Schuhe für letzten Lauf geschnürt

von Redaktion

Bad Aibling nimmt Abschied von allseits engagierter Sportlerin Hermine Thurmaier

Bad Aibling – Familie, Freunde, Weggefährten und Sportkameraden nahmen in großer Zahl Abschied von Hermine Thurmaier, die im Alter von 86 Jahren verstorben ist.

Diakon im Ruhestand Bernd Schmitz feierte in der Willinger St.-Jakobus-Kirche einen sehr persönlich gehaltenen Wortgottesdienst. „Sie war der Mittelpunkt der Familie, sie organisierte alles“, so Schmitz, der auch wusste, dass die Verstorbene ihren Mann auf einem Starkbierfest in München kennenlernte, wohin sie ihr Berufsweg als Bürokauffrau geführt hatte. Die Heirat war 1961, aus der Ehe gingen die Kinder Thomas, Stefan und Bettina hervor.

Ihre Devise:
Nicht aufgeben

Neben der Familie gehörte ihre Liebe dem Sport und dem sozialen Engagement. Sie verband sogar beides und betreute die Gymnastik-Gruppe im Pfarrheim St. Georg.

Darüber hinaus war sie vor allem als Langstreckenläuferin bekannt. Kaum ein Berglauf in der Umgebung hat ohne sie stattgefunden, die Gesamtzahl der absolvierten Läufe lässt sich nicht mehr nachvollziehen, es dürften wohl einige Hundert gewesen sein. „Nicht aufgeben“ war dabei ihre Devise und das hat sie sich bis ins hohe Alter bewahrt.

Hermine Thurmaier war nicht nur selbst im Sport aktiv, beim Ski-Club fungierte sie als Helferin, war als Kampfrichterin bei den Leichtathleten des Turn- und Sportvereins im Einsatz und stets zur Stelle, wenn Not am Mann, respektive an der Frau war.

„Hermine war stets für ein Gespräch oder für einen Lauf, am liebsten für beides gleichzeitig, zu haben“, zitierte Diakon Schmitz aus der Traueranzeige und brachte damit das Wesen von Hermine Thurmaier auf den Punkt, deren gute Laune in den Gesprächen spürbar wurde.

Unverwüstliches
Energiebündel

„Hermine hat mit ihrer Fröhlichkeit andere Menschen mitgenommen“, brachte Schmitz in Erinnerung und verhehlte auch nicht die Probleme, welche ihre Demenz-Krankheit mit sich brachte und an deren Ende sie selbst Menschen nicht mehr erkannte, die ihr sehr nahestanden. Dieser „Abschied auf Raten“, wie ihn Sohn Thomas in seinen persönlichen Abschiedsworten nannte, war sehr schmerzlich, besonders vor dem Hintergrund, dass die Familie eine Ehefrau, Mutter, Schwiegermutter und Oma verloren hat, deren Energie scheinbar unverwüstlich war und ihr bis vor Kurzem ein selbstbestimmtes Leben ermöglichte.

Peter Oppenrieder nahm für den TuS Bad Aibling Abschied von einer beliebten Sportkameradin und brachte die Trauergemeinde mit persönlichen Erlebnissen mit der Verstorbenen zum Schmunzeln. „So wie ihr euch heute hier versammelt habt, das hätte Hermine sicher gut gefallen“, waren die Worte von Bernd Schmitz, der damit auch an ihr geselliges Wesen erinnerte.

Nach den Grab-Gebeten senkte sich dann die Fahne des Sportvereins zum letzten Gruß und als die Trauernden an die letzte Ruhestätte traten, sahen sie dort auch die Laufschuhe von Hermine Thurmaier stehen, die sinnbildlich für ihren „letzten Lauf“ geschnürt waren.

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