„Bauarbeiten gehen zügig voran“

von Redaktion

Erweiterungsbau der Rupert-Egenberger-Schule planmäßig – Anwohner übt Kritik

Bad Aibling – Die Bauarbeiten an der Rupert-Egernberger-Schule, einem Großprojekt für rund 18 Millionen Euro, sind in vollem Gange. An der Krankenhausstraße 5 werden die Standorte des Sonderpädagogischen Förderzentrums derzeit durch einen Erweiterungsbau zentral zusammengeführt. Nachdem die Bauarbeiten im Februar dieses Jahres begonnen hatten, stellt sich nun die Frage, wie es um den aktuellen Baufortschritt steht und was aus der harschen Anwohner-Kritik geworden ist, die zu Beginn der Baumaßnahmen laut wurde.

Parkplatz für
Anbau genutzt

Doch der Reihe nach: Für die Schulfamilie ist die große Investition des Landratsamtes eine durchwegs positive Nachricht. Das bestehende Schulareal wird um einen neuen Baukörper auf der bisherigen Parkplatzfläche ergänzt. Der Bestandsbau bleibt dabei unberührt, das ursprünglich als Kfz-Zulassungsstelle konzipierte Erdgeschoss soll in diesem Zuge für die schulische Nutzung adaptiert werden, erklärte zu Beginn das Landratsamt Rosenheim. Die Erschließung des Schulgebäudes sowie die Außenanlagen werden behindertengerecht ausgeführt.

Wie Pressesprecherin Sybille Gaßner-Nickl nun auf Nachfrage des Mangfall-Boten mitteilt, gehen die Bauarbeiten aktuell zügig voran. „Die anfänglichen Probleme beim Aushub und der Baugrubensicherungen haben sich nicht auf die Bauzeit ausgewirkt“, betont die Sprecherin. Die Rohbauarbeiten beim Betonbau würden wie vorgesehen Ende August fertiggestellt. Anfang September starte dann der Holzbau. „Dieser dauert bis Ende des Jahres“, so Gaßner-Nickl. Die Restarbeiten seien für Januar 2025 geplant, sofern die Witterung keine Probleme macht.

Ab Mitte oder Ende Januar starten überdies die Dachdeckerarbeiten sowie der Fenster- und Fassadenbau. Ab Ende Februar/Anfang März, so das Landratsamt, soll mit dem Innenausbau gestartet werden. Und Gaßner-Nickl stellt klar: „Die Arbeiten sind im Terminplan derzeit ohne Verzögerungen.“ Dabei lägen die Herausforderung in erster Linie „in der sehr beschränkten Baustellenfläche“. So liegt an der Westseite die Krankenhausstraße, an der Südseite die Zufahrt zum Personalwohnheim und zur Schule. „Insgesamt ist also der Platz für Lagerung, sowie für die An- und Abfahrt sehr eingeschränkt.“

Ein Thema, welches bereits zu Beginn der Bauzeit für Diskussionen sorgte. So war etwa die Aufregung in dem auf dem Areal befindlichen Personalwohnheim für Mitarbeiter der Romed GmbH in Teilen groß. Mit Sorge blickten Betroffene dort gegenüber dem Mangfall-Boten auf die bevorstehende Bauphase.

Vom Leben außenrum abgeschnitten

So auch insbesondere Peter Nietmann, einer der Bewohner der 18 Appartements. Sein Ärger begann, als zwei Schreiben des Landratsamtes bei ihm eingetroffen waren, in denen auf die Sperrung der zur Anlage gehörenden Tiefgarage und den Wegfall der Stellplätze vor dem Personalwohnheim hingewiesen wurde.

Zudem beklagte der gehbehinderte Rentner, keinen vernünftigen Zugang mehr zur Wohnanlage zu haben und durch die Aufstellung von Bauzäunen und Containern vom Leben außen herum abgeschnitten zu werden. Außerdem befürchtete er, dass der Hauptzugang im Zuge der Baustelle genauso wenig nutzbar sein werde „wie der Zugang zu unseren Briefkästen“, so der Rentner damals. Das Landratsamt wies diese Vorwürfe im Februar allesamt zurück und versicherte, dass keinesfalls Briefkästen und Wohnzugänge gesperrt oder gar abgebaut würden. Und jetzt, ein halbes Jahr später?

Wie Gaßner-Nickl auf erneute Anfrage des Mangfall-Boten erklärt, fänden die Baumaßnahmen „in engem Austausch mit den Anwohnern statt“. Die ausführende Baufirma sei zudem mit den Haustechnikern und den Bewohnern in Kontakt und informiere zeitgerecht bei etwaigen Einschränkungen. Weder Briefkästen wurden abgebaut noch werden Wohnzugänge gesperrt. Vereinzelt müsse die Zufahrtsstraße kurzzeitig gesperrt werden, wenn Anlieferungen stattfinden. „Wenn Sperren tageweise nötig sind, geschieht dies immer in Absprache mit den Bewohnern“, so Gaßner-Nickl.

Doch Anwohner Peter Nietmann ist mit dem Sachverhalt auch nach Monaten keinesfalls zufrieden. Zwar macht auch er deutlich, dass es hinsichtlich der Baustellen-Situation zwischenzeitlich „ganz gut lief“, was auch mit dem intensiven Austausch mit der zuständigen Bauleitung zusammenhing. Laut eigenen Angaben habe er jedoch sogar seinen Job als Busfahrer als Folge seiner kritischen Haltung verloren. Er vermutet, dass die Behörde ihn als „Erzfeind Nummer eins“ ansieht, weswegen er nun sogar um seine Wohnung, in der er seit 14 Jahren lebt, fürchtet. Das „Chaos“ gehe jetzt in eine neue Runde. Denn: „Seit gestern hat das Landratsamt einfach Parkverbotsschilder aufgestellt“, sagte Nietmann Ende der vergangenen Woche.

„Diskriminierung
von Gehbehinderten“

Bislang habe er, in Absprache mit der Bauleitung, vor dem Gebäude über Nacht mit seinem Auto parken können. Durch die neu aufgestellten Schilder sei dies nicht mehr möglich. „Das ist eine Diskriminierung von Gehbehinderten“, empört sich der Anwohner, der sich bereits beim Landratsamt beschwert habe. Denn für ihn sei es eine große Herausforderung, jedes Mal von dem einige hundert Meter entfernten Ausweich-Parkplatz zu seiner Wohnung zu laufen.

Gaßner-Nickl teilte hierzu auf erneute Nachfrage mit, dass es seit Baubeginn immer Parkverbotsschilder gegeben habe. „Nun handelt es sich um eine Erweiterung, wonach widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge abgeschleppt werden können.“ Hintergrund sei die Zufahrt zur Schule. Da der Anwohner den Wendehammer als Parkplatz nutze, werde die Zufahrt eingeschränkt. Die sei etwa für die Zulieferung vom Mittagessen problematisch.

Die Pressesprecherin des Landratsamtes betont, dass man um ein „gegenseitiges Verständnis“ bemüht sei. Es sei durchaus bekannt, dass die Baustelle aufgrund des mangelnden Platzes zu Einschränkungen führe. Die Zufahrt zur Schule müsse jedoch dennoch gewährleistet werden. Zumal trotz Ferienzeit davon etwa auch der Kindergarten betroffen sei.

Es bleibt also zu befürchten, dass die Fronten, solange die Baumaßnahmen andauern, verhärtet bleiben.

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