Amerang/Bernau – In den vergangenen Wochen trainierten in den Fachkliniken der Medical Park Kliniken die Olympioniken. Aus der Region ging es nach Paris. Kurz vor dem Start der Olympischen Sommerspiele haben wir hinter die Kulissen geschaut.
Anlaufpunkt
für Spitzensportler
Es wuselt im ambulanten Trainingsraum des Medical Parks in Bernau am Chiemsee. An unterschiedlichsten Geräten trainieren die Reha-Patienten, bauen nach Verletzungen und Operationen ihre Muskelkraft wieder auf.
Dazwischen trainiert Katharina Bauer, Olympia-Bogenschützin aus Raubling. Seit Jahren ist der Klinikbetreiber Medical Park aus Amerang wichtiger Anlaufpunkt für die Spitzensportler der Region.
Skispringer, Eisschnellläufer, Leichtathleten werden hier behandelt, betreut und auf Wettkämpfe vorbereitet. Kurz vor den Olympischen Spielen in Paris, die am gestrigen Freitag starteten, befindet sich auch Bauer noch hier. Sozusagen, um sich den „letzten Schliff“ zu holen.
Seit eineinhalb Jahren, erzählt Bauer, trainiere sie hier in Bernau. Eine Verletzung an der Hand, eine Zerrung am Knorpel-Band Diskus, machte ihr damals zu schaffen. Bauer wurde an das Reha-Zentrum Medical Park verwiesen, denn der Klinik-Betreiber ist offizieller Partner des Olympiastützpunkts Bayern. Insgesamt 13 Fachkliniken und fünf ambulante Reha- und Therapiezentren in Bayern, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen betreibt die Ameranger Klinikgruppe. In Bernau liegt der Fokus vor allem auf Orthopädie, Traumatologie und Sportmedizin. Perfekt also für Spitzensportler und Sportlerinnen wie Bauer.
Nach ihrer Verletzung habe ihr der Medical Park bei der Genesung sehr geholfen. Inzwischen sei alles ziemlich ausgeheilt, dennoch komme sie noch regelmäßig für Physio- und andere ambulante Therapien her. Mit einer Apparatur, ausgestattet mit Gewichten und Laser, kann sie beispielsweise ihre Muskeln trainieren und ihre Zielgenauigkeit testen. „Wenn es zwickt, können wir hier schauen, was man verbessern oder anders machen kann“, sagt die 28-Jährige. Bogenschützen hätten insbesondere im Schulterbereich eine hohe Verletzungsgefahr. „Hier wird zum Beispiel geschaut, dass die Schulterblätter sich ständig nah an der Wirbelsäule befinden“, erklärt sie. „Ich fühle mich hier wirklich gut aufgehoben“, sagt Bauer.
Kein Wunder. Therapieleiter Sebastian Stemmler kennt sich aus im Spitzensport. Drei Jahre lang hat er die Abfahrtsmannschaft des deutschen Skiteams begleitet und betreut, war in unterschiedlichen Trainingslagern mit dabei. Oft, sagt er, sei es ein enges, fast freundschaftliches Verhältnis, das die Sportler mit den Therapeuten entwickeln würden. Entsprechend könne nicht jeder die Tätigkeit ausführen. „Es braucht ein Vertrauensverhältnis und es gehört auch eine gewisse Verschwiegenheit dazu“, sagt Stemmler.
Eine Ehre, Profis
begleiten zu dürfen
Auch eine Zusatzausbildung zum Sportphysiotherapeuten sei nötig, um die Spitzensportler betreuen zu dürfen und die Bereitschaft, auch außerhalb der „normalen“ Arbeitszeiten im Einsatz zu sein. Denn Wettkampf-Phasen, wie jetzt Olympia, seien für die Therapeuten sehr zeitintensiv. „Die Therapeuten vor Ort müssen bereit sein, Anwendungen nach den Wettkämpfen, teils um 23 Uhr, durchzuführen. Das ist keine Seltenheit“, sagt er. Für Stemmler war und ist es jedoch weiterhin „eine Ehre“, die Profis in ihrer Karriere begleiten zu dürfen. „Für mich ist das eine besondere Auszeichnung“, sagt er. „Und man freut sich auch für die Athleten, wenn diese einen Erfolg verzeichnen können.“ Denn als Therapeut sei man ja auch Teil des Teams.