Sommer, Sonne, Streuobst

von Redaktion

Wiesen und Bäume stehen in sattem Grün und Früchte wie Äpfel, Birnen und Quitten reifen zusehends. Im Folgenden finden sich Tipps für Ausflügler, die gerne mit allen Sinnen in die bayerische Landschaft eintauchen.

Bad Feilnbach – Die wie zufällig hin gewürfelten hochstämmigen Obstbäume der Streuobstwiesen prägen das Landschaftsbild im Freistaat seit jeher. Doch sie sind nicht nur hübsch anzuschauen: Streuobstwiesen sind wichtige Hotspots für Artenvielfalt. Rund 5000 teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden in den höhlen- und totholzreichen Altbäumen ihr Zuhause. Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Walnüsse, aber auch Quitten und Wildobst wachsen an den Bäumen und in den Hecken, die wiederum Vögeln wie dem Wiedehopf Unterschlupf und einer Vielzahl von Insekten einen geschützten Lebensraum bieten. Um das stark dezimierte und häufig gefährdete Natur- und Kulturerbe lebendig zu halten, bedarf es einer entschlossenen und umfassenden Initiative. Im Rahmen des Streuobstpakts zwischen der Bayerischen Staatsregierung und acht Verbänden engagieren sich unzählige Akteure seit 2021 für den Erhalt der traditionellen Form des Obstanbaus. Das ambitionierte Ziel lautet, bis 2035 eine Million zusätzliche Streuobstbäume im Freistaat zu pflanzen. Im Folgenden finden sich einige Tipps für all diejenigen, die sich auf Bayerns Streuobstwiesen umschauen und das Obst in allerlei Formen kosten möchten. Bad Feilnbach am Fuße des Wendelsteins ist das einzige Obstanbaugebiet Deutschlands mit rein ökologischem Hintergrund.

Die rund 25000 Obstbäume wachsen größtenteils auf Streuobstwiesen und die Verarbeitung ihrer schmackhaften Früchte – überwiegend Äpfel – kann oftmals live mitverfolgt werden. Mit über 120 Brennereirechten, über die der Ort verfügt, entstehen hier vielfältige Spirituosen. Köstlicher Most wartet auf dem Meisterhof Seebacher, bestes Apfelbrot in der Imkerei Irner.

Auch in Rohrdorf dreht sich die Welt um den Apfel von der Streuobstwiese. Beeindruckende 6711 Obstbäume versorgen die Einwohner mit Äpfeln, Birnen und vielen Sorten mehr.

Ein Großteil der Ernte wird von der Kelterei ORO zu Fruchtsäften verarbeitet. Doch auch die Brennereien beziehen ihre Früchte von den Streuobstwiesen: In der „Hofbrennerei“ oder „Beim Graz’n“ werden Führungen angeboten und Schaubrennen veranstaltet. Wer Lust auf handfestere Kostproben aus dem Obstgarten hat, sollte den Gasthöfen „Christl“ und „Hotel Zur Post“ einen Besuch abstatten.

Hier landet das heimische Streuobst in köstlichem Kuchen und Gebäck, rundet aber auch Blau- und Sauerkraut ab.

Der Bayerische Streuobstpakt ist ein verbindliches Abkommen zwischen der Bayerischen Staatsregierung, vertreten durch das Bayerische Landwirtschafts- und das Bayerische Umweltministerium, und acht engagierten Verbänden.

Ziel ist es, neben dem Erhalt des bereits stark dezimierten Streuobstbestands bis 2035 eine Million zusätzliche Streuobstbäume in Bayern zu pflanzen. Der verbindliche Rahmen des Paktes gewährleistet, dass sämtliche Maßnahmen effektiv verzahnt werden, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen. Weitere Informationen finden sich unter www.bayern-streuobstpakt.de. re

Artikel 1 von 11