Götting – Ein Jahr nach dem 50-jährigen Gründungsfest des SV-DJK Götting feiert nun die Tennissparte des Vereins ihr „goldenes Jubiläum“. Ihre Geburtsstunde schlug mit der Gründungsversammlung am 21. August 1974 in der „Göttinger Alm“. Zu den Gründungsmitgliedern zählte unter anderem Josef Wörndl, der auch in den ersten 14 Jahren als Spartenleiter fungierte.
Ungewöhnliche
Motivationstaktik
„Zunächst wurde auf zwei von den Stockschützen genutzten Asphaltplätzen aufgeschlagen, auf die kurzerhand Tennislinien aufgemalt wurden“, berichtet er und fügt schmunzelnd eine Anekdote hinzu: „Unser erster Tennistrainer war Max Leuprecht, der als Motivation anordnete: Von jedem, der den Ball über die Anlage hinaus schlägt, bekomme ich einen Schnaps. Diese Anweisung hat sich aber als nicht praxistauglich erwiesen, da schon in der ersten halben Stunde zehn oder 15 Bälle rausgeflogen sind.“
Durch den großen Mitgliederzuwachs – 210 im Jahr 1981 – reichten die beiden Hartplätze nicht mehr aus. Daher wurden an der Weidacher Straße auf einer von der Kirchenverwaltung Götting gepachteten, rund 5000 Quadratmeter großen Fläche vier Sandplätze errichtet. „Mit der Tieferlegung der Anlage wurde den unmittelbaren Nachbarn die Einhaltung der gesetzlich vorgesehenen Schallschutzbestimmung zugesichert“, heißt es in den Sparten-Annalen. Die Einweihung der neuen Anlage erfolgte 1982 durch den Göttinger Pfarrer Mathias Bartl und den „Olympiapfarrer“ Karlheinz Summerer. Die beiden Hartplätze wurden 1987 in Sandplätze umgebaut und um einen weiteren Sandplatz ergänzt.
Auf den Plätzen wurden jährlich heiß umkämpfte Vereinsmeisterschaften ausgetragen und die Aktiven spielten erfolgreich in den Ligen des Bayerischen Tennisverbandes. Trotzdem ermüdete auch in Götting der von Boris Becker und Steffi Graf deutschlandweit ausgelöste Tennisboom und die Mitgliederzahl sank im Jahr 2019 sukzessive auf einen Tiefstand von 72.
Den Pachtvertrag mit der Kirchenverwaltung hatte man bereits 2014 aufgelöst. Aber durch eine hervorragende Jugendarbeit und ein zielgerichtetes Werben um neue Mitglieder wurde dann der Umschwung erreicht. So bot man einen regelmäßigen Spieltag an, an welchem insbesondere neue Mitglieder schnell Kontakt fanden und immer jemand „zum Mitspielen“ vor Ort war. Auch die Zusammenarbeit mit der Bruckmühler Volkshochschule trug Früchte. „Im Jubiläumsjahr können wir stolz sein auf unsere Mitgliederzahl von derzeit 135, und auch darauf, dass vier von sechs in den Wettkämpfen des Bayerischen Tennisverbandes gestartete Mannschaften in ihren jeweiligen Altersklassen den Aufstieg geschafft haben“, freut sich Spartenleiter Norbert Piprek. So holten sich die Herren 60 2024 den Meistertitel in der Südliga 1 und stiegen in die Landesliga 2 auf. Die Herren 65 gewannen die Meisterschaft in der Landesliga 2 und qualifizierten sich für die Landesliga 1. Die Herren 70 und die Herren 75 landeten in der Landesliga 1 jeweils auf Platz eins, beide sind damit in die Bayernliga aufgestiegen. Gespielt wird auf den drei Sandplätzen neben der „Göttinger Alm“.
Spiel um den
„Weißwurscht-Cup“
Gefeiert wird das 50-jährige Bestehen spartenintern am morgigen Donnerstag mit einem kleinen Festprogramm. Von 10 bis 13 Uhr geht es auf allen Plätzen bei einem Doppel-/Mix-Turnier in mehreren Runden um den „Weißwurscht-Cup“. Auf die Kinder der Trainingsgruppen warten von 14 bis 16 Uhr, unter der Leitung von Trainerin Jutta Wimmer, verschiedene Spiele.
Den Abschluss und Höhepunkt des Jubiläums bildet ab 18 Uhr ein gemütlicher Abend. Dazu sind alle Tennisfreunde zu einer rustikalen Brotzeit im Multifunktionsraum eingeladen.
„Allrounder“ Reinhard Eisenhammer lässt dabei per Video die vergangenen 50 Tennisjahre in Götting Revue passieren. Als musikalische Kulisse im Hintergrund hält Till Zehmisch Hits aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren bereit.
Für den Jubiläumstag hat Spartenleiter Norbert Piprek auch einen ganz persönlichen Wunsch, dass „alle Tennisfreunde sich dabei gut unterhalten und auch besser kennenlernen“.