Spezialarbeiten am Kriegerdenkmal

von Redaktion

180 Kilo schwerer Löwenkopf – Enthauptetes Steingebilde sorgt für Aufsehen

Bad Aibling – Es gibt nichts, was es nicht gibt. Wer mit dieser Annahme am Dienstag durch Bad Aibling spaziert ist, den dürfte es womöglich nicht verwundert haben, dass beim Anblick des Kriegerdenkmals bei der Glonnbrücke an der Irlachstraße irgendetwas nicht stimmte. Alle anderen Augenzeugen dürften beträchtlich gestaunt haben. Denn beim genauen Hinschauen fiel auf, dass dem überlebensgroßen Steinlöwen etwas Essenzielles fehlte – der Kopf war weg.

Kein Diebstahl
und kein Scherz

Doch glücklicherweise steckt hier keine Diebesbande dahinter. Auch haben sich Jugendliche keinen geschmacklosen Spaß erlaubt. In diesem Fall ist alles mit rechten Dingen zugegangen. Denn der Kopf des ruhenden Löwen in neoklassizistischem Stil hat sich über die Jahrzehnte hinweg wohl witterungsbedingt gelockert, erklärt Peter Franke gegenüber dem Mangfall-Boten. Mit seiner Fachfirma Franke Naturstein sei er von der Stadt Bad Aibling beauftragt worden, den Löwenkopf wieder besser zu befestigen. „Wir haben den Kopf zunächst runtergenommen und alles sauber gemacht“, sagt Geschäftsführer Franke. Was nach ein paar einfachen Handgriffen klingt, ist in Wahrheit Spezialarbeit mit schwerem Gerät. Denn laut Franke wiege der fest „verdübelte“ Löwenkopf alleine schätzungsweise 180 Kilogramm. Das wiederum erforderte den Einsatz eines Lkw mit Spezialkran, mit dem der Koloss herunter gehievt wurde.

Doch die Kurstadt musste nicht lange auf den Löwenkopf des Gefallenendenkmals verzichten. Noch vor Ort behandelte Franke den Stein und montierte ihn anschließend wieder an. „Der ist jetzt wieder verdübelt und neu geklebt“, sagt Franke und spricht von einem speziellen frostsicheren Harz, das er verspachtelt habe. Nun will er den Steinkopf in Kürze noch abschleifen, was jedoch aufgrund der Wettervorhersage für heute noch etwas aufgeschoben werden müsse, so der Geschäftsführer der Steinmetz-Firma, die unter anderem vor einigen Jahren die König-Ludwig-II.-Statue in Kolbermoor restaurierte, nachdem sie ein Sturm 2019 vom Sockel gefegt hatte.

Eine Antwort der Stadt auf die Anfrage des Mangfall-Boten, warum der Löwenkopf neu befestigt werden musste, steht bislang noch aus.

Das Kriegerdenkmal bei der Glonnbrücke an der Irlachstraße steht seit über 100 Jahren an Ort und Stelle. Nachdem der ursprünglich dort errichtete Obelisk an den Friedhofsvorplatz versetzt worden war, errichtete man hier im Jahre 1923 in einem Eichenhain ein neues Gefallenendenkmal aus Rotmarmor, das ein überlebensgroßer ruhender Löwe in neoklassizistischem Stil ziert, heißt es seitens der Aib-Kur.

Vier weitere
Kriegerdenkmäler

Weitere Kriegerdenkmäler befinden sich in den Friedhofskapellen von Willing, Berbling, Mietraching sowie in der Gedächtniskapelle Harthausen. Für die Ellmosener Gefallenen wurde in der Kirche eine Gedenktafel angebracht. Und sollte in puncto Löwe nun jemand auf falsche Gedanken kommen, dem gibt Peter Franke schmunzelnd mit auf den Weg: „Der Kopf ist jetzt dermaßen fest, den kriegt man nicht einfach ab.“

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