Bruckmühl – Eine Einfädelspur vom Modehaus Schmid auf die Staatsstraße 2078, eine Ampelanlage an der Einfahrt auf den Kundenparkplatz oder sogar ein Kreisverkehr, der auch die Ein- und Ausfahrtsituation am quasi gegenüberliegenden Fachgeschäft für Tierbedarf verbessert – nach dem tödlichen Unfall Mitte Juni an der Staatsstraße 2078 bei Heufeld gab es viele Vorschläge seitens der OVB-Leser, um die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer zu verbessern.
Veränderungen
sind nicht geplant
Jetzt hat sich auch das Staatliche Bauamt Rosenheim zu den Ideen geäußert. „Derzeit sind in diesem Bereich keine baulichen Veränderungen geplant“, erteilte Pressesprecherin Ursula Lampe den Leserwünschen zunächst eine Absage. Die Frage nach der Sicherheit von Verkehrsteilnehmern an der Staatsstraße 2078 bei Heufeld, die dort als Münchener Straße verläuft, war in den Fokus gerückt, nachdem am Mittwoch, 19. Juni, eine 82-jährige Autofahrerin aus Bruckmühl dort tödlich verunglückt war. Die Frau hatte beim Ausfahren vom Kundenparkplatz auf die Staatsstraße 2078 den Lkw eines 46-jährigen Rumänen übersehen, der in Richtung Bad Aibling unterwegs war. Beim Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge erlitt die 82-Jährige tödliche Verletzungen, der 46-Jährige wurde leicht verletzt. Um das Gefahrenpotenzial auf diesem Streckenabschnitt zu verringern, hatte die für die Region zuständige Unfallkommission, die sich aus Vertretern von Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Staatlichem Bauamt zusammensetzt und „unfallbegünstigte Straßenbereiche“ identifizieren soll, bereits 2023 eine Temporeduzierung von einst 80 auf 60 km/h vorgeschlagen. Diese wurde Ende Oktober 2023 dort dann auch eingeführt. Eine neue Geschwindigkeitsbeschränkung, die nach Angaben des Staatlichen Bauamts aber „nicht ausreichend wahrgenommen“ worden sei, weshalb vor wenigen Wochen schließlich großflächigere und damit auffälligere Schilder aufgestellt worden sind, „um die Geschwindigkeitsbegrenzung sichtbarer zu machen“. Diese Schilder tragen nun neben der Aufschrift „60“ fürs Tempolimit den Zusatz „Unfallstelle“. Doch auch wenn dort Auto- und Radfahrer mittlerweile auf eine „Unfallstelle“ hingewiesen werden – vermehrt zu Zusammenstößen ist es dort nach Angaben des Staatlichen Bauamts in der Vergangenheit nicht gekommen. „Der Bereich wird in der aktuellen Unfallkarte 2021/2023 aktuell nicht als Unfallhäufungspunkt geführt“, erklärt Lampe, wieso es derzeit keine Überlegungen zu möglichen Umbaumaßnahmen gäbe.
Unfälle werden detailliert registriert
Was sich nach Angaben der Behördensprecherin aber auch ändern könnte. Denn der Streckenabschnitt werde weiterhin von der Unfallkommission beobachtet. So gäbe es dann „über bauliche Veränderungen hinaus“ auch „verkehrsrechtliche Möglichkeiten“, die ergriffen werden könnten, „wenn sich an einer Stelle zunehmend mehr Unfälle ereignen“. Lampe: „Sämtliche Unfälle aus diesem Jahr werden zudem detailliert registriert und fließen in den nächsten Betrachtungszeitraum ein.“