Bruckmühl – Drei Tage lang wurde wegen Unwetter in Bruck ein abgespecktes Stadtfest anlässlich des 50. Jubiläums der Partnerschaft mit Bruckmühl begangen. Alle Programmpunkte, die für das Festzelt geplant gewesen waren, wurden in die Stadthalle verlegt, all jene, die im Rathaus-Hof über die Bühne gehen hätten sollen, ins Stadttheater. Abgesagt wurden lediglich das Rahmenprogramm im Stadtgraben sowie der Festeinzug.
Drei Busse machten
sich auf den Weg
Drei Busse voller Gäste aus Bruckmühl machten sich auf den Weg in die österreichische Stadt. Während es draußen in Strömen regnete, wurde in der Stadthalle zünftig in Lederhosen und Dirndln getanzt und gefeiert. Dort fand auf den Tag genau 50 Jahre zuvor auch die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages statt. „Genau am 13. September 1974 wurde hier in dieser Halle die Partnerschaft besiegelt“, erinnerte Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) bei der Eröffnung und zeigte sich erfreut, dass es „auf beiden Seiten Menschen gibt, die diese Freundschaft seit 50 Jahren pflegen.“
Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) erhielt die Ehrenmedaille in Gold der Stadt Bruck für die Verdienste um die Städtepartnerschaft. Zweiter Bürgermeister Klaus Christoph hat künftig die Medaille in Silber am Revers und Silvia Mischi (Stadtmarketing Bruckmühl) wurde mit Bronze ausgezeichnet. Lacher gab es dann bei den gegenseitigen Geschenken: Jede Kommune schenkte – unabhängig voneinander – der anderen eine besondere Parkbank.
Neben den Blaskapellen aus Bruck an der Leitha in verschiedenen Formationen sorgten die Leithaberger Musikanten für Oktoberfest-Stimmung in der Halle. Hannelore Döringer, Obfrau des Partnerschaftsvereins, der sein 35-jähriges Bestehen feierte, betonte gerührt: „Die Freundlichkeit und die Herzenswärme, die uns von Bruckmühl entgegenschlägt, werden wir nicht vergessen.“
In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurden zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen ausgerichtet und gegenseitige Besuche abgestattet. Eine Ausstellung darüber hatte die designierte Nachfolgerin Döringers, Heide Rosner-Riecke, und ihre Tochter Alexandra Rosner im Rathaus zusammengestellt. Gleichzeitig sorgten im Stadttheater mehrere Bands für Partystimmung. So spielten dort unter anderem „Ringelspü“ sowie die Riding Notes, Enty Jeff und die Schwechater Band Oskar. Willkommen geheißen wurden die Bruckmühler Gäste im Seidl-Keller bei Wein und einer Winzer-Brotzeit, zu der illuster die Blaskapelle Bruckmühl gleich aufspielte.
Der Samstag begann im Stadttheater mit der Festsitzung, bei der unter anderem die ehemaligen Bürgermeister Richard Hemmer und Franz Perger aus Bruck und Franz Xaver Heinritzi aus Bruckmühl ebenso wie Hannelore Döringer und Heide Rosner-Riecke die vergangenen 50 Jahre Revue passieren ließen. „Eine Unterschrift unter eine Urkunde ist bald getan, aber man muss eine Partnerschaft auch mit Leben erfüllen“, betonte Rosner-Riecke. Sie erinnerte sich, dass in den 1980er-Jahren die Partnerschaft großteils auf gegenseitige Besuche der Gemeinderäte beschränkt gewesen sei. Alfred Rosner nahm die Sache damals in die Hand und lud zahlreiche Brucker Vereinsobleute ein, mit ihm nach Bruckmühl zu fahren. So entstand letztendlich der Partnerschaftsverein, dessen Gründungsobmann Rosner war. 2000 übernahm das Amt Franz Perger, der sich bei der Festsitzung an „legendäre Zeltfeste und Festumzüge“ erinnerte. Für Franz Heinritzi sei die Gründung der beiden Partnerschaftsvereine damals wie die „Hochzeit unserer Partnerschaft“ gewesen. „Diese Verbindung ist ein Riesengeschenk“, so Heinritzi. Er wurde in der Folge zum Ehrenmitglied des Brucker Partnerschaftsvereins ernannt.
Partnerschaften über
die Grenzen hinweg
Die neue Vorsitzende des Bruckmühler Partnerschaftsvereins, Cornelia Ahrens, überreichte Fotobücher als Erinnerungsgeschenke und hob die Lebendigkeit der Vereine und die freundschaftliche Verbundenheit zwischen den Vereinen und den Kommunen hervor. Bruckmühler Goldschmuck (Replika) aus den Gräberfunden gab es für die beiden Brucker Vorsitzenden, die scheidende und die künftige. Altbürgermeister Richard Hemmer merkte an, dass in den letzten Jahren „ein bissl die Luft rausgegangen ist“. Er hoffe, dass die beiden neuen Funktionärinnen neue Akzente setzen werden. Denn grenzüberschreitende Partnerschaften wie diese seien wichtig. Mit einer Weinverkostung, einem Partnerschaftsschießen und einer ausgelassenen Feier am Abend rundeten die Brucker Gastgeber den Festreigen ab.