Antersberg – Eine bereits über viele Jahre gepflegte Tradition des Segelflugvereins FC Condor aus Antersberg ist das zweiwöchige Fliegerlager beim FSV Grabfeld in Saal an der fränkischen Saale. Dadurch, dass sich junge, ambitionierte Flugschüler und erfahrene Streckenflieger gemeinsam auf den Weg machen, können beide von der gemeinsamen Zeit profitieren.
Start und Landung sind das Wichtigste
In der ruhigen Luft der frühen Morgenstunden werden jeden Tag viele Platzrunden gedreht, was besonders in der Grundschulung für die Flugschüler sehr wichtig ist. Hier werden die beiden wichtigsten Flugphasen, der Start und die Landung, trainiert.
An Tagen mit gutem Wetter, insbesondere mit guter Thermik, trainieren die erfahreneren Flugschüler ab Mittag Überlandflüge mit und ohne Fluglehrer. Diese mehrere Stunden dauernden Flüge im energielosen Flug profitieren von der großen Ausklinkhöhe an der Winde am Flugplatz in Saal. „Der weitere Höhengewinn resultiert dann allein aus der aufsteigenden warmen Luft, auch Thermik genannt“, erklärte Ausbildungsleiter Ludger Otto. Einige Streckenflugpiloten fliegen dabei mehrere Hundert Kilometer über Gebiete mit starken Aufwinden, wie dem Thüringer Wald oder der Rhön. Die benachbarte Euro-Region Rhön mit dem höchsten Berg Hessens, der Wasserkuppe, gilt übrigens als „Wiege des Segelflugs“, so der Ausbildungsleiter. Nicht selten können solche Flüge vom Start nach dem Frühstück bis zur Landung kurz vor dem Abendessen dauern. Die häufig guten thermischen Bedingungen des Thüringer Waldes und das damit einhergehende markante Wolkenband werden von den Piloten scherzhaft als „Thüringer Bratwurst“ bezeichnet. Eine Besonderheit des dortigen Schulungsbetriebs ist die gemeinsame Organisation durch den Gast- und den Heimatverein. Dadurch ergibt sich ein interessanter Austausch zwischen Schüler und Fluglehrer. Das gemeinsame Aufbauen von Startwinde, Vorbereiten der Flugzeuge und das Abhalten des täglichen Briefings zum Flugbetrieb und zur Flugvorbereitung verbindet die beiden Vereine.
Zum ersten
Alleinflug gestartet
Durch die hohe Zahl an Starts und Landungen, die in so einem Fliegerlager möglich sind, schaffen die Flugschüler in dieser Zeit die ersten großen persönlichen Erfolge, wie den ersten Alleinflug ohne Fluglehrer oder den ersten Streckenflug von 50 Kilometern. Diese sind notwendig, um die ersehnte Lizenz zum Segelflieger zu erhalten.
Auch dieses Jahr war das Fluglager ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Allein drei Flugschüler erreichten das Ende der fliegerischen Grundschulung mit dem ersten Alleinflug. Dieser fliegerische Meilenstein wird von allen Piloten gebührend gefeiert und vermittelt den Juniorpiloten vor allem ein gewisses Gefühl für die Thermik. ws