„Seid Sinn- und Impulsgeber“

von Redaktion

91 Absolventen der Staatlichen Realschule erreichen „Lizenz zum Exit“

Bruckmühl – Für 91 Schülerinnen und Schüler hieß es am vergangenen Freitag Abschied nehmen von der Staatlichen Realschule Bruckmühl: Sie erhielten in der vollen Mehrzweckhalle ihre Abschlusszeugnisse.

In ihrer Rede ging Direktorin Andrea Ranner auf den bei manchen politischen Akteuren spürbaren Populismus ein, der aber nicht an Lösungen interessiert sei. „Populismus will trennen, ausgrenzen und spalten. Populismus holt nicht das Beste aus den Menschen hervor, sondern das Niedrigste“, konstatierte sie und führte weiter aus: „Allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Glauben und ihrer Lebensweise, offen zu begegnen und diese Andersartigkeit als Ausdruck der Persönlichkeit zu akzeptieren, damit haben wir uns in der Schule in vielen Projekten auseinandergesetzt.“

„Bildung ist die mächtigste Waffe“

Sie wies auf den D-Day vor 80 Jahren hin und unterstrich: „Diesen jungen Männern aus Amerika, Großbritannien und Kanada, die zum großen Teil ihr Leben dafür gaben, verdanken wir, dass wir heute in Freiheit und in einer Demokratie leben dürfen. Wir sollten voller Ehrfurcht und unendlich dankbar hierfür sein. Stattdessen rückt in unserem Land der Rechtsextremismus immer weiter in die Mitte der Gesellschaft.“ Rechtsextremismus sei kein Randphänomen mehr, sondern eine ganz zentrale Herausforderung für uns alle. An die Absolventen appellierte sie: „Seid Sinn- und Impulsgeber, aber auch Mahner eurer Zukunft.“ Abschließend zitierte sie Nelson Mandela: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern“ und forderte: „Nutzt diese Waffe!“

Landrat Otto Lederer lobte die Absolventen: „Ihr könnt stolz sein auf eure Leistung, ihr habt gezeigt, dass ihr es könnt. Mit dem Realschulabschluss stehen euch alle Wege offen, die regionale Wirtschaft wartet auf euch. Ruht euch aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern nutzt sie als Sprungbrett für die nächste Etappe.“

Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter nahm den von den Absolventen als Motto abgewandelten James-Bond-Filmtitel „No time to stay“ auf. „Sie haben Ihre Ausbildung zum Agenten erfolgreich absolviert und die Lizenz zum Exit erreicht!“, und ergänzte: „So manche gute Note war Ihrem Goldfinger oder vielleicht doch dem Golden Eye zur Nachbarbank zu verdanken.“ Die „Drill Sergeants“ hätten angesichts des Prüfungs-Todes aber auch „ein Quantum Trost“ gespendet. „Mit dem Zeugnis habt ihr das Ticket für die Zukunft in der Hand“, stellte der Dritte Bürgermeister von Feldkirchen-Westerham, Josef Hupfauer, fest und fügte hinzu: „Ich wünsche Euch, dass Ihr alle eine Perspektive findet. Zeigt, was in Euch steckt. Ich möchte Euch motivieren, die Lust am Lernen nie zu verlieren.“

Schülersprecher Lorenz Weber würdigte „all die Menschen, die uns auf dem spannenden Weg begleitet haben“, besonders die Lehrer, „die unsere Wissensvermittler, Mentoren und manchmal sogar Therapeuten waren.“ Lobende Worte fand er auch für die „Steuermänner und -frauen dieses Bildungsschiffes, das uns sicher durch die Stürme der Prüfungen und die Gezeiten schulischer Veränderungen geführt hat.“ Sein abschließender Dank galt auch den Eltern und den Mitschülern.

Herausforderungen
gemeistert

„Ihr habt in den letzten Jahren nicht nur mathematische Formeln oder literarische Werke kennengelernt, sondern auch erfahren, wie man Herausforderungen meistert, Freundschaften pflegt und Verantwortung übernimmt“, betonte der Elternbeiratsvorsitzende Florian Kettl.

Christoph Cernay, Mitglied des Vorstandes des Fördervereins, erklärte: „Heute ist das gestern von morgen.“ Er riet den Schulabgängern, „seid offen für Neues und habt Vertrauen in Euch“ und zitierte Platon: „Der Weise lernt aus allem und von jedem, der Normale lernt aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.“

Vor der Übergabe der Zeugnisse an die vier Abschlussklassen wurden noch ein paar besondere Ehrungen vorgenommen (siehe Kasten).

Eingebettet in die Feier war ein vielbeklatschtes musikalisches Programm. Die „Murkey Monkeys“ spielten unter anderem den „Vierteljahrhundert Dreiviertler“ und „The bare necessities“, der Schulchor sang „Count on me“ und „Love my life“, die Schulband ließ die „James-Bond“-Themamelodie und „Played-A-Live“ erklingen und der Lehrerchor stimmte „Vois sur ton chemin“ und „It’s my life“ an.

Besondere Auszeichnungen

Artikel 1 von 11