Bauausschuss gibt grünes Licht für Großprojekt

von Redaktion

Auf 12000 Quadratmeter soll Lebensmittel-Umschlaglager entstehen – Ausbau der Aiblinger Straße führt zu Diskussionen

Feldkirchen-Westerham – Die beiden Ortschaften Westerham und Feldolling wachsen immer mehr zusammen, die noch bebaubaren Grundstücke werden weniger. Diese Entwicklung setzt sich auch aktuell rasant fort. Jetzt hat der Bauausschuss den Vorbescheid für ein Vorhaben auf den Weg gebracht, das schon allein wegen seiner Abmessungen als Großprojekt bezeichnet werden kann. Auf der über 12000 Quadratmeter großen Fläche zwischen dem Gewerbegebiet Weidach III (Walter-Gessner-Straße) und dem Sondergebiet Nahversorgung Westerham (Edeka, Aldi, DM) soll eine 85 Meter lange, 37 Meter breite und acht Meter hohe Halle errichtet werden. Laut Beschlussvorlage sollen für dieses Lebensmittel-Umschlaglager auch Stellplätze für 15 Lkw und 51 Pkw angelegt werden. Wesentliche Auflagen dieses Vorbescheids sind, dass beispielsweise für diesen Bereich, zu dem diese 12000 Quadratmeter gehören, der Gemeinderat Ende April eine Veränderungssperre erlassen hat. Hintergrund: Nur etwa 100 Meter Luftlinie entfernt, soll eine Unterkunft für 160 Geflüchtete gebaut werden. Dieses planerische Hindernis ist jetzt für dieses Grundstück aufgehoben worden. Zu berücksichtigen ist auch der seit vielen Jahren geplante Ausbau der Aiblinger Straße. Diese wird den stetig steigenden Anforderungen nicht mehr gerecht. Über den aktuellen Stand gehen die Meinungen auseinander. Wörtlich schreibt die Bauverwaltung in der Beschlussvorlage: „Die Fläche an der Aiblinger Straße, die die Gemeinde für den Ausbau benötigt, wird in der Planung freigehalten.“ Und weiter: „Bezüglich des Ausbaus der Aiblinger Straße steht die Verwaltung in Verhandlung mit dem Eigentümer wegen des benötigten Grundstücks. Die Abtretung der Fläche wurde bereits zugesagt.“ Von dieser indirekten Zusage scheinen nicht alle Mandatsträger überzeugt zu sein. Elisabeth Spielmann (Grüne) und auch ihr Fraktionskollege Thomas Henties erinnerten an die lange Zeit, seit der die Aiblinger Straße in der Warteschleife verweilt. Ihre Meinung zum Vorbescheid: ein klares Nein. Lisa Steingraber (CSU) fasste ihre Ablehnung in einem Satz zusammen: „Mir sind das zu viele zusätzliche Lkw, Westerham ist verkehrsmäßig seit Jahren völlig überlastet.“ Bürgermeister Johannes Zistl holte weiter aus. Den beantragten Vorbescheid wertete er als „Sechser“, mindestens „Fünfer“ im Lotto. Seine Begründung: „Ein seit Jahrzehnten geführtes deutsches Unternehmen mit besten Referenzen, um das sich der Chef noch persönlich kümmert.“ Weniger euphorisch war seine Aussage zum Ausbau der Aiblinger Straße: „Von den Verhandlungen mit mindestens zehn betroffenen Grundstücksbesitzern sind viele noch nicht abgeschlossen.“ Sein Zeitfenster für die Fertigstellung des Ausbaus: „drei Jahre.“ „Den Vorbescheid ablehnen, wäre nicht möglich gewesen, der Antragsteller konnte auf ein Baurecht verweisen“, so der Bürgermeister. Der Vorbescheid und die Aufhebung der Veränderungssperre wurden mit acht zu drei Stimmen befürwortet. me

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