Obst in Hülle und Fülle

von Redaktion

In Bad Feilnbach ist die Apfelernte in vollem Gange

Bad Feilnbach Nach bisherigen Einschätzungen erwarten die Obstbauern in der Bad Feilnbacher Obstanbauregion wieder ein gutes Obstjahr. Sichtbare Zeichen sind die schwer tragenden Obstbäume mit leuchtenden Äpfeln und Birnen in den mit Hingabe gepflegten Streuobstwiesen. In vollem Gange ist momentan die Ernte der naturbelassenen und gesunden Produkte. In reiner Handarbeit werden sie von den Ästen geholt und stehen zusammen mit leckeren Nebenprodukten in den Hofläden zum Kauf bereit.

Zwei Wochen
früher dran als sonst

Zu den traditionsreichen Obstbauern gehören die Mitglieder der Familie von Michael Litzlfelder, denen der Mangfall-Bote beim Pflücken der schmackhaften Tafelapfelsorte „Goldrenette Von Blenheim“ einen Besuch abstattete. Wie Michael Litzlfelder junior, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Feilnbach-Wiechs-Litzldorf, betont, sei dieser Apfel auch bestens zum Backen geeignet. Seiner Ansicht nach zeichnet sich für die Bad Feilnbacher Obstanbauregion eine gute Ernte an Äpfeln und Birnen ab. Abgeschlossen ist die Erntesaison dann mit dem Herunterholen von Zwetschgen. Dieses Jahr sei man insbesondere bei Kernobstfrüchten zwei Wochen früher dran als sonst. Die warme Witterung begünstigte ein schnelleres Reifen aller Obstsorten an den über 30000 Obstbäumen in der Gemeinde.

Allerdings habe das äußere Aussehen bei Äpfeln oder Birnen durch Starkregen und kleine Hagelkörner, je nach regionaler Ausprägung, etwas gelitten. Aber auch unter einer unsauber scheinenden Hülle verbirgt sich schmackhaftes und leckeres Fruchtfleisch, so Michi Litzlfelder. Dem Vorsitzenden des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins vom „Daveicht“-Anwesen (Hofname der Familie Litzlfelder) wurde das Handwerk „Obstanbau“ regelrecht in die Wiege gelegt. Vorbild ist Vater Michael Litzlfelder senior sowie dessen Vorfahren. Sie weisen eine über 35-jährige Erfahrung auf. Ihr Wissen haben sie in Kursen, Seminaren und Lehrgängen erworben. Dazu kommt die Leidenschaft für alte und neuere Kernobstsorten, im Speziellen um Bad Feilnbachs Markenzeichen und Aushängeschild „Apfel“.

Der ganze Stolz der Familie sind die wertvollen Obstgärten mit weit über 450 Bäumen und 50 unterschiedlichen Sorten, alleine am landwirtschaftlichen Betrieb am Brainpold.

Interessierten verschaffte der „Daveicht-Michi“ einen kurzen Überblick im Rahmen einer geführten Apfelsortenvorstellung, die allerdings durch einsetzendes Gewitter abgebrochen werden musste.

Dem „Boskop“
ist es zu warm

Das Obstjahr 2024, wie es Vater und Sohn Revue passieren ließen, begann mit relativ früher Blüte mit entsprechend frühem Erntebeginn als Folge. Allerdings hatten klimabedingte Ereignisse, wie wärmere Temperaturen in höher gelegenen Regionen und frostige Bedingungen in ebenen und tieferen Flächen, Auswirkungen auf die Reife des Obstes. Im großen Obstgarten der Familie falle der Ertrag geringer aus, als die Blütenpracht vorzeichnete. Der Klimawandel mache sich an manchen, vor allem späteren Apfelsorten, nicht nur in seinem, in den 90er-Jahren angelegten, Obstgarten bemerkbar. Verlierer sei etwa der beliebte „Boskop“, der eigentlich kaltes Klima bevorzugt und dem es inzwischen zu warm ist. Dafür sind weniger empfindliche Sorten, wie Goldparmäne, Jona-Gold, Regina, Prinz Albrecht oder aktuell die „Goldrenette Von Blenheim“ und andere Vitaminlieferanten der ganze Stolz der Familie.

Mit Freude blicken die Familie Litzlfelder sowie die Obstbauern der Obst- und Gartenbauvereine Feilnbach-Wiechs-Litzldorf und Au-Dettendorf auf den Bad Feilnbacher Apfelmarkt. Er wartet vom 10. bis 13. Oktober wieder mit einem reichhaltigen Angebot an Äpfeln aus dem heimischen Obstanbau an liebevoll gestalteten Ständen auf.

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