Feldkirchen-Westerham – „Heimatspektakel“, so hieß ein einmaliges Projekt des Kabarettisten Stefan Kröll, das er zusammen mit der Aktiven-Gruppe des Trachtenvereins „D‘ Mangfalltaler“ Westerham im Rahmen der Festwoche anlässlich des 125-jährigen Gründungsjubiläums auf die Bühne gebracht hat. Den Zuschauer erwartete eine spannende, humorvolle Reise durch die Heimat, gefüllt mit besonderen Geschichten, Anekdoten und Geheimnissen aus der Region.
Stefan Kröll führte durch das Leben von Trachtlern, Bauern, Holzknechten und Haberfeldtreibern. Er erzählte vom großen Vereins- Vater „Thomas Bacher“ und seiner aufregenden Zeit als Haberermeister, seiner Gefängniszeit und Heimkehr. Spielerisch und musikalisch inszeniert wurde dieses Stück von den Mitgliedern der Aktiven Gruppe der Westerhamer Trachtler. Eindrucksvoll vielseitig in Musik und Gesang präsentierten sich die jungen Trachtlerinnen und Trachtler und formten dieses Projekt mit ihrem großen Können zu einem lebendigen Musik-Theater.
Viele Monate wurde an diesem Stück geschrieben. Für die Erzähltexte und die Dramaturgie war Stefan Kröll verantwortlich. Die Musik und die Liedtexte stammen von der Aktiven Gruppe des Westerhamer Trachtenvereins. Sie stellten sich zudem als Darsteller, Sänger und Musikanten zur Verfügung. Im ausverkauften Festzelt war es mucksmäuschenstill und alle Zuschauer folgten gebannt den fast 50 Mitwirkenden.
Es war ein Abend voller Historie und musikalischer Vielfalt. Im ersten Teil führte Stefan Kröll mit Humor durch die Welt der Tracht und bot den Anwesenden einen Einblick in deren Entstehung und Hintergründe. Nach der Pause wurden alle in die Welt des Haberfeldtreibens entführt. Stefan Kröll erläuterte den Hintergrund und wie gefährlich die Zugehörigkeit zum Habererbund war, als plötzlich eine Gruppe dunkel gekleideter Haberer mit langen Bärten und diversen Gerätschaften ins Zelt einzog und ein Haberfeldtreiben nachstellte. Die Zeit der Haft des Vereins-Vaters und letzten Haberermeisters Thomas Bacher und dessen anschließende Heimkehr bildete die Abschlussszene. Ein wahrlich großartiges Stück, das nur für diesen Abend geschrieben und nur ein einziges Mal zur Aufführung kam, wurde mit tosendem Applaus belohnt.