Bad Aibling – Nach der kürzlichen Verabschiedung der Abiturienten hieß es am Gymnasium Bad Aibling (GBA) erneut „Lebewohl“ zu sagen: Nach 13 Jahren Schulleitung wurde Oberstudiendirektor Michael Beer mit einer glanzvoll-herzlichen Feier in den Ruhestand verabschiedet. Zur Feierstunde in der Aula hieß die stellvertretende Schulleiterin Doris Roelen unter vielen anderen Gästen zahlreiche Schulleiter, Bürgermeister und Vertreter von Behörden, Wirtschaft und Kirche willkommen.
Die Gymnasiums-Ministerialbeauftragte Birgit Korda erklärte in ihrer Ansprache: „Damit so eine große Schule funktioniert, bedarf es einen, der die Fäden in der Hand hat, die Richtung vorgibt und strategisch plant. Sie haben die Geschichte der Schule über 25 Jahre mitgestaltet und geleitet.“ Sie beschrieb den Werdegang des scheidenden GBA-Chefs und dessen Fähigkeit, „Dinge, die viel zu wichtig genommen werden, wieder zurechtzurücken“.
Schulparlament vor
20 Jahren vorbildlich
Besonders hob sie die Gründung des Schulparlaments hervor, das vor 20 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal darstellte und inzwischen von vielen Schulen als Vorbild genommen werde. In den 13 Jahren seiner Schulleitung habe es viele Umbrüche gegeben, die er mit Ruhe und Gelassenheit gemeistert und dabei Souveränität bewiesen und ausgestrahlt habe. „Du übergibst deine Schule in vorbildlicher Verfassung“ attestierte sie und überreichte an Michael Beer die Ruhestandsurkunde des Kultusministeriums.
„Erfolg hat drei Buchstaben: Tun“ – dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe stellte Otto Lederer an den Beginn seines Grußwortes und ergänzte: „Wenn Goethe 200 Jahre später auf einer Italienreise am Aiblinger Gymnasium vorbeigekommen wäre, hätte er gesagt: ,Erfolg hat vier Buchstaben: Beer‘.“ Der Landrat stellte fest: „Sie haben das Gymnasium erfolgreich geprägt wie kaum ein anderer zuvor. Sie haben Freiheiten gegeben und gleichzeitig die Führung dazu.“ Er wies ferner auf den Leitsatz des Schulleiters hin: „Schule kann auch Spaß machen“ und würdigte: „Auch in schwierigen Zeiten kam der Spaß bei Ihnen nie zu kurz, wie werden Sie vermissen.“
Bürgermeister Stephan Schlier erinnerte an die Schlagzeile im „Mangfallbote“ am 11. August 2011: „Michael Beer ist der neue Direktor“. Die von ihm damals gesetzten Schwerpunkte habe er umgesetzt und vorangebracht, stets das Wohl der Schüler in den Mittelpunkt des Handelns gestellt und dabei sowohl schulische als auch persönliche Entwicklungen gefördert. „Ihre Arbeit hat das GBA geprägt und zu einer Bildungseinrichtung gemacht, die über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung findet.“
Dank der Eltern,
Kollegen und Schüler
Im Namen des Personalrats sagte Katja Becker „Vergelt’s Gott“ und würdigte herausragende Entwicklungen in der Amtszeit von Beer. „Er hat mit dem Kollegium an einem Strang gezogen und ein Klima geschaffen, in dem das ,Lernen mit Kopf und Herz‘ gelingt.“
Die Fördervereins-Vorsitzende Nadine Laböck unterstrich: „Sie haben das GBA nicht nur geleitet, sondern geformt und geprägt, unter Ihrer Führung hat die Schule große Fortschritte gemacht.“
Ähnlich äußerte sich die Elternbeirats-Vorsitzende Sabine Eder: „Du hast die Schule maßgeblich und positiv beeinflusst und mit deinem Engagement geprägt.“ Zusammen mit Mitgliedern des EBR sang sie den umgedichteten STS-Hit: „Und irgendwann bleibst du dahoam, lost alles ling und steh, vom GBA für imma furt.“
Die Gedanken des Schulparlaments brachte Josef Sedlbauer zum Ausdruck: „Sie haben mit Ihrer positiven Ausstrahlung die Zusammenarbeit mit einem motivierten Kollegium gestaltet und Respekt in jeder Phase Ihres Handelns gelebt.“ SMV-Sprecher Moritz Schönacher berichtete, dass er von Kollegen anderer Schulen um den Schulleiter und um die gute Stimmung am GBA beneidet wurde.
Ein vielköpfiger, von der Combo begleiteter Schulchor bildete danach ein Spalier für den FC-Bayern-Fan Michael Beer und sang ein Abschiedslied zu den Melodien von „Fields of Gold“ und „Stern des Südens“ („Ja, Herr Beer ist jetzt ein Rentner, seine Schulzeit ist jetzt aus“).
Passende Musik
und weise Worte
Weitere ansprechende und vielbeklatschte musikalische „Zutaten“ kamen (unter der Leitung von Ingrid Seidelmann, Susanne Tutert, Dietgard Luber und Volker Koch) vom Orchester mit „Morgenstimmung“ und „In der Halle des Bergkönigs“, vom „bayerischen Quartett“ Ludwig Strauß, Eva und Maria Stadler und Antonia Eutermoser mit „Beautiful Seeress“, von der Bigband mit „Charleston“ und „Surfin‘ USA“ und mit „Rockin‘ all over the World“ von der Schulband, die beim Opus-Titel den Refrain „Life is Life“ durch „Beer is Beer“ ersetzte.
In seiner Abschiedsrede erinnerte Beer daran, dass das Gymnasium bei der 50-Jahr-Feier 2024 als „Flaggschiff der Aiblinger Schulen“ bezeichnet wurde. Als dessen Kapitän räume er jetzt seinen Platz auf der Kommandobrücke. „Auf der Fahrt in den letzten 13 Jahren sind wir mehrfach in raue, tosende und brodelnde See geraten“, berichtete er mit Blick auf die Flüchtlingswelle („wer je in die erschöpften Gesichter der aus Kriegsgebieten geflohenen, traumatisierten Menschen geschaut hat, wird diese Eindrücke nie mehr vergessen“) und auf den Corona-Sturm („Fehlen tragfähiger digitaler Rettungsringe“).
Das Schiff sei nicht gesunken, aber diese Mission habe der Kapitän nicht ohne seine hochseetaugliche Crew leisten können. Er dankte abschließend „als alter Seebär“ („Gymnasium Bad Aibling – Ahoi“) allen Mitgliedern der Schulfamilie und bekannte: „Es war mir eine große Freude – es war mir eine große Ehre.“ Am Ende gab es stehende Ovationen.