Tuntenhausen – In Sindlhausen feierte Gertrud Vogt ihren 90. Geburtstag. Unter den Gratulanten war auch die Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde, Maria Breuer. Bei ihrem Besuch entwickelte sich im Wintergarten schnell ein nettes Gespräch, denn die geistig fitte Jubilarin blickt auf ein bewegtes Leben zurück.
In der Gemeinde lebt sie schon seit über 50 Jahren, sie ist mit ihrem Mann im Olympiajahr 1972 hierher gezogen. 40 Jahre lang habe sie immer fleißig gearbeitet und nie Urlaub gemacht. Die gelernte Buchbinderin war immer gesund und musste erst im Rentenalter das ein oder andere Mal den Doktor aufsuchen.
Besonders prägend seien die Kriegsereignisse für sie gewesen, denn gerade in Schweinfurt, wo sie aufgewachsen ist, gab es viele Angriffe. Ihren Ehemann lernte die Jubilarin schon im Kindergarten kennen. Gemeinsam gingen sie auch in die Schule. 1955 heirateten die beiden, und nach einem kurzen Intermezzo in Würzburg zogen sie nach München. Mit ihrem Mann Dieter, der vergangenes Jahr seinen 90. Geburtstag feierte, lebt sie in ihrem Eigenheim in Sindlhausen. Besonders freue die beiden, dass sie von dort eine unverbaute Sicht in die Ferne genießen können. Vor allem ihr Ehemann wisse dies sehr zu schätzen, „keiner kann uns vor die Nase bauen.“ Von ihrer Terrasse sieht Gertrud Vogt jeden Tag die Basilika. „Früher sah man noch Tuntenhausen“, erklärte sie, aber mittlerweile verdecken die gewachsenen Bäume die Sicht. Nächstes Jahr ist das Ehepaar 70 Jahre verheiratet. „Wie nennt man diese Hochzeit?“, fragt die Jubilarin. Worauf Maria Breuer prompt antwortet: „Gnadenhochzeit, da kommen wir wieder.“ ws