Bad Aibling – Noch bis Samstag, 28. September, steht die Kurstadt Bad Aibling wieder im Zeichen der Gesundheitswoche. Den Auftakt dazu bildete am Montag die Sonderausstellung „Selbsterziehung zur Gesundheit – Praktische Möglichkeiten zur selbstaktiven Gesundheitsbildung“. Sie widmet sich unter anderem den Fragen: Was hat Gesundheit mit Selbsterziehung zu tun? Wozu kann sich der Mensch selbst erziehen, wenn er Gesundheit erreichen möchte? Was ist Gesundheit? Ist es ein Fehlen von Krankheit oder kann man den Menschen in einem umfassenderen Wirkungsfeld sehen?
Möglichkeiten im Alltag aufzeigen
An vier verschiedenen Standorten geben 41 anschaulich gestaltete Tafeln mit zeichnerischen Darstellungen, Fotos und erklärenden Texten vielfältige Anregungen und Beispiele für konkrete Umsetzungsmöglichkeiten im Alltag.
Im ersten Stock des „Haus des Gastes“ dreht sich alles um Anschauungsübungen, Yoga und Meditation, Naturerleben sowie Begegnung mit dem Element Wasser.
Im Lesecafé des Rathauses findet man Informatives zu Ernährung, Gewürzen, heilsamen Produkten oder Brot.
Die Eingangshalle des Reha-Zentrums in der Ghersburgstraße 20 beherbergt die Ausstellung, die sich thematisch mit dem Nervensystem, der Selbsterziehung des Denkens, Fühlens und Wollens, objektiver Wahrnehmung, Emotionen und Muskelkraft beschäftigt.
Ebenfalls in der Ghersburgstraße 20, im Seniorenzentrum Novalis, stößt man auf Interessantes rund um die Raumgestaltung (Architektur-Wärme-Licht), das Thema Beziehung und Gespräche. In einer Pressemitteilung der Aib-Kur heißt es: „Die Haltung des Menschen wird darin als wesentlich erachtet. Es ist nicht allein entscheidend, „was“ wir tun, sondern „wie“ wir es tun und ob eine wirkliche Beziehungsaufnahme gelingt. Ergreifen wir die Möglichkeiten unserer kreativen Schaffenskraft, fördern wir nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch sogleich die unserer Mitmenschen und der Umgebung. Dies ist ein faszinierender Gedanke, den man in der Ausstellung näher erforschen kann.“
Konzipiert und gestaltet wurde die Ausstellung nach Inhalten und Textbeiträgen von Heinz Grill, Geistforscher, Philosoph, anthroposophischer Heilpraktiker und Autor zahlreicher Bücher.
Nach seinen Ideen federführend zusammengestellt hat die „präventive Präsentation“ die Diplom-Psychologin, Therapeutin und Yogalehrerin Myriam Bayer. Sie hat auch die Broschüre, die begleitend zur Ausstellung erschienen ist, herausgegeben. Die Broschüre ist an den verschiedenen Ausstellungsorten zur Ansicht ausgelegt; sie kann im Haus des Gastes und in der Buchhandlung „Librano“ erworben werden. Um die Organisation der Ausstellung kümmert sich Sozialpädagogin, Suchttherapeutin und Yogalehrerin Sandra Schieder.
Im Gespräch mit dem Mangfall-Boten erklärte sie: „Ich finde die Ausstellung inhaltlich sehr wertvoll. Als Suchttherapeutin erlebe ich immer wieder, welche Entschlossenheit und welche Kräfte im Menschen selbst liegen, wenn er seine gedankliche Einstellung ändert.“
Den Anforderungen des Lebens antworten
In ihrer Arbeit mit der Sucht sei es sehr häufig so, dass dieser Einstellungswandel durch existenzielle Leidenssituationen oder durch Verlust der Selbstachtung hervorgerufen werde. Von daher interessiere sie sich sehr dafür, wie man auch ohne schwere äußere Nöte, Schicksalsschläge und Leidenssituationen gedanklich und geistig regsamer werden könne, um den Anforderungen des Lebens entsprechend zu antworten. „Die Ausstellung ist so konzipiert, und das finde ich persönlich das Wertvolle, dass sie das Hauptaugenmerk auf die Möglichkeiten legt, die in der eigenen Selbstaktivität, in der Bewusstseinsbildung und in der Möglichkeit zur Selbsterziehung liegen.“
Thomas Jahn, Geschäftsführer der Aib-Kur, konstatierte: „Die Ausstellung passt hervorragend in die Gesundheitswoche. Sie spricht den persönlichen Lebensstil und das Verhalten an, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Die Ausstellungsorte sind frei zugänglich und wir würden uns freuen, wenn viele Menschen die Tafeln anschauen.“
Die Ausstellung ist an ihren vier Standorten noch bis zum 25. Oktober zu sehen.