Lehrerin aus Leidenschaft

von Redaktion

Gabriele Ritter verlässt nach 30 Jahren die Holnstainer Grundschule

Bruckmühl – Nach 30 Jahren an der Holnstainer Grundschule wechselt Gabriele Ritter in den Ruhestand. So etwas nennt man wohl „berufliche Nachhaltigkeit“. Jetzt verabschiedet sie sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie sie im Gespräch mit dem Mangfall-Boten verrät.

Schon als Erstklässlerin da

Die „Lehrerin aus Leidenschaft“ ist in Bad Aibling geboren und in Bruckmühl aufgewachsen. Ihre schulische Laufbahn begann bereits an ihrer späteren Wirkungsstätte. Als Erstklässlerin an der damaligen „Volksschule Bruckmühl“, heute ein Gebäudeteil der Realschule. Von dort wechselte sie an die Wilhelm-Leibl-
Realschule Bad Aibling, denn die Bruckmühler Realschule gab es damals noch nicht. Danach durchlief sie die Fachakademie für Hauswirtschaft in Miesbach und unternahm einen kurzen beruflichen Ausflug in die freie Wirtschaft. „Das geschah aus finanziellen Gründen, aber eigentlich wollte ich schon immer ins Lehrfach“, verrät sie im Gespräch. Am Staatsinstitut in München-Pasing absolvierte sie schließlich ihre Ausbildung zur „Fachlehrerin für Hauswirtschaft und Handarbeit (HH)“ (heute: „Ernähren und Gestalten (EG)“). Nach ihrem Referendariat an der Grund- und Hauptschule Feldkirchen-Westerham sowie der Beendigung des Einsatzes als „mobile Reserve“ kam sie im Schuljahr 1994/ 1995 an ihre „Stammschule“ in Bruckmühl.

Unterricht hat
sich verändert

Auf die Frage nach Veränderungen in ihrem Aufgabengebiet als Fachlehrerin führt sie an, dass die Schülergruppen im Fachunterricht größer und die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder zum Teil weniger geworden sind. Auch die sprachliche Verständigung mit Schulkindern, die einen Migrationshintergrund haben, sei manchmal schwierig. Dafür gebe es heutzutage bessere technische Möglichkeiten, wie beispielsweise die Projektion einer manuellen Tätigkeit mittels Dokumentenkamera auf einen Großbildschirm und das Erzeugen von Videos.

„Außerdem war ich 25 Jahre lang zusammen mit einigen Kollegen an der Erstellung des Stundenplans für die Holnstainer Grundschule beteiligt“, schildert sie und fügt hinzu: „Da gab es manch unliebsame Überraschung durch kurzfristige Personalwechsel oder Ausfälle, die das ganze mühsam erstellte Konstrukt zum Einsturz brachten.“

In ausgesprochen heiterer Erinnerung ist ihr eine überraschende Begegnung in Niederbayern geblieben. „Als mobile Reserve habe ich vor Jahren eine Klasse aus Feldkirchen-Westerham in einem Schullandheim begleitet. Auf einer Wanderung im Nationalpark Bayerischer Wald kam uns plötzlich eine Schulklasse aus Schönau entgegen, die ich im Vorjahr unterrichtet hatte. Die Schönauer Schüler grüßten mich ganz höflich mit meinem Namen, was die Feldkirchner Schüler sehr stark ins Grübeln brachte, ob der Tatsache, dass ihre Lehrerin bis in den Bayerischen Wald bekannt ist.“

In ihrem Ruhestand kann sich Gabriele Ritter dann intensiver ihren Hobbys widmen. Dazu zählen unter anderem lesen, radeln und Teddybären nähen. Konkrete Pläne für die Zeit nach dem Schuldienst hat sie aber noch nicht: „Zuerst mal ausspannen, und dann schaue ich weiter“, erklärt sie abschließend.

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