Bad Feilnbach – Als am Dienstagmittag bei der Einsatzzentrale ein Notruf über ein brennendes Fahrzeug im Fritz-Pfaffinger-Weg eingeht, ist noch unklar, wie sich die Situation vor Ort darstellen wird. Eine Frau aus Starnberg war kurz zuvor noch mit ihrem Jeep auf der Straße unterwegs, als sie während der Fahrt bemerkte, dass Qualm aus der Motorhaube aufstieg.
Gefahr für
umliegende Häuser
Laut Angaben der Polizeiinspektion Brannenburg parkte die 53-Jährige, nachdem sie den Qualm entdeckt hatte, ihren drei Jahre alten SUV umgehend, um dann nach der Ursache der Rauchentwicklung zu suchen. Allerdings stiegen bereits große Flammen aus der Fahrzeugfront auf, als sie gerade versuchen wollte, den Motorraum zu überprüfen. Wenige Sekunden später stand der gesamte Motor in Vollbrand.
Neben Polizei und Rettungsdienst wurde auch die Feuerwehr Bad Feilnbach zum Einsatzort gerufen. Deren Kommandant Johannes Roth erklärte nun im Nachgang auf OVB-Anfrage, dass die Feuerwehr mit 16 Einsatzkräften vor Ort war. „So etwas passiert vielleicht einmal im Jahr“, sagt Roth und macht damit die Seltenheit und Besonderheit entsprechender Brandeinsätze deutlich. Die 53-jährige Fahrerin sei bei Ankunft bereits in Sicherheit gewesen, allerdings hatte sie das Auto unter einem Carport abgestellt. „Das Auto war geparkt und wir mussten nun in erster Linie verhindern, dass das Carport Flammen fängt.“
So habe die Feuerwehr Bad Feilnbach gleichzeitig an einem „abwehrenden Brandschutz“ hinsichtlich der umliegenden Wohnhäuser und weiterer Fahrzeuge sowie der eigentlichen Löschung des brennenden Jeeps gearbeitet. Letztlich, so Roth, konnte die Feuerwehr aus Bad Feilnbach den Brand ohne das Übergreifen auf Wohnhäuser und Fahrzeuge in wenigen Minuten löschen. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Laut der Polizeiinspektion Brannenburg wird die Brandursache auf einen technischen Defekt zurückgeführt. Beim Geländewagen wurde ein Totalschaden im mittleren fünfstelligen Bereich festgestellt. Ganz generell zählen Fahrzeugbrände „zu den seltensten Unfall- oder Pannenarten“, teilte der ADAC kürzlich auf seiner Homepage mit. Das Risiko für einen Fahrzeugbrand sei demnach relativ gering. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club bezieht sich dabei auf eine Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, wonach sich pro Jahr in Deutschland etwa 40000 Fahrzeugbrände ereignen. Ziehe man Kleinstbrände wie Schmorbrände hiervon ab, blieben rund 15000 Fahrzeuge übrig, die einem Feuer zum Opfer fallen.
Was tun, wenn
das Auto brennt?
Wenn es grundsätzlich zu einem Brand kommt, rät der ADAC den Insassen, das Fahrzeug schnell zu verlassen. Zudem sollten dringend Rettungskräfte und die Feuerwehr alarmiert werden. Allerdings sollte man nicht in Panik verfallen, da bei einem Fahrzeugbrand in der Regel genügend Zeit bleibe, sich aus dem Auto in Sicherheit zu bringen.
Ob Brände bei Elektroautos häufiger als bei herkömmlichen Fahrzeugen vorkommen, beantwortet der ADAC indes mit einem Nein. Das Risiko eines Brandes sei vergleichsweise gering, „da aktuelle Elektroautos bei einem Unfall genauso sicher sind wie herkömmliche Autos und das Hochvoltsystem nach einem Unfall mit Auslösung des Airbags sowie bei Beschädigung von Leitungen oder Antriebsbatterie abgeschaltet wird“.