Bad Aibling – Das Stück „Meine Leiche, deine Leiche“ steht beim Theater Aibling heuer auf dem Herbst-Spielplan. Im Mittelpunkt der Handlung des höchst vergnüglichen Dreiakters von Christine Steinwasser steht der Unternehmer Albrecht Greifenbrecht (Robert Krämer), ein kalter Machtmensch und Tyrann. Er schikaniert seine verängstigte Sekretärin Elisa Eisendorf (Petra Wolf), demütigt Ehefrau Charlotte (Diana Bayer) und Tochter Dietlinde (Juliana Schütz) und lässt auch seine Schwester Felicitas (Katharina Barth) kalt abblitzen. Außerdem unterdrückt er seinen Buchhalter Gottfried Klinger (Alex Kuk) und wirft kurzerhand seinen Kompagnon und Geschäftspartner Rupert Graf von Schmierstein (Marinus Gartmeier) aus der Firma.
Ein Scheusal, das
alle ermorden wollen
So ist es kein Wunder, dass bei den Personen, die unter dem zynischen Scheusal leiden, Mordgedanken aufkommen. Alle haben ein verständliches Motiv, Albrecht Greifenbrecht umzubringen. Getrennt voneinander treffen sie ihre Vorbereitungen dafür. Ehefrau Charlotte erhält dabei Unterstützung durch ihren jugendlichen Liebhaber Jean Michael (Max Barth).
Eines Morgens entdeckt Hausmeister Alfons Moosgruber (Dominik Brandstetter) den leblosen Firmenchef und ruft die Polizei: „Es gabat a Leich.“ Als jedoch der genervte Inspektor Ignatz Irre (Simon Rottmüller) und seine etwas dümmliche Assistentin Gudrun Glabmas (Katharina Steckler) eintreffen, ist die Leiche plötzlich verschwunden. Der verärgerte Kriminaler glaubt an einen „Fehlalarm“, ahnt jedoch nicht, wie dramatisch und turbulent sich die Dinge fortan entwickeln.
Mehr von der Handlung soll an dieser Stelle mit Rücksicht auf die weiteren Aufführungen nicht verraten werden. Das ausnahmslos typengerecht besetzte Ensemble verlieh den Figuren des Stücks sehr authentisch Leben und offenbarte dazu erfrischende Spiellaune. Dabei standen mit Juliana Schütz, Katharina Barth, Max Barth, Dominik Brandstetter und Katharina Steckler fünf Akteure zum ersten Mal auf der Bühne. Sie ließen jedoch keinerlei Nervosität erkennen, dafür aber reichlich Talent. Dadurch fielen sie von den erfahrenen Ensemblemitgliedern in keiner Weise ab. Dies ist sicher auch ein Verdienst des Regie-Tandems Gregor Schumm und Lisa Rottmüller, das mit sicherer Hand und ideenreich den Handlungsablauf steuerte und das Bühnengeschehen zu keiner Zeit in den Klamauk abgleiten ließ.
Frenetischer Schlussapplaus
Souffleuse Tatjana Leikam blieb so gut wie beschäftigungslos. Unbedingt zu erwähnen ist noch das stimmige Bühnenbild, das Fredl Breisl mit seinem Team geschaffen hat. Es zeigt ein gediegenes Unternehmerbüro in altdeutschem Stil mit dunkler Eiche, antiquierten Ornamenttapeten und Jagdtrophäen.
Die Premierenbesucher im vollen „Luli“-Theater, darunter waren unter anderem die Stadtratsmitglieder Dr. Thomas Geppert, Richard Lindl, Christian Schönberger und Johann Schweiger, der Vorsitzende des Bezirksverbands oberbayerischer Amateurtheater, Walter Prochaska, sowie mehrere Vertreter von Vereinen, spendeten reichlich Szenenapplaus und einen frenetischen Schlussbeifall.