Moor-Exkursion durch Thanner Filze

von Redaktion

Bund Naturschutz zeigt bei Wanderung Bedeutung der Moore für den Klimaschutz

Tuntenhausen – Die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Tuntenhausen unternahm jüngst eine Moor-Exkursion durch die Thanner Filze zwischen Tuntenhausen und Bad Aibling. Ausgangspunkt war der Parkplatz der Waldgaststätte Filzenklas in Fuchsholz. An einem der heißesten Tage des Jahres war nicht nur festes Schuhwerk gefragt, sondern auch Mücken- und Zeckenschutz. In gut zweieinhalb Stunden wanderte die fast 20 Mann starke Gruppe an Moorpflanzen wie dem Sonnentau vorbei und sah verlassene, alte Torfstiche.

Sebastian Hauf, Dritter Vorsitzender der Ortsgruppe, führte die Exkursion durch die Thanner Filze, die neben der Seefilze und der Eisenbartlinger Filze in der Gemeinde Tuntenhausen liegt. Diese Moore sollen erhalten und wiederhergestellt werden. Zusammen mit der Gemeinde will der Bund Naturschutz dies in den nächsten Jahren angehen.

Denn Moore sind wichtig, wie Hauf betonte. Durch die Entwässerung und Kultivierung der Flächen trockneten die Moore aus. Die Folgen wurden erst in den letzten Jahren so richtig realisiert. Neben dem Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen ist ihre Zerstörung auch ein bedeutsamer Faktor für die Beschleunigung des Klimawandels. In Mooren ist auf der gleichen Fläche durchschnittlich etwa sechsmal so viel CO2 gespeichert wie in einem Wald. Durch die Entwässerung der Moore wird dieses CO2 freigesetzt. Aber auch als Regenrückhalt können Moore eine wichtige Funktion einnehmen, da sie Wasser zunächst wie ein Schwamm speichern, und dann Stück für Stück abgeben. Gerade die letzten Starkregen haben gezeigt, dass ein zu schneller Abfluss des Regenwassers verheerende Folgen haben kann. Die Wiedervernässung von Moorböden kann deshalb einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Trockengelegt emittieren deutsche Moorböden jährlich rund 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, das entspricht rund 7,5 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.

Im Landkreis Rosenheim betreuen zwei Moormanagerinnen die Moore in 15 Projektgebieten. Ziel ist es, bis 2030 möglichst viele Moorflächen und alle staatlichen Moorgrundstücke zu renaturieren oder moorschonend zu bewirtschaften und bis 2050 die Treibhausgasemissionen aus Moorböden auf ein Drittel zu reduzieren.

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