Kematen – „Wasser ist das kostbarste Nahrungsmittel und verdient eine wertschätzende Achtung.“ So bezeichnete es Pater John, Geistlicher der Pfarrei St. Martin Au, Kematen-Dettendorf, bei einem Gedenkgottesdienst zu Ehren verstorbener Mitglieder der Wassergemeinschaft „Großer Stein“ in der Kemater Pfarrkirche. Er schloss dabei auch jene Menschen weltweit ein, denen es an sauberem und sicherem Wasser mangelt.
Ziel ist gesicherte
Versorgung
Anlass für einen kleinen Festakt mit geselligem Beisammensein im Gasthaus Weingast war das 30-jährige Bestehen der Wassergemeinschaft. Eingeladen und organisiert hatten der neugewählte Vorsitzende Christoph Millauer, sein Stellvertreter Josef Engelsberger, Kassierin Monika Engelsberger und Schriftführer Andreas Gasteiger.
Christoph Millauer trat kürzlich die Nachfolge seines Vaters Wastl an, der zehn Jahre als Zweiter Vorstand und 20 Jahre als Erster Vorsitzender Verantwortung für die Wasserversorgung in Kematen, Eckersberg, Lengendorf bis Schweigfeld einschließlich aller Weiler trug. Eine gesicherte Versorgung mit reinem Trinkwasser war bis zur Inbetriebnahme der Anlage am 23. Juli 1994 keine Selbstverständlichkeit. Trockene Sommer führten zu Engpässen, und die Schüttungen der vorhandenen Quellen waren zu gering, um eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten. Not- und Abhilfemaßnahmen wie aufwendige Wassertransporte durch die freiwillige Feuerwehr beeinträchtigten die Qualität, und der Einbau einer Chloranlage war die Folge. 1981 begann die Gemeinde Bad Feilnbach mit Planungen für eine sichere Wasserversorgung, die jedoch verworfen wurden. 1992 entwickelte die Gemeinschaft neue Pläne, die auch die Gemeinde überzeugten. Ohne staatliche Zuschüsse, abgesehen von Beiträgen zur Löschwasserversorgung, wurde das Projekt in Eigenregie umgesetzt. Der Weg von der Wassersuche über Verhandlungen bis zur Fassung einer ergiebigen Quelle in Niklasreuth war herausfordernd. Im Sommer 1993 wurde das Wassernetz erstellt und 1994 der Hochbehälter gebaut. Seitdem profitieren die Wassergemeinschaft „Großer Stein“ und Niklasreuth von dem Projekt. In seinem Rückblick würdigte Christoph Millauer die Verdienste der treibenden Kräfte Balthasar Köllmeier, Sepp Millauer, Bernhard Kobsa und Martin Engelsberger sowie die Unterstützung unzähliger Bürger. Die Wassergemeinschaft war bis heute nicht untätig. Bis 1996 wurden Anwesen angeschlossen, 1997 eine Ringleitung zur Versorgung von Ortsteilen gebaut und 1999 die Wassergenossenschaft Niklasreuth angeschlossen. Seit 2023 gibt es einen Notverbund mit der Wasserversorgung Miesbach, und seit Juli 2023 existiert ein Antrag auf eine wasserrechtliche Verlängerung.
Vieles war
eine Herausforderung
Wastl Millauer betonte rückblickend, dass eine sichere Wasserversorgung mit gestiegenen Qualitätsansprüchen immer eine Herausforderung war. Er wünschte seinem Sohn Christoph in dessen Amt eine gute Hand und sicherte ihm die Unterstützung zu.