Mit eisernem Willen zurückgekämpft

von Redaktion

Anna Kurz feiert in Tuntenhausen ihren 90. Geburtstag

Tuntenhausen – Eine außergewöhnliche Jubilarin besuchte kürzlich Bürgermeister Georg Weigl, der ihr mit einer Orchidee zum 90. Geburtstag gratulierte: Anna Kurz aus Tuntenhausen. Die Seniorin, die vor zehn Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, saß inmitten einer Kaffeerunde, als der Bürgermeister kam und malte Mandalas aus. Voll konzentriert und mit ruhiger Hand, Seite für Seite.

„Mittlerweile hat sie schon über 60 ausgemalte Bücher“, betont Tochter Silvia Holzmeier und zeigt sich glücklich, dass sich ihre Mutter nach dem Schlaganfall vor zehn Jahren mit eisernem Willen und unendlich viel Beistand der Familie wieder ins Leben zurückgekämpft hat. Eine Umsiedlung in ein Altenheim kam für die Tochter nicht infrage. „Wir probieren es zu Hause“, war ihr Entschluss. Und es klappte. An der Hilpertinger Straße hat sie ein ideales Domizil gefunden: Ebenerdig erreicht sie mit dem Rollstuhl Wohnzimmer und Küche und kommt so auch in den Garten. Hier besuchen sie dann auch mal die Nachbarskinder und spielen mit ihr. Eine nette Abwechslung im Alltagsleben.

„Eine gute Nachbarschaft ist ein wahrer Segen“, bekundete Silvia Holzmeier und schilderte die schwierige Zeit der Eingliederung vor zehn Jahren: Die Angst vor dem Alleinsein, wenn die Tochter mal einkaufen ging, oder die Scheu vor Fremden. Aber mit viel Hingebung schaffte man die Rückkehr in ein einigermaßen normales Leben. „Respekt vor dieser Leistung“, zollte auch der Bürgermeister der gesamten Familie. Als Holzmeier dann alte Mandalas holte, zog sich ein zufriedenes Grinsen über das Gesicht von Anna Kurz. Und ein Lächeln, als man dem Bürgermeister alte Fotos zeigte.

Anna Kurz wurde am 17. September 1934 in Schlaipfen am Chiemsee geboren. Sie wuchs dort zusammen mit neun Geschwistern auf. Zur Schule ging sie in Bernau. Später lernte sie das Handwerk der Köchin. Sie erfreute sich an ihrem großen Gemüsegarten, den Blumen und den zahlreichen Besuchen unter den Geschwistern.

Im Jahr 1963 lernte sie ihren Mann Franz kennen, den sie 1965 in Grassau heiratete. Aus der Ehe gingen zwei Kinder und drei Enkel hervor. Leider verstarb er bereits 1984. Ihren zweiten Mann lernte sie 1988 kennen und heiratete ihn 1990 in Riedering. Seit dem Tod ihres Gatten 2013 lebte sie alleine auf einem Bauernhof in der Nähe des Simssees. Ein Jahr später, 2014, schlug das Schicksal erneut zu. Anna Kurz bekam einen Schlaganfall.

Seit zehn Jahren lebt sie nun in Tuntenhausen und wird dort intensiv und liebevoll gepflegt. Den Tag verbringt sie viel mit dem Ausmalen von Mandalas, dem Beisammensein mit der Großfamilie sowie dem Blumengießen im Garten. ws

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