelung der Flächen und damit die Rückhaltung des anfallenden Niederschlagwassers an und forderte eine Erschließungskonzeption: Es müssen alle Möglichkeiten zur Reduzierung und Rückhaltung des Regenwasseranfalls genutzt werden, da leistungsfähige Vorfluter nicht vorhanden sind. Und weiter: „Eine private Rückhaltung kann nur entfallen, wenn die erforderliche Rückhaltung vor Einleitung in den Lechnergraben über das geplante gemeindliche Rückhaltebecken erfolgen kann. Eine direkte Einleitung ist nur nach einem gesonderten Wasserrechtsverfahren möglich“, so das Amt. Maria Breuer (ÜW Ostermünchen) schilderte den Räten dann den Stand des geplanten Regenrückhaltebeckens.

Die Handwerkskammer München sah den neuen großflächigen Handelsbetrieb als gerade noch integrierbar an. In deren Augen dürfen die Umsatzlenkungen nicht dazu führen, dass die noch vorhandenen kleinteiligen Nahversorgungsstrukturen innerhalb der Gemeinde gefährdet werden, betonten sie. „Die sprechen mir aus der Seele“, meinte Dr. Anna Fernández Diarte (ÜW Ostermünchen).

Die Verwaltung verwies hier einerseits auf die Planung, die die Vorgaben des Landesentwicklungsplanes erfüllt, und andererseits auf das Gutachten der Firma „Cima“, die das Vorhaben positiv bewertet. Positiv sahen es auch die beiden Räte Johann Stürzer und Franz Reil (beide CSU/FWG) und verwiesen darauf, dass der Gemeinderat das Verbraucherverhalten nicht steuern kann; vielmehr trifft jeder Bürger selbst die Entscheidung, wo er einkauft. „Wie es läuft, das liegt alleine an uns“, meinte auch Maria Breuer, bevor sie zur Abstimmung aufrief.

Mit vier Gegenstimmen nahm der Gemeinderat vom Verfahren Kenntnis, wog die Stellungnahmen ab und billigte letztlich den Entwurf. Die Verwaltung wird nun das Auslegungsverfahren weiter durchführen. ws

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