Feldkirchen-Westerham – Nach einer Verschnaufpause am Sonntag, an dem zeitweise sogar die Sonne über dem Mangfalltal schien, richteten sich die bangen Blicke am Montag erneut gen Himmel: Denn aus dichten Wolken fiel wieder und über Stunden anhaltender Regen, der die Gewässer zum Steigen bringen könnte. Wobei die Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes Bayern (HND) aber Hoffnung machten, dass entlang der Mangfall keine größeren Schäden drohen. Was auch Andreas Holderer, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, so sieht: „Die Lage im Mangfalltal ist relativ entspannt.“
Rechnen mit keinen größeren Einsätzen
Mal mehr, mal weniger – letztlich aber doch durchgängig: So sieht‘s in puncto Regen seit der Nacht auf Montag im Mangfalltal aus. Eine Wetterlage, die nach Angaben von Meteorologen zumindest noch bis heute Vormittag anhalten soll. Dennoch ist die Lage, beispielsweise in Feldkirchen-Westerham, entspannt. „Ich rechne nicht mit größeren Einsätzen“, sagt Sven Gericke, Kommandant der Feuerwehr Feldkirchen-Westerham. „Derzeit ist die Lage absolut ruhig.“
Flächen sind
bereits vollgesogen
Die größere Unbekannte sieht der Feuerwehr-Kommandant in den kommenden Stunden und Tagen auch nicht in puncto Mangfall-Pegelstand, da „vom Tegernsee ja wenig runterkommt“, sondern im Boden: „Die Flächen sind derzeit das Problem, denn die sind ja bereits alle vollgesogen.“ Wichtige Zahlen, die die Einsatzkräfte im Blick behalten werden, seien daher die aktuellen Niederschlagsmengen. Geht von der Mangfall also derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung und deren Hab und Gut aus? „Die Lage an der Mangfall ist absolut unkritisch“, sagt Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt auf Anfrage des Mangfall-Boten. „Wir gehen davon aus, dass der Pegel am Dienstag dort ähnlich wie am vergangenen Wochenende sein wird, vielleicht ein bisschen höher.“ Dass der Pegelstand der Mangfall einen kritischen Bereich erreichen könnte, sei hingegen „absolut unwahrscheinlich“.
„Die Situation ist eine ganz andere und wesentlich unkritischer als noch Anfang Juni“, sagt Holderer und verweist darauf, dass damals sogar eine Nutzung des Hochwasserrückhaltebeckens Feldolling im Gespräch gewesen sei, um die Mangfall zu entlasten. „Da brauchen wir bei dieser Lage überhaupt keinen Gedanken daran verschwenden“, versichert der stellvertretende Wasserwirtschaftsamt-Leiter. Zumal das Bauwerk voraussichtlich erst 2026 komplett fertiggestellt und erst dann „planmäßig eingesetzt werden“ könne. Dennoch sei es grundsätzlich natürlich beruhigend zu wissen, dass die Einrichtung bereits jetzt im absoluten Ernstfall für Entlastung sorgen könne.
Ein Ernstfall, von dem aber auch die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landrasamtes Rosenheim nicht ausgeht. So antwortete Landratsamt-Sprecherin Sibylle Gaßner-Nickl auf die Frage, ob das Hochwasserrückhaltebecken Feldolling derzeit in den Überlegungen der Experten überhaupt eine Rolle spiele, mit einem klaren „Nein.“
Was aber nicht heißt, dass die Behörde die Gesamtlage nicht weiterhin im Auge behalte, wie Sibylle Gaßner-Nickl am Montag noch betonte: „Auch zum Start in die neue Woche sind die Einsatzkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft, um bei steigenden Pegeln weiterhin schnell reagieren zu können.“