Tonnenschwere Grubenlok aufgegleist

von Redaktion

Schaubergwerk in Deisenried schreitet voran – Offizielle Eröffnung Anfang 2025

Bad Feilnbach/Deisenried – Das Schaubergwerk „Wetterstollen Deisenried“ nimmt Formen an. Der Innenausbau sowie die Gestaltung der Außenanlagen einschließlich Empfangsgebäude sind weit fortgeschritten. Eine besondere Attraktion ist eine 14 Tonnen schwere Grubenlok, die künftig auf die bewegende, heimische Bergbaugeschichte hinweisen soll.

Präzision
ist gefragt

Mit Spannung verfolgten Stefan Deingruber, Bürgermeister der Gemeinde Fischbachau, Geschäftsleiter Felix Stahl und Bauamtsleiter Joseph Soyer sowie Johann Obermeier, stellvertretender Leiter „Kur und Tourismus“ Bad Feilnbach, die Aufgleisaktion. Mit konzentrierter Präzision setzte Markus Huber vom gleichnamigen Mobilkranunternehmen aus Bad Feilnbach „ehrenamtlich“ das eiserne Prachtstück auf die Schienen. Den Sockel errichtete im Vorfeld eine aus Fischbachau stammende Tiefbaufirma.

Wie Martin Schmid, Vorsitzender des Barbaravereins Leitzachtal und an der Aktion aus privaten Gründen verhindert, telefonisch erläuterte, sei mit dem Aufsetzen des Maschinenblocks vom Grubenlokhersteller Rensmann ein erster Schritt erfolgt. Weiter folgen Arbeiten am einst 170 PS starken John-Deere-Dieselmotor mit Abgaswaschanlage, die für das Befahren des Wetterstollens zum Sicherheitsstandard gehörte. Die Grubenlok ist eine Spende und stammt aus dem Fundus der ehemaligen Steinkohlenzeche Auguste Victoria in Marl bei Gelsenkirchen, die 2015 stillgelegt wurde. 2017 fand der Koloss mittels Schwertransporter den Weg zu den Kumpeln vom Barbaraverein nach Deisenried. Dort wartete sie sieben Jahre geduldig auf ihre Wiederverwendung als Stück heimatlicher Bergbaugeschichte. Zwei Führerstandkabinen ergänzen in Kürze den Maschinenblock. Die Schrauben sind Schmid zufolge inzwischen entrostet, demnächst werden sämtliche Gewinde funktionstüchtig aufbereitet. Ergänzt wird das Antriebsgerät noch durch einen sogenannten „Hund“ (Lore).

Zuversichtlich und voller Hoffnung sehen Martin Schmid sowie die kooperierenden Gemeinden Fischbachau und Bad Feilnbach der Fertigstellung des „Leader“ geförderten Projekts im kommenden November entgegen. Entsprechend geltenden Förderrichtlinien müssen bis Ende 2024 sämtliche Rechnungen beglichen werden. Mit der Umsetzung des herausfordernden Projekts „Schauwetterstollen Deisenried“ entstehe aus
touristischer Sicht, laut Bürgermeister Deingruber, eine lukrative Schlechtwetter-Alternative für beide Gemeinden. Außerdem leiste die Einrichtung einen wichtigen Beitrag, Schülern und jungen Bürgern die Geschichte des heimischen Bergbaus als kulturelles Erbe nahezubringen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Offizielle
Eröffnung 2025

Stolz seien beide Kommunen auf die Mitglieder des Barbaravereins sowie auf die Firmen aus der Region, die sich am musealen Ausbau beteiligten. Der Wetterstollen diente einst zur Versorgung des Bergwerks mit frischer Luft. Mit einem herzlichen „Glück auf“ soll die offizielle Eröffnung Anfang 2025 stattfinden.

Der Bergmannsverein „St. Barbara Leitzachtal“ wurde 1932 als eigener Verein im Leitzachtal, herausgelöst aus dem Bergmannsverein „Hausham“, gegründet. Ziel war die Pflege und Erhalt der Tradition und Geschichte des Bergbaus in der Region, deren Stollengebilde einst bis nach Au in der Gemeinde Bad Feilnbach reichte.

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