Bruckmühl – Der Bauden-nachmittag ist ein fester Bestandteil des Jahresprogramms der Bruckmühler Ortsgruppe der Landsmannschaft Schlesien. Die Ortsvorsitzende Bärbel Riemer begrüßte im Gasthaus „Waldschlößl“ neben den Mitgliedern und Gästen auch die Kreisvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Gabriele Schleich, sowie das Ehrenmitglied Anni Eckleder. In schlesischer Mundart verkündete sie: „Rübezahl hat mir einen Brief geschrieben, er ist noch dort und lässt uns alle grüßen.“ Zusammen mit den Schlesier-Freunden aus Dachau, Wolfgang und Ute Hartmann, sorgte sie für einen Hingucker: Das Trio war in originaler Riesengebirgstracht aus dem Hirschbergtal gekleidet.
Altbürgermeister Franz Heinritzi erinnerte in seinem Grußwort an die Zeit nach 1945, als Bruckmühl viele Flüchtlinge aus den früheren deutschen Ostgebieten aufnahm. „Als Kind hat mich die für mich ‚andere‘ Sprache der Schlesier berührt“, verriet er und fügte hinzu: „Die Berührungspunkte, die wir miteinander hatten, haben wir uns erarbeitet und wir haben uns verstanden. Wir können stolz sein, dass die Integration in Bruckmühl damals gelungen ist.“
Wolfgang Hartmann trug zahlreiche Gedichte und Geschichten über das fröhliche Bauden-Leben in der früheren Heimat vor, darunter „Drinnen warm die Lampe glänzt und Frau Wirtin euch kredenzt Wein zur trauten Stunde“ von Gertrud Caro, „Meine Berge leuchten wieder“ von Carl Hauptmann und „Die Riesengebirgstouristen“ von Georg Muschner-Niederführer. Einen kräftigen sprachlichen Farbtupfer setzte auch Conny Riemer mit dem im schlesischen Dialekt vorgetragenen Gedicht „Harbst“ („Nu pfeffft der Wind in oalle Ecka und moanches Nasla ward jitzt ruut“). Beide Vortragende erhielten kräftigen Beifall.
Gemeinsam wurden viele Lieder gesungen, darunter das schlesische Volkslied „Und in dem Schneegebirge“ und das Heimatlied „Hohe Tannen“. Der Zweite Vorsitzende Hans-Reinhard Fössmeier gratulierte den Geburtstagskindern mit einem Schnapserl und gab bekannt, dass das traditionelle Eisbeinessen am 9. November um 18 Uhr und die Weihnachtsfeier am 14. Dezember um 14.30 Uhr jeweils im „Waldschlößl“ stattfinden. Für die musikalische Begleitung der Lieder sorgte Erwin Ruff, der mit seinem Akkordeon zum Abschluss „Ein schöner Tag zu Ende geht“ anstimmte.
Über dem stimmungsvoll-heiteren Baudenfest schwebte Wehmut, denn es war das letzte seiner Art. Wie bereits berichtet, löst sich der Ortsverband zum 31. Dezember 2024 auf. Die Weihnachtsfeier wird somit zur Abschlussveranstaltung. Damit die Geselligkeit bei den Schlesiern nicht verloren geht, hatte Franz Heinritzi Trost parat: „Ihr seid alle beim Altersverein Edelweiß herzlich willkommen“, ermunterte der Zweite Vorsitzende der Seniorengemeinschaft. bjn