Feldkirchen-Westerham – Seit 40 Jahren bestehen zwischen der westlichsten Landkreis-Gemeinde Feldkirchen-Westerham und Jallais in Frankreich partnerschaftliche Verbindungen. Nur wenig später, genauer gesagt nach fünf Jahren, kam Jenesien, ein schmuckes Bergdorf oberhalb von Bozen, dazu. Aus den anfänglich lockeren Kontakten mit den immerhin 1200 Kilometer entfernten Franzosen und den Südtirolern sind Freundschaften entstanden, die schon lange, in vielen Fällen sogar generationsübergreifend, anhalten.
Weinstöcke
gepflanzt
Dieses Doppeljubiläum wurde am vergangenen Wochenende in Feldkirchen, Westerham und Vagen gebührend gefeiert. Höhepunkt war die Ernennung der Obstbaumwiese mit dem Pavillon am Bahnübergang in Westerham zum „Platz der Partnerschaft“. Pastoralreferentin Monika Langer segnete den Platz, Weinstöcke wurden gepflanzt und an den Stelen die Symbole der drei Gemeinden enthüllt. In ihren nachdenklichen und tiefsinnigen Grußworten beschworen Bürgermeisterin Annik Braud aus Jallais, ihr Kollege aus Jenesien, Dr. Paul Romen, und Johannes Zistl als Gastgeber die tragenden Säulen dieser länderübergreifenden Partnerschaft. „Vertrauen und Verständnis füreinander sind die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander“, betonten sie.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner fasste alle von ihren Vorrednern geäußerten Wünsche und Beteuerungen in einem alles sagenden Satz zusammen: „Partnerschaften sind ein gut angelegtes Kapital, das Zinsen in Form von Freundschaft und Verständigung trägt.“ Rund um den Pavillon standen auch viele junge Leute, die sich von gegenseitigen Besuchen schon kannten.
Chorleiterin Elisabeth Stacheter war mit einer Schar Kinder gekommen, die herzhaft ihre Lieder sangen. Und die „Vonga Viererblosn“ spielte dazu schneidig auf. Natürlich rundete ein anschließender Besuch des Feldkirchener Volksfestes den Samstag ab.
Auch am Sonntag, beim Laurentiustag, der gleichzeitig der Tag der „klona Kirta“ in Feldkirchen ist, waren die Gäste zahlreich mit dabei. Pfarrer Baltharaju Banda begrüßte sie ganz herzlich in der vollen LaurentiusKirche.
„Vater unser“
in drei Sprachen
Eine zum Tag passende Idee des Pfarrers war es, das „Vater unser“ gleichzeitig in französischer, italienischer und deutscher Sprache zu beten. Anschließend fand im Pfarrgarten ein kleiner Stehempfang statt.
Nach dem Mittagessen im Festzelt statteten die französischen und Südtiroler Gäste den Vagenern einen Besuch ab. Aus gutem Grund: Bäckermeister Hubert Steffl hatte vor über 40 Jahren die ersten Kontakte mit Jallais hergestellt.
Die rund 60 Gäste aus Jallais waren schon am Freitag nach Feldkirchen-Westerham gekommen und nach dem herzlichen Empfang vor dem Rathaus von ihren Gastgeberfamilien abgeholt worden.
Für die Jenesier war es ein Tagesausflug, „lang und mit vielen bleibenden Erinnerungen“, wie sie vor ihrer Heimfahrt nach Südtirol noch einmal betonten.