Bad Aibling – Für 111 Mädchen und Buben der Wilhelm-Leibl-Realschule war es ein stolzer Tag, als sie ihre Abschlusszeugnisse in Empfang nehmen durften. Erstmals fand die Feier in der neuen Aula der Schule statt, die eine tolle Premiere mit eindrucksvollen Leistungen erlebte. Von den 111 Absolventen hatten 22 die Traumnote Eins. Fünf von ihnen sogar besser als 1,5: Nora Harutyunyan 1,45, Julia Zaißl 1,42, Martin Grundei 1,27, Leonie Stadler 1,25 und Helena Stadler sagenhafte 1,08.
Schulzeit ist wie
ein Trainingslager
Wenige Tage vor dem Start der Olympischen Spiele beschwor der stellvertretende Schulleiter Stephan Kausler den olympischen Geist und verglich die Schulzeit mit einem Trainingslager. Das Abschlusszeugnis sei hierbei ein Etappensieg, weitere werden folgen, so der Realschulkonrektor. „Nutzt den olympischen Geist, der in euch steckt, dann werdet ihr überall erfolgreich sein“, animierte er die Schüler.
Alexandra Burgmaier (SPD), Stellvertreterin des Landrats, lobte die Realschulen Bayerns. Sie seien in ihren Augen der richtige Mittelweg, der alle Chancen offenhält. Dabei hob sie die Wichtigkeit einer Ausbildung hervor. Das Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“ treffe in ihren Augen heutzutage mehr denn je zu. Parallel warnte sie aber: „Wir sind eine aufgeregte Nation, die ein wenig in Unordnung gefallen ist.“ Deshalb ihr Rat an die Jugendlichen: „Konzentriert euch nicht aufs Negative und lasst euch nicht von populistischen Hetzern einreden, alles sei schlecht.“
Raus aus der
Komfortzone
„Ihr habt es geschafft, herzlichen Glückwunsch“, meinte Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier freudig zu den Absolventen. „Wenn ihr bereit seid, aus der Komfortzone rauszukommen, bietet euch die Welt unzählige Möglichkeiten“, so der Bürgermeister. „Die Zeiten sind nicht einfach und Krisen Teil unseres Lebens, aber mit einer positiven Grundstimmung meistert ihr die Zukunft.“ Barbara Behnke vom Elternbeirat ermunterte die Absolventen, dass Schranken nur in den Gedanken existierten. Und Lilly Wagner von der Schülermitverantwortung (SMV) dankte den vielen Lehrern, denn ohne deren Hilfe sähen die Zeugnisse, wie sie ehrlich zugab, ganz anders aus. Schulleiter Matthias Wabner stellte das Glück in den Mittelpunkt seiner Rede und erinnerte an den Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Der Begriff Glück sei nach seinen Worten hier passend, eröffne er doch jedem alle Wege im Leben, indem er besagt: „Nimm dein persönliches Glück in die Hand und mach etwas aus deinem Leben, indem du Verantwortung für dich und dein Leben übernimmst.“ „Nehmt euer persönliches Glück in die Hand und Verantwortung für euer Lebensglück“, forderte er. Denn wer Glück von anderen einfordere und sich von Materiellem abhängig mache, laufe Gefahr, sich in Abhängigkeit, Hilflosigkeit und Fremdbestimmung zu begeben. Er animierte die Jugendlichen, ihren eigenen Weg zu gehen, und gab den Ratschlag: „Hört einfach in euch hinein und entscheidet, was euer persönliches Glück sein soll.“
Mit Beifall zur
Zeugnisübergabe
Nach vielen nachdenklichen Worten bot „Say
something“, gesungen von Franziska Schmidt und Lena Brunecka, ein klangvolles musikalisches Zwischenspiel, bevor es zur Zeugnisverleihung ging. Alphabetisch unter dem Beifall des Publikums schritten die Absolventen zu den drei Schulleitern und nahmen das langersehnte Stück Papier in die Hand.
Nach offiziellem
Teil wurde gefeiert
Anschließend bot Nora Harutyunyan mit „Perfect“ noch einmal eine Gesangseinlage dar, und die Schulleiter ehrten die Besten der Jahrgangsstufen. Mit dem Song „Happy“, den alle Besucher stakkatoartig mitklatschten, endete die Feier. Matthias Wabner bedankte sich noch bei allen Helfern im Hintergrund. Ohne diese „Woman-Power“, wie er betonte, gehe es einfach nicht. Danach war am Buffet dann „endlich feiern“ für die 111 Absolventen angesagt.