Bruckmühl – Seit Ende vergangener Woche durften viele Bruckmühler Haushalte wieder aufatmen. Denn bevor sich die Situation in der Marktgemeinde nach und nach wieder entspannte, hatte die Kommune infolge der starken Regenfälle darauf hingewiesen, dass aufgrund der Wassermengen und des steigenden Grundwassers die Kapazitäten der Kläranlage Bruckmühl ausgeschöpft sind. Da das Wasser deshalb in den Kanal rückgestaut werden musste, herrschte seit Dienstag, 17. September, ein Risiko für die umliegenden Haushalte. So bestand die Gefahr, dass es in Waldheim und Heufeld zu Wasser in den Häusern beziehungsweise Kellern durch den Kanal kommen konnte.
Mehrere Tage waren zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren im Dauereinsatz. Die Verwaltung wies ihre Bürger immer wieder darauf hin, dass, wie generell gültig, kein abgepumptes Wasser aus Kellern oder Oberflächenwasser in das Kanalnetz oder die Straßenentwässerung eingeleitet werden dürfe. Genau dies hatte zur Überlastung und der brenzligen Lage geführt. So sei es lediglich erlaubt, das Wasser in Privatgärten und Wiesen abzuleiten.
Nun, gut eine Woche später, teilt die Marktgemeinde mit, dass die Grundwasserstände vereinzelt noch hoch seien, die Lage aber habe sich in den Kanälen entspannt. „Die Kläranlage Bruckmühl hat in den kritischen Tagen zuverlässig gearbeitet und tut dies weiterhin“, heißt es zudem in einer Mitteilung der Kommune. Doch auch wenn sich die Lage mittlerweile wieder entspannt, hätten vor allem Privatgrundstücke noch immer mit den hohen Grundwasserständen zu kämpfen. Und vollkommen gelassen werden die betroffenen Bürger auch jetzt nicht auf die kommenden Tage blicken.
Denn für diese sagen die Wetterprognosen immer wieder Regen vorher. Deshalb bittet die Gemeinde alle Bürger, sich zur aktuellen Lage über die Bruckmühl-App und die gemeindliche Homepage zu informieren. Zudem seien Hinweise des Bayerischen Landesamts für Umwelt zur Prüfung und gegebenenfalls Sanierung von Abwasserleitungen hilfreich.
Der Behörde zufolge müssten Hausbesitzer ganz generell die Abwasserleitungen auf ihrem Grundstück regelmäßig überprüfen lassen, um Boden und Grundwasser vor Schäden zu bewahren. Oftmals würden diese jedoch über lange Zeit vergessen. „Dabei sind sie ein nicht zu unterschätzender Teil des Entwässerungssystems“, so das Landesamt. Laut Untersuchungen sind viele private Abwasserleitungen in Bayern beschädigt oder in einem schlechten Zustand, im kommunalen Bereich komme dies deutlich seltener vor. Dies sei darauf zurückzuführen, so das Landesamt, dass private Abwasserleitungen oft nicht von Fachfirmen nach den Regeln der Technik gebaut wurden.
Die Behörde hat deshalb einen Ratgeber verfasst, in dem essenzielle Tipps für private Grundstückseigentümer zusammengefasst sind. Darin wird unter anderem deutlich, dass die Abwasserleitungen nicht nur zur Entlastung der Kläranlage unbedingt dicht sein müssen. Nicolas Bettinger