Bad Aibling – Der Vorplatz der Georgskirche in Bad Aibling und einige Bereiche des Gotteshauses werden derzeit neu gestaltet. Dass Handlungsbedarf besteht, war den Verantwortlichen der Kirchenverwaltung schon länger klar. Deshalb wurden nach Auskunft von Michael Liegl, Verwaltungsleiter der Stadtkirche Bad Aibling, seit einiger Zeit Rücklagen für die Baumaßnahmen gebildet –- vor allem aus den Mitteln, die das Ordinariat jährlich für den Gebäudeunterhalt zur Verfügung stellt.
Gesamtkosten liegen
bei 250000 Euro
Um die veranschlagten Gesamtkosten von rund 250000 Euro stemmen zu können, hätte es allerdings noch einer weiteren Ansparphase bedurft. Dank eines großzügigen Spenders, der einen ansehnlichen Betrag für das Vorhaben zur Verfügung stellte, kann es bereits heuer umgesetzt werden. Kirchenpfleger Herman-Ulrich Viskorf geht davon aus, dass die Arbeiten in der zweiten Oktoberhälfte beendet werden.
Was den Spender und die Höhe der Summe betrifft, die dieser zur Verfügung stellte, schweigt Viskorf mit Hinweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit. Für die großzügige finanzielle Unterstützung ist er sehr dankbar. Den Kirchenpfleger freut vor allem auch die Tatsache, dass mit der Neugestaltung des Kirchenvorplatzes wenige Wochen nach der offiziellen Einweihung des Neubaus der Georgsschule im Sommer dieses Jahres begonnen werden konnte. Die Stadt hat rund 59 Millionen Euro für die Errichtung der Grund- und Mittelschule in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche in die Hand genommen.
Die Kirchenverwaltung habe sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit den notwendigen Renovierungsmaßnahmen und der Neugestaltung des Außenbereichs beschäftigt, schreibt Viskorf in einem Beitrag für die Informationsbroschüre „Stadtkirche aktuell“. Neben den erforderlichen Unterhaltsmaßnahmen gelte es auch, „neue Akzente für eine gute Zukunft unseres Gotteshauses“ zu setzen und die Chance für eine städtebauliche Aufwertung des gesamten Kirchen- und Schulareals zu nutzen.
Als erster Schritt wurde bereits im Winter der Eingangsbereich der Kirche saniert und neu gestaltet. Wenn die jetzt laufenden Außenarbeiten abgeschlossen sind, erfolgt der Zugang zum Gotteshaus im Gegensatz zu den bisherigen Gegebenheiten völlig getrennt von den Parkplätzen über einen breiten Gehweg von der Sonnenstraße aus, der gerade verläuft und gepflastert ist. Die bisher vorhandenen Stufen gehören der Vergangenheit an. „Alle Besucher gelangen künftig völlig barrierefrei bis zum Kirchenportal“, sagt Viskorf.
Auf dem Platz vor der Kirche werden darüber hinaus Bänke aufgestellt, die zum Verweilen einladen. Die Skulptur des heiligen Georg soll einen prominenteren Standort als bisher erhalten „Wir wollen unseren Schutzpatron mehr in die Mitte rücken“, begründet der Kirchenpfleger diese Entscheidung.
Vom Vorplatz der Kirche durch Hecken und Gehölz getrennt, entstehen auf der Westseite des Areals zwölf Parkplätze. An der Ostseite des Grundstücks werden Fahrradständer platziert. Außerdem finden sich auf dem Vorplatz der Kirche großzügig bemessene und gut beleuchtete Schaukästen. Der Neuanstrich der Außenfassade rundet das Maßnahmenpaket ab.
Kirchenpfleger und Verwaltungsleiter sind vor allem auch der Stadt Bad Aibling für das gute Miteinander bei der Entwicklung des Nutzungskonzeptes dankbar. So darf die Kirchengemeinde beispielsweise die zur benachbarten Schule gehörenden Parkplätze immer dann nutzen, wenn sie nicht für das Lehrpersonal benötigt werden – nach Unterrichtsschluss, in den Ferien und an Wochenenden. Die Nutzer des Schulparkplatzes erreichen die Kirche künftig über einen eigens angelegten Übergang zwischen den beiden Grundstücken.
Stadt erlaubt
Parkplatznutzung
„Diese Doppelnutzung haben wir von Anfang an im Auge gehabt. Ich glaube, dass an Sonntagen jetzt so ziemlich alle Kirchenbesucher, die mit dem Auto kommen, einen Parkplatz auf dem Areal finden“, sagt Bürgermeister Stephan Schlier. Auch er bewertet die enge Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt sehr positiv. „Die jeweils beauftragten Architekten haben sich bei der Planung eng abgestimmt. Ich finde, da ist insgesamt eine sehr runde Sache dabei rausgekommen“, bilanziert der Rathauschef.
Die Stadt Bad Aibling leistet übrigens ebenfalls einen finanziellen Beitrag zu den Maßnahmen. Laut Bürgermeister trägt sie zehn Prozent des Eigenanteils, den die Kirchengemeinde für die Baumaßnahmen aufbringen muss.