Bad Aibling – Berni, Annabell und Braunhase erfolgreich behandelt: Kuscheltiere im Teddybärkrankenhaus. Mit Kindern den Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen, ist oft nicht einfach, doch die Angst davor muss nicht sein. Deshalb öffnete das Teddybärkrankenhaus in der Romed Klinik Bad Aibling für zwei Tage wieder seine Türen. Initiiert wurde die „Spezialklinik“ 2017 von Nico Hanny.
Der Arzt ist Dozent an der Romed Klinik Rosenheim und bringt das Teddybärkrankenhaus regelmäßig nach Bad Aibling. „Seit 2017 haben bereits 6255 Kinder teilgenommen“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Kinder, ab drei Jahren, erhalten durch ihr mitgebrachtes „krankes“ Kuscheltier und den Wechsel von der Patienten- in die Arzt- oder Beobachterrolle spielerisch einen Einblick in den Ablauf eines Krankenhausbesuches.
Krankenakte
wird angelegt
In der Aufnahme werden die Kinder begrüßt und mit ihnen zusammen eine Krankenakte angelegt. Das Kuscheltier wird dafür gemeinsam gemessen, gewogen und die dazugehörige Krankheitsgeschichte erfragt. Danach geht es in den Malraum, und anschließend wird das Kind von einem Teddydoc im Wartebereich abgeholt. In einem kleinen, abgetrennten Behandlungsbereich wird gemeinsam ins Ohr und auf die Haut geschaut oder das Herz mit echten medizinischen Instrumenten abgehört.
In die OP-Kleidung
geschlüpft
Natürlich muss auch ein aktueller Impfschutz überprüft und Blut abgenommen werden. Dann wird das weitere Vorgehen festgelegt. Die dreijährige Vivian hatte ihre Puppe „Annabell“ mitgebracht, die unter Kopfschmerzen litt.
Nach der Erstellung des Krankenblattes vertrieb sie sich die Zeit bis zur Untersuchung im Malraum. Bei Elisabeths „Braunhase“ lagen gar multiple Beschwerden vor, nämlich Ohrenweh, Fieber, Bauchweh und ein Mückenstich. Das erforderte umfangreiche Untersuchungen, die die Vierjährige unter anderem mit dem Stethoskop und dem Otoskop durchführte. Der sechsjährige Luis hat mit seinem Kuschelbär „Berni“ (im FC Bayern-Trikot) das Aufnahme- und Untersuchungsverfahren bereits durchlaufen. „Berni“ hatte nach dem Fußballspielen über heftige Schmerzen im linken Bein geklagt, doch die Röntgenbilder gaben keinen Aufschluss über die Beschwerden. So schob Luis den „Patienten“ eigenhändig in das MRT-Gerät, das der Ursache auf den Grund kam. Auf dem MRT-Bild erkannte Teddydoc Monika, dass „Berni“ eine kleine Christbaumkugel verschluckt hatte. „Dadurch wurden die Schmerzen ins Bein ausgestrahlt“, erläuterte sie.
Aufgrund dieser Diagnose war eine Operation unumgänglich. Zunächst wurde Luis mit Original-OP-Kleidung ausgestattet, und „Berni“ bekam im OP-Saal eine Sauerstoffmaske verpasst. Dann führte Luis unter Anleitung von Monika den Bauchschnitt durch. Das „Fremdobjekt“ wurde erfolgreich entfernt und danach die Wunde mit einem Verband versorgt. Den Abschluss bildete der Gang in die Apotheke, wo Luis anhand des für „Berni“ ausgestellten Rezepts eine „Aua-Bauch“-Medizin und als Trostpflaster Gummibärchen erhielt.
Blick in den
Krankenwagen
Für die Kinder und ihre Eltern bestand unter anderem auch die Möglichkeit, das Innenleben eines Krankenwagens zu erkunden. Dominik Draxinger von der BRK-Bereitschaft stellte den Gästen die Rettungstrage, den Notfallrucksack, den Defibrillator und die Absaugpumpe vor. Die Eltern konnten sich des Weiteren über gesunde Ernährung und Erste Hilfe informieren. Überaus positiv äußerten sich Väter und Mütter zum Teddybärkrankenhaus. „Eine ganz tolle Aktion“, „Hat uns und unseren beiden Kindern sehr gut gefallen“ und „Das Teddydoc-Personal macht das mit sehr viel Liebe“ lauteten einige elterliche Aussagen. Mehr als zufrieden fiel auch das Fazit von Teddydoc-Chefarzt Nico Hanny aus: „Wir sind für die beiden Tage von insgesamt 350 bis 400 Kindern ausgegangen – am Ende waren es 646. Mein Dank gilt allen großen und kleinen Gästen und natürlich auch meinem Personal.
Das Teddybärkrankenhaus findet voraussichtlich auch kommendes Jahr wieder in Bad Aibling statt.“ Anzumerken ist noch, dass das Teddybärkrankenhaus in Bad Aibling durch Startklar Soziale Arbeit Rosenheim-Ebersberg und die Sparkassenstiftung für den Landkreis Rosenheim ermöglicht wird.