Feldkirchen-Westerham – Während sich die Kommune zuletzt intensiv mit dem Sturzflut-Risiko-Management für den Ortsteil Vagen beschäftigt hat, sollen diverse Hochwasser-Schutz-Maßnahmen nun auch auf die ganze Gemeinde Feldkirchen-Westerham ausgeweitet werden. So behandelte der Gemeinderat kürzlich einen CSU-Antrag auf Erweiterung des kommunalen Sturzflut-Risiko-Managements auf das gesamte Gemeindegebiet, was Bürgermeister Johannes Zistl (OLV) als „sehr sinnvoll“ bezeichnete.
Positiver
Handlungsanstoß
Grundsätzlich bewerte man den Anstoß angesichts aktueller Wetter-Ereignisse ohnehin als äußerst positiv. So sollen aufgrund der vermehrten Starkregen-Ereignisse „unbedingt weitere Bereiche der Gemeinde Feldkirchen-Westerham im Hinblick auf Sturzfluten geprüft und Konzepte geplant werden“. Da es in puncto Hochwasser einige Brennpunkte gebe, würde eine Ausweitung auf die gesamte Gemeinde guttun, begründete Zweite Bürgermeisterin Christiane Noisternig (CSU) den Antrag.
Im Hinblick auf die Durchführung im kompletten Gemeindegebiet stellte die Verwaltung bei aller Zustimmung jedoch auch klar, dass aufgrund der hohen Kosten vorab eine „Differenzierung der Schadenspotenziale“ vorgenommen werden sollte. Dabei sei zu unterscheiden, inwieweit ganze Ortsbereiche oder aber einzelne Anwesen betroffen sind. Wie gerufen kommt da die neue Verpflichtung der Wasserwirtschaftsämter, den Gemeinden für diesen Zweck kostenlose Sturzflut-Checks anzubieten. Laut Gemeindeverwaltung könnte ein solcher Check vorgelagert zur Beauftragung eines weiteren Sturzflut-Risiko-Managements erfolgen. Der Gemeinderat könnte später dann die festgestellten Schwerpunktgebiete festlegen. „Nicht nur Flüsse, (Wild-)Bäche und Gräben bergen Gefahren, auch Überflutungen in Folge von Starkregen oder die Überlastung von Entwässerungssystemen gilt es im Blick zu behalten“, heißt es seitens des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim. Deshalb biete man ab sofort ein „neues, ganzheitliches Beratungskonzept“ für alle Kommunen zum Umgang mit Wassergefahren an. Denn zur Verminderung von Hochwasserrisiken bestünden vielfältige Handlungsmöglichkeiten, die man gemeinsam mit den Gemeinden erarbeiten will. Dafür stünden nun „Hochwasser-Checker“ bereit. „Das hört sich gut an“, befand etwa Gemeinderat Bernhard Neumaier (CSU), der sich jedoch wünschte, sich bei der Bewertung nicht nur auf das Wasserwirtschaftsamt zu verlassen, sondern auch etwa bei den Feuerwehren abzufragen, wo es Überschwemmungseinsätze gegeben hat. Dies sei laut der Verwaltung jedoch ohnehin vorgesehen.
Grundsätzlich ist für Konzepte des Sturzflut-Risiko-Managements eine Förderung von bis zu 75 Prozent möglich. Bevor nun weitere Maßnahmen ergriffen werden, sprach sich der Gemeinderat einstimmig (22:0 Stimmen) dafür aus, zunächst den Hochwassercheck des Wasserwirtschaftsamtes abzuwarten.