„Ein bunter Strauß von Tönen“

von Redaktion

Chorgemeinschaft Bruckmühl feiert 125-jähriges Gründungsfest

Bruckmühl Ganz im Sinne des Konzertmottos erlebten die Zuhörer einen unterhaltsamen Abend mit der Chorgemeinschaft und dem Akkordeonisten Marinus Weidinger. Im bestens gefüllten Pfarrsaal stimmte der Chor das Publikum mit dem Stück „Gewiss heut sind die Schönsten nur gekommen“ auf den schwungvollen und heiteren Grundton des Abends ein. Nach der launigen Begrüßung durch den Vorsitzenden Sepp Wöstner erstaunten unter der musikalischen Gesamtleitung von Matthias Funke im raschen Wechsel der Chor und der Solist Marinus Weidinger mit einem äußerst vielseitigen musikalischen Repertoire.

Von Rap
bis Volkslieder

Zwischen den Auftritten lasen Mitglieder des Chores anlässlich des 125-jährigen Gründungsfestes Auszüge aus der Vereinschronik.

Die stilistischen Sprünge in der ganzen Bandbreite zwischen Rap, weiteren rhythmischen Maierhofer-Arrangements, internationalen Volksliedern, Gospel und Barbershop-Songs bis zu den Romantikern Brahms und Mendelssohn Bartholdy erforderten die ganze Konzentration des Chores. Begleitet und unterstützt von Marinus Weidinger am Piano beziehungsweise mit dem Akkordeon und motiviert von seinem mit vollem Einsatz agierenden Dirigenten Matthias Funke gelang es den Sängern, ihre eigene Freude am Musizieren überzeugend zum Ausdruck zu bringen und auf die Zuhörer zu übertragen. Der Profimusiker Marinus Weidinger hält dem Chor bereits seit neun Jahren bei dessen Auftritten die Treue. Sei es als Unterstützer in der Liedbegleitung, als Partner mit seinen Funky-Reflexions in unterschiedlichsten Besetzungen oder wie an diesem Abend als Solist. Seine Akkordeon-Solos bewegten sich diesmal wie die Chorlieder in einem enormen musikalischen Spektrum von Jazz über Pixners Blondinenwalzer bis Bill Haley, den Bravour-Galopp, ja und nicht zu vergessen auch bis zu Mendelssohn Bartholdy. Sein virtuoses Spiel mit unglaublichen Tempi begeisterte das Publikum und löste wiederholt enthusiastischen Beifall aus.

Die vorgetragenen Auszüge aus der Vereinschronik gaben Einblicke in die frühen Vereinsjahre. Der Zufall wollte es, dass im Jahre 1899 kurz nach der Vereinsgründung ein verheerendes Hochwasser der Mangfall auch in Bruckmühl Häuser zerstört oder schwer beschädigt hatte. So fand der erste Auftritt des damals noch reinen Männerchores im Rahmen einer Benefizveranstaltung zugunsten der Hochwassergeschädigten statt. Weitere Chronikauszüge befassten sich mit den damals wie heute noch aktuellen Freuden und Leiden des Vereinslebens. Anekdotenhafte Begebenheiten, aber oft allein schon die pathetische Ausdrucksweise der damaligen Chronisten boten dabei besten Unterhaltungswert und verleiteten das Publikum wiederholt zum Schmunzeln und Lachen.

Viel Beifall
fürs Programm

So bunt und kontrastreich das Programm war, es war ein stimmiger Ablauf und der Abend geriet äußerst kurzweilig. Beim abschließenden „Zottelmarsch“ – hier imitierten die Sänger ein ganzes Blasorchester – gaben Dirigent und Chor noch einmal alles. Dies galt auch für Marinus Weidinger mit seinem dazu passenden Abschlussstück, dem „Bravour-Galopp-Erinnerung an Zirkus Renz“.

Mit der Zugabe „Make Love Not War“ setzte der Chor einen Appell als Schlusspunkt. Die Besucher dankten mit lang anhaltendem Applaus. „Ein bunter Strauß von Tönen“ war bestens angekommen und hatte Publikum und Mitwirkende gleichermaßen erfreut.

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