Feldkirchen-Westerham – Er bezeichnete die musikalische Leistung aller Mitwirkenden als „Ohrenschmaus der ganz besonders feinen Art“, was die Zuhörer mit spontanem Applaus bestätigten. Dabei erinnerte Michi Hauser, Gauvorsitzender des Gautrachtenverbandes I, an das diesjährige Gaufest beim Trachtenverein „D‘ Mangfalltaler“ Westerham. Vor allem beim Gauheimatabend, dem Festabend, bewiesen die Westerhamer, wie gut der Verein mit Musikanten und Sängern aufgestellt ist. „Auf guade Freundschaft“, so das Motto des Gauliedersingens als klangvollen Abschluss des Gaufestjahres. Ein Motto, das seinen Namen mehr als verdient hat und sich wie ein roter Faden durch den Abend zog.
Von Polka über
Jodler bis zum Walzer
Die „Kühlwongmusi“, „Diwan Musi“, „Creme fesch“ und die „Geschwister Strasser“ traten auf. Schmissig und in gekonnt bester Weise übernahm die „Kühlwongmusi“ mit der Amsel-Polka den begrüßenden Auftakt. Die neunköpfige Gruppe, die ihren Namen aus der Begebenheit, schon einmal in einem Kühlwagen gespielt zu haben, trägt, entstammt der Familie Weber aus Westerham. Mit dabei war auch Festleiter Michi Weber, der, befragt von Moderator Markus Gromes, besonders den guten Zusammenhalt und die gute Stimmung im Verein, Ort und den Patenvereinen in bester Erinnerung behalten wird.
Animiert vom Verwandtschaftsverhältnis – wie unter Brüdern – wählte Gromes, der im Gauverband I das Amt des Musik- und Liederwartes innehat, die Melodie von „Bruder Jakob“ aus, um gemeinsam mit allen Gästen einen Jodler im Kanon zu singen.
„Creme fesch“, so heißt die Gruppe von Studienkolleginnen und Freundinnen um Angelika Weber, die am Richard-Strauss-Konservatorium Musik studierten, unterstützt von ihrem Sohn Anian. Von ihr stammte die Idee, dass beim Gaufest 94 Musiker im Musikantenkarussell spielen, um ein „musikalisches Feuerwerk“ zu zünden, wie sie auf Nachfrage erzählte. Mit dem von Sebastian Weber komponierten „Jahrhundertwalzer“ und weiteren Stücken wie „Durch Regen und Wind“ bewiesen sie musikalisches Können von bester Klangqualität und wiederholten dieses Feuerwerk.
Südlich im Gaugebiet beheimatet ist die „DiwanMusi“, die aus Inzell und Ruhpolding kommt. Mit hohem und tiefem Blech besetzt – gemeint sind hier die klassischen Blechblasinstrumente – sorgten sie mit ihrer Tanzlmusi während und nach dem offiziellen Teil für gute Stimmung. „Bei da Mama“, antwortete Marinus auf Nachfrage, bei wem sie das Singen erlernten. Gemeinsam mit seinem Schwestern Filomena und Johanna bilden sie mit der selbstgespielten musikalischen Begleitung das Trio der „Geschwister Strasser“ aus Riedering. Sie musizierten sich mit den Klängen auf Harfe, Kontrabass sowie Ziach und ihrem klaren Gesang förmlich in die Herzen der Zuhörer. Auf Anhieb gingen sie beim Traunsteiner Lindl als Sieger hervor. Übrigens der erste Wettbewerb, an dem das Geschwister-Trio teilgenommen hatte.
Wie dankbar der gesamte Gautrachtenverband allen Vereinen und somit auch den Westerhamern für die Ausrichtung des alljährlichen Höhepunktes, dem Gaufest, ist, brachte Michi Hauser auf den Punkt. „Wir durften erneut einen Traum erleben“, so Hauser, der dem Trachtenverein „D‘ Mangfalltaler“ Westerham seinen allergrößten Respekt und Hochachtung für ihre Leistung zollte. Besonders hob er dabei die Herzlichkeit und die ausgestrahlte Wärme der Westerhamer und die Gelassenheit von Vorstand und Festleiter hervor. Er selbst habe bei jeder Veranstaltung bis zum Schluss mitgefeiert und erklärte: „Es war einfach schee.“
Westerhamer zum
vierten Mal Gastgeber
Nach 1924, 1949 und 1999 war das Gaufest von Bayerns größtem Gauverband zum vierten Mal Gast in Westerham. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Weihe der neuen Standarte und der Fahnenbänder des Gauverbandes I. Der Festverein, der neue Göd sowie die Frauen und Dirndl, die jeweils ein Fahnenband überreichten, erhielten aus den Händen von Michi Hauser jeweils ein Fotobuch und eine Urkunde zur Erinnerung. Als Erinnerung an das Gaufest 2024 erhielten Schorsch Berndl, Vorsitzender „D‘ Mangfalltaler“ Westerham, Festleiter Michi Weber, sein Stellvertreter Quirin Atzinger sowie Bürgermeister Johannes Zistl, jeweils den Ehrenkrug.