Bad Feilnbach – Der Haushalt der Gemeinde hat ein Volumen von über 37 Millionen Euro, aber wofür gibt die Gemeinde Geld aus? Ein Blick in das Zahlenwerk verrät es. Rund 26,2 Millionen Euro umfasst der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Bad Feilnbach – die laufenden Einnahmen und Ausgaben werden damit bestritten.
Unterteilt in
vier Kategorien
In vier Kategorien werden dabei die Ausgaben eingeteilt, die es braucht, um die Aufgaben einer Gemeinde zu erfüllen. Die Ausgaben werden in Personal- und Sachausgaben, Zuschüsse und Zuweisungen und sonstige Finanzausgaben eingeteilt. Fast 11,6 Millionen Euro betragen die Sachausgaben, die als „sächlicher Verwaltungs- und Betriebsaufwand“ betitelt werden. Größter Posten darin sind mit 3,6 Millionen Euro die kalkulatorischen Kosten wie Zinsen und Abschreibungen für rechnerische Zwecke. Geld fließt hier tatsächlich nicht.
Leistungen
intern umgebucht
Auch bei der Erstattung von Verwaltungs- und Betriebsausgaben in Höhe von 1,5 Millionen Euro fließt kein Geld, hier werden intern Leistungen umgebucht, um die Kosten der einzelnen Bereiche darstellen zu können, wenn beispielsweise die Mitarbeiter des Bauhofs Tätigkeiten für die gemeindliche Wasserversorgung übernehmen. Die Inflation und die Teuerung bei den Energiepreisen bekommt auch die Gemeinde zu spüren. Bei den Sachausgaben der Hauptgruppe 5, also beispielsweise dem Unterhalt und der Bewirtschaftung der Grundstücke und Gebäude, der Haltung von Fahrzeugen und der Beschaffung von Geräten und Ausstattungsgegenständen, erhöhten sich die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr teils deutlich. Während in der Hauptgruppe 5 letztes Jahr 2,8 Millionen Euro angesetzt waren, mussten heuer bereits 3,2 Millionen Euro eingeplant werden. Eine deutliche Mehrung ergab sich auch in der Hauptgruppe 6 bei den Sachausgaben. Im vergangenen Jahr waren 7,2 Millionen Euro eingeplant, heuer sind es bereits 8,3 Millionen Euro. Deutlichstes Plus hier: Steuern und Versicherungen, die von 575800 Euro auf 1,02 Millionen Euro anstiegen. Grund dafür: die Investitionen in Bereiche, bei denen die Gemeinde Vorsteuer entrichtet, wie etwa die Sanierung des Hochbehälters Rabenstein und des Schwimmbads Bad Feilnbach. Großer Bestandteil der Ausgabenseite sind auch die Kosten für das Personal. Rund 6,74 Millionen Euro plant die Kämmerei für Löhne und Gehälter, die Beiträge zur Sozialversicherung, zu den Versorgungskassen und den Aufwendungen für ehrenamtliche Tätigkeit (wie etwa den Verdienstausfall von Feuerwehrleuten) ein. Im vergangenen Jahr lag der Ansatz dafür noch unter 6 Millionen Euro. Geschuldet ist dies den Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst und dem Personalmehrbedarf, insbesondere in den Kindertagesstätten. Diese Einrichtungen machen auch den Großteil der Zuschüsse und Zuweisungen in Hauptgruppe 7 aus, die mit 1,5 Millionen auf Vorjahresniveau bleibt. Hier handelt es sich zum großen Teil um die Weiterleitung von Landesmitteln an die Kindergärten, die nicht in Trägerschaft der Gemeinde stehen.
Kreisumlage deutlich
über dem Vorjahr
Fast ein Viertel aller Ausgaben des Verwaltungshaushalts fällt in den Bereich „Sonstige Finanzausgaben“, der mit knapp 6,4 Millionen Euro zu Buche schlägt, eine Minderung von rund einer Million gegenüber dem Vorjahr. Hier fallen zwei Posten ins Auge, nämlich die Kreisumlage, die mit 5,38 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresansatz von 4,78 Millionen Euro liegt. Die Kreisumlage bezahlen die Gemeinden an den Landkreis, um dessen Ausgaben zu finanzieren. Ein deutliches Minus ergab sich, wie berichtet, bei der Zuführung zum Vermögenshaushalt, also dem „Abschöpfen“ der Einnahmen.
Hoffnung auf
besseres Ergebnis
Im vergangenen Jahr konnten dem Vermögenshaushalt noch rund 2 Millionen Euro zugeführt werden, heuer rechnet man mit einer Zuführung von lediglich 275300 Euro – ein Ausdruck der sehr knappen Finanzlage Bad Feilnbachs. Hier hoffen die Beteiligten wie in den vergangenen Jahren auf ein besseres Ergebnis, als es die Planungen vorsehen.