Haag/Landkreis – Noch nie war sie so teuer: die Butter. Für 250 Gramm des kostbaren Fetts müssen die Verbraucher 2,09 Cent bezahlen, wie der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) in einer Presseerklärung mitteilt. Doch es ist immer noch kein Ende der Kostenerhöhung in Sicht: „Angesichts der Eckdaten am Milch- und insbesondere am Fettmarkt wird diese Preisanhebung nicht die letzte sein“, warnt der Verband.
Moderate
Milchanlieferung
„Auffallend niedrige Inhaltsstoffe, vor allem beim Fettgehalt, eine insgesamt nur moderate Milchanlieferung auch EU- und weltweit – und jetzt kommen auch noch die nicht absehbaren Auswirkungen der Blauzungen-Krankheit hinzu, die bei einigen Molkereien bereits zu spürbaren Fehlmengen geführt haben. Auch die Kuhschlachtungen haben jüngst merklich angezogen. Dass sich einige Akteure auf der Nachfrageseite bei der Einschätzung der Verfügbarkeit von Rahm etwas verkalkuliert haben, dürfte auch zur aktuellen Überhitzung beitragen“, zählt der VMB als Ursachen auf. Auch Hermann Jäger von den Milchwerken Jäger spricht „nur von der Spitze des Eisbergs“, was die Preissteigerung des kleinen Goldstücks betreffe. „Die Inflation macht sich überall bemerkbar, es ist wirklich extrem“, verdeutlicht der Firmenchef. „Die Regierung spricht von einem oder zwei Prozent, es sind aber mindestens zehn“, meint er. Der Basis-Milchpreis liege derzeit bei 50,75 Cent pro Liter, den er an die Landwirte entrichten würde. „Im Sommer waren es rund 40 Cent pro Liter, vor zwei Jahren aber auch schon mal 60 Cent“, sagt Jäger. Der Absatz sei ebenfalls deutlich zurückgegangen, wie die Statistik beweisen würde. „Wir haben zwar selbst noch keinen Rückgang bemerkt, wir liefern aber überwiegend auch nach Italien“, so der Inhaber.
Der steigende Preis für das 250 Gramm große Fettstück habe viele Ursachen, erklärt Jäger. „Milchpreis, Verpackung, Material“, zählt er auf. „Vor allem aber die Energiekosten, die haben sich vervierfacht“, verdeutlicht er. „Wärme und Strom können wir überwiegend selbst erzeugen, wir sind aber auf Gas angewiesen – und die Kosten dafür sind in die Höhe geschnellt.“ Momentan koste das Stück Butter im Hofladen der Milchwerke Jäger 1,99 Euro. „Wir haben im September noch mal um zehn Cent von 1,89 auf 1,99 Euro erhöhen müssen. Im Sommer lag der Preis noch bei 1,59 Euro.“ Das Statistische Bundesamt führt unter „auffälligen Preisveränderungen im August 2024“ ebenfalls den Butterpreis auf, der gegenüber dem Vorjahresmonat um über 25 Prozent angestiegen sei. Das bestätigt die Online-Plattform „Statista“. Im August habe der Verbraucherpreisindex für Butter bei 141,4 Punkten (Referenzjahr 2020 = 100) gelegen.
Seit 2020 um über
40 Prozent gestiegen
„Daraus ist abzuleiten, dass die Kosten dafür seit dem Jahr 2020 um 41,4 Prozent gestiegen sind. Im Jahr 2024 ließ sich insgesamt wieder ein Preisanstieg beobachten“, so die Online-Plattform. Gründe hierfür seien unter anderem ein geringerer Fettanteil von Milch sowie die rückläufige Anzahl der Milchkühe.
Auch Hermann Jäger gehe davon aus, dass „das Preisniveau weiterhin so bleiben, eher noch steigen wird“, vermutet er. So könnte der Verband der Milcherzeuger mit seiner Einschätzung richtig liegen, dass die Kostenanhebung für Butter nicht die letzte sein wird.