Dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen

von Redaktion

Ganzheitliches Training für alle Altersgruppen – Regina Priller bietet ab September Kurse an

Feldkirchen-Westerham/Bad Aibling – In einer informationsüberfluteten Welt gewinnt das Ganzheitliche Gedächtnistraining immer mehr an Bedeutung. Eine Expertin auf diesem Gebiet ist die Feldkirchen-Westerhamerin Regina Priller, die seit vielen Jahren Menschen dabei unterstützt, ihre geistigen Fähigkeiten zu stärken und ihre Merkfähigkeit zu verbessern. Ab 4. September startet sie in Kooperation mit der AWO und der VHS wieder Kurse zum Ganzheitlichen Gedächtnistraining.

Sie unterrichten Ganzheitliches Gedächtnistraining (GGT) in verschiedenen Einrichtungen in Feldkirchen-Westerham und Bad Aibling.
Wie entstand die
Idee dahinter?

Den Ausschlag gab damals der Besuch der Veranstaltung des Gedächtnistrainers Markus Hofmann mit meinen Kindern in der Schule in Schwarzenfeld. In kürzester Zeit konnten wir uns unter anderem mit Anwendung der Loci-Lerntechnik die letzten 15 Präsidenten der Vereinigten Staaten merken. Ich weiß sie noch heute. Das hat mich neugierig gemacht, und so legte ich 2019 die Prüfung zum Gedächtnistrainer beim Bundesverband für Gedächtnistraining ab.

Was versteht man beim Gedächtnistraining unter dem ganzheitlichen Ansatz?

Ganzheitlich bedeutet, dass wir im Lernprozess umfänglich verschiedenste Fähigkeiten, wie unsere Bewegung, Wahrnehmung und Kommunikation fördern. Es bedeutet auch, dass in Verbindung mit körperlichem Training, zum Beispiel Koordinations- und Bewegungsübungen oder „Denken im Gehen“ die Durchblutung und der Stoffwechsel des Gehirns gefördert werden. Kommunikation untereinander haben positive Auswirkungen auf physische und psychische Befindlichkeit der Teilnehmer.

Für wen ist das
GGT geeignet?

GGT wird für verschiedene Gruppen angeboten. Kinder und Jugendliche lernen mit allen Sinnen, wodurch das Erlernte länger haften bleibt und soziale Kompetenzen durch Gruppenarbeit gefördert werden. Die verschiedenen Lernstrategien ermöglichen, vermehrt Wissen zu speichern und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Dabei spielen Fantasie und Kreativität eine wichtige Rolle. Ältere Erwachsene lernen, sich durch verschiedene Techniken Zahlen und Namen besser einzuprägen. Ab dem 30. Lebensjahr sinkt die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, jedoch werden auch im Alter immer neue Nervenverbindungen im Gehirn gebildet, sodass wir diese nutzen und ausbauen können. Diese Nervenverbindungen sind wie Autostraßen. Je öfter wir sie nutzen, desto besser vertieft sich das Gelernte.

Welche Ziele
verfolgt das GGT?

Das Ziel des GGT ist es, mit Spaß zu lernen, das heißt Wissensdurst, Neugier und Aha-Effekte zu fördern und dadurch Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Durch verschiedene Lerntechniken wie zum Beispiel der „Loci-Technik“ (Zuordnen einer längeren Abfolge von Dingen an bestimmte Orte, zum Beispiel an den eigenen Körperteilen) erhöht sich die Merkfähigkeit der Teilnehmer. Wir prägen uns größere Einkaufslisten, Vokabeln, Geschehnisse und vieles mehr durch diese Technik ein. Auch Zahlen werden durch Bilder ersetzt und Geschichten dazu gefunden, um sich die Abfolge der Ziffern leichter merken zu können. Es gibt die Major- oder Mastertechnik, die oft von Studenten bei der Verwendung von großen Daten- und Zahlenmengen angewendet wird.

Wie läuft das GGT ab?

Seit circa zehn Jahren gebe ich Kurse für ältere Erwachsene. Dabei lege ich den Fokus auf Konzentration, Merkfähigkeit, Wahrnehmung und logischem Denken. Lockerungsübungen, vor allem Koordinations- und Überkreuzbewegungen verschalten das Gehirn optimal. Zuhause kann man folgende Übung ausprobieren: Die rechte Hand ist gespreizt, die linke Hand als Faust auf die Brust gelegt. Beide Hände nun gleichzeitig mit gespreizten Fingern nach vorne strecken. Anschließend die linke Hand spreizen, rechte Hand als Faust wieder gleichzeitig zur Brust führen. Hände wieder wegspreizen vom Körper. Diese Übung immer abwechselnd. Automatisiert sich die Übung, hat das Gehirn diese Wechselbewegungen abgespeichert und wird nicht mehr gefordert. Es folgen schriftliches und mündliches Training. Wir arbeiten fehlerfreundlich und ohne Druck. Nach circa 45 Minuten baue ich eine kurze Entspannungsübung ein, um anschließend die Konzentration noch einmal zu erhöhen. Zum Abschluss gibt es eine „kleine Weisheit“ mit auf den Weg.

Gibt es noch andere
Themen im Kurs?

Wir sprechen auch darüber, was uns bewegt, zum Beispiel gesunde Ernährung allgemein und bei Erkrankungen. In unseren Gruppen herrscht eine offene, unterstützende Gemeinschaft, sodass jeder willkommen ist. Ab Anfang September starten wieder Dienstag und Mittwoch die Kurse in Feldkirchen-Westerham und Bad Aibling.

Weitere Auskünfte und Anmeldung zu den Kursen direkt bei Regina Priller über den AWO-Ortsverein Feldkirchen-Westerham unter Telefon 08063/509036.