„So nicht“ – Marktausschuss stoppt Umbau von Bauernhaus in Högling

von Redaktion

Zu groß, zu viele Wohnungen – Sanierungspläne finden keine Zustimmung – Landratsamt mit konträrer Einschätzung

Bruckmühl – Nicht begeistert zeigten sich die Mitglieder des Bruckmühler Marktausschusses in ihrer jüngsten Sitzung beim Tagesordnungspunkt „Sanierung eines denkmalgeschützten Bauernhauses mit Einbau von vier Wohnungen im Ortsteil Högling“. Mit dieser Einschätzung lagen sie aber gänzlich konträr zum Votum des Landratsamtes.

Nach kurzer und intensiver Diskussion war die Sachlage mit einem einstimmigen Beschluss dann aber klar abgesteckt: zu groß, zu viele Wohneinheiten, zu viele Parkplätze, schlechte optische Einfügung in das prägende Ortsbild, so nicht, nein. Markus Schwinghammer brachte das Plenum eingangs der Sitzung noch einmal „kurz auf Stand“.

Das denkmalgeschützte Anwesen an der Lindenstraße soll durch Renovierung des Wohnteils und den Ausbau des Wirtschaftsteils von Grund auf für vier neue Wohnungen saniert werden. Nach Darstellung des Bauamt-Fachmanns ist das Bestandsgebäude als Baudenkmal gekennzeichnet und befindet sich im Bereich des sogenannten „Ensembles Ortskern Högling“. Die erforderlichen Parkplätze können auf dem Baugrundstück nachgewiesen werden.

Bei der Entscheidungsfindung wurde im Vorfeld auch das Landratsamt Rosenheim eingebunden. Dessen Bewertung lautete: Das Vorhaben fügt sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Eigenheit der näheren Umgebung ein, die Erschließung ist gesichert. Dementsprechend war auch die Beschlussfassung der gemeindlichen Verwaltung positiv gestaltet.

Dies sah das Ratsplenum dann aber in seiner Einschätzung gänzlich anders. Für Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) stand außer Frage, dass das Gebäude laut den Planungen „schön hergerichtet wird“. Negativ bewertete er aber die hohe Anzahl von Parkplätzen, die das Ortsbild rund um die 1000-jährige „Gerichts-Linde“ deutlich verschlechtern würden. Sein Lösungsansatz: Weniger Wohnungen bedeuten auch weniger Parkplätze oder Letztere in Teilen mit in das Gebäude einplanen. Sein Fazit: „So nicht.“ Stefan Mager ging diese Bewertung in der Art mit. Für ihn war das größte Manko, dass der ortsbildprägende Vorhof zur altehrwürdigen Linde komplett wegfällt. „Das passt null Komma null in das Höglinger Dorfbild“, brachte der Grünen-Rat seine Meinung auf den Punkt.

Hin- und hergerissen zeigte sich Hubert Maier. Auch der CSU/PW-Rat haderte mit der hohen Wohnungsanzahl, „weniger Wohnungen bedeutet aber auch weniger Verkaufsgeld für den Bauwerber“. Er bemängelte das Fehlen von Keller- und Stauräumen sowie Freiflächen rund um das Haus. Sein Fazit: „Es ist zu überladen, es ist alles auf Kante genäht, einfach zu groß, so leider nicht.“ Dieser Sichtweise schlossen sich die weiteren Mandatsträger bei der finalen Abstimmung mit 11:0 an. Torsten Neuwirth

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