Feldkirchen-Westerham – Es ist ein echtes Mammut-Projekt, welches vergangene Woche in Feldkirchen-Westerham eröffnet wurde. Passend zum Weltkindertag hatte die Gemeinde zur Einweihung der neuen Krippe im Kinderhaus Bucklberg eingeladen. Mit der Eröffnung des Kinderhauses geht die Kommune einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung kinderfreundlicher Zukunft. Doch bevor es mit der Einrichtung so richtig losgehen konnte, hatte man ein erstes Ärgernis zu verbuchen. Doch der Reihe nach.
„Der schönste
Kindergarten im Land“
Die Bauzeit der neuen Krippe erstreckte sich über die vergangenen zwei Jahre und das Kinderhaus besteche nun laut Gemeinde durch seine großzügige Architektur und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. „Mitten in Feldkirchen ist in den letzten zwei Jahren der schönste Kindergarten im Land entstanden“, zeigte sich Bürgermeister Johannes Zistl bewegt. Das moderne Gebäude bietet Platz für vier Krippengruppen und wird gleichzeitig auch der Volkshochschule (VHS) der Gemeinde zur Verfügung stehen. Damit könnten Bürger von „eins bis 100 Jahren“ davon profitieren.
Bau kostet 10,5
Millionen Euro
Die Baukosten beliefen sich auf rund 10,5 Millionen Euro – eine Investition, die laut Zistl gut angelegt sei. „Mit dieser Summe haben wir sichergestellt, dass allen Kindern in Feldkirchen-Westerham, die einen Betreuungsplatz benötigen, auch einer zur Verfügung steht.“ Das Haus sei groß und flexibel und verfüge über ausreichend Raumreserve, um langfristig weitere Gruppen der Kinderbetreuung aufnehmen zu können. Die Räume der VHS seien so gestaltet, dass diese – wie auch alle anderen gemeindlichen Einrichtungen – auf Anfrage auch von Vereinen und gemeindlichen Institutionen genutzt werden können.
Bürgermeister Zistl lobte das Engagement der beteiligten Personen und Firmen. So hätten Architekt Rüdiger Pöhlmann und Bauleiter Andreas Hanrieder mit „Herzblut“ an der Fertigstellung gearbeitet und alle auftretenden Probleme gelöst. Ebenso sprach Zistl seinen Dank an die Anwohner aus, die während der Bauzeit Geduld und Verständnis bewiesen, trotz Lärm, Schmutz und Baustellenverkehr.
Ein spannendes Detail des Bauprojekts war die archäologische Begleitung während der Erdarbeiten, die zu faszinierenden Entdeckungen führte. In der Nähe der historischen Römerstraße stießen die Arbeiter auf eine römische Kochstelle, die dokumentiert und gesichert wurde. Doch die Kommune zeigt sich auch von der Gegenwart begeistert. So überzeuge nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, auch im Inneren punkte das Kinderhaus mit durchdachter Funktionalität. Eine Tiefgarage mit 22 Stellplätzen ermöglicht nun bequemes Parken für Mitarbeiter und Kursleitungen, während die Eltern und VHS-Teilnehmer auf den oberirdischen Stellplätzen parken können.
Während einer Gemeinderatssitzung betonte Zistl noch einmal, dass die neu entstandene Parkplatz-Konstellation eine enorme Entlastung für den dortigen Verkehrsbereich darstelle. Durch die Tiefgarage für Mitarbeiter, die über die Schießstattstraße angefahren wird, werden die knappen Stellplätze am Mareisring frei und stehen jetzt während der Bring- und Holzeiten den Eltern zur Verfügung. Dies wirke sich äußerst positiv auf den Straßen- und Kreuzungsbereich aus. Dort entsteht in Kürze auch noch ein Stellplatz für Menschen mit Behinderung. Der barrierefreie Zugang wird durch einen Aufzug gewährleistet, der alle Stockwerke – von der Tiefgarage bis zum Dachgeschoss – miteinander verbindet. Eine Küche mit Anlieferzone stellt zudem sicher, dass die Kleinen gut versorgt sind.
Bei aller Freude hatte der Rathauschef auch einen „negativen Aspekt“ zu beklagen. So sei noch vor der Eröffnung und nur einen Tag, bevor das Schloss in der besagten Tiefgarage angebracht werden konnte, eine Graffiti-Schmiererei aufgetaucht. Es handele sich dabei um einen Schaden in vierstelliger Höhe. „Da gibt es null Toleranz und wenn wir dabei jemanden erwischen, wird es Konsequenzen geben“, so Zistl. Nicolas Bettinger/RE