Musi-Kirta nach gutem Brauch

von Redaktion

Tradition im Festzelt – Karl Korn wird gefeiert – Volles Haus in Au bei Bad Feilnbach

Bad Feilnbach – Auch wenn andernorts manche Bräuche an Kirchweih nicht mehr als zeitgemäß gelten, wurde zur Wahrung von Brauchtum und Kultur in diesem Jahr wieder ein schöner Auer Musi-Kirta gefeiert. Von Freitag bis Dienstag durfte die Auer Musi als Veranstalter an allen Abenden fröhliche, feierhungrige und vor allem friedliche Gäste im beheizten Festzelt am Musikpavillon an der Aubachstraße willkommen heißen. Volles Haus bestimmte die Szene am Eröffnungsabend, als junge Musiker schwer beladen Spanferkelhälften frisch vom Grill mit Knödel und Soße an die Biertische hungriger Gäste servierten. Örtliche und benachbarte Vereine, Firmenvereinigungen oder andere gut gelaunte Gemeinschaften hatten die Tische im Vorfeld reserviert. Für Unterhaltung und Stimmung sorgte der Gastgeber.

Auch wenn die Haare mehr oder weniger ergraut oder sogar blanke Spuren auf der Kopfhaut hinterlassen, ist die hohe Qualität an böhmisch-mährischer Blasmusik der Blaskapelle „Stoijanka“ nach 26 Jahren erhalten geblieben. Dafür sorgte ihr derzeitiger Leiter Peter Besl mit einem abwechslungsreichen Repertoire. Der aus Agatharied stammende Musiker vermisste lediglich tanzfreudige Besucher auf dem Parkett, welche die Kapelle aus früheren Zeiten gewohnt war. Einen besonderen Auftritt am Abend hatte der 85-jährige „Bauwagner Kari“, Karl Korn aus Au. Der vermutlich letzte Knecht in Bayern, sowie treuer Anhänger und Helfer der Auer Musi, durfte unter frenetischem Applaus die Jubiläumskapelle dirigieren.

Höhepunkt des noch „G´scheidn Kirta“ war der Kirtamontag, der mit einem Gottesdienst zu Ehren verstorbener Mitglieder seinen Anfang nahm. Pater John, Geistlicher der Pfarrei St. Martin Au, Kematen-Dettendorf, erinnerte in seiner Predigt nicht nur an die Tradition, sondern auch an das Dankeschön der Musiker, ihre verstorbenen Mitglieder als einstige Stütze der Gemeinschaft mit einer Messfeier zu würdigen.

Gebührlich Feiern war nach einem prächtigen Festzug im beheizten Zelt angesagt. Festwirt Anian Kurz und sein Team warteten mit beliebten Kirtaschmankerln wie Ente vom Grill, Kesselfleisch und anderen Delikatessen auf. Zufrieden äußerten sich Musikerfrauen über den Absatz ihrer frisch ausgebackenen Kirtanudeln sowie zahlreicher Kuchen aus eigener Herstellung. Für beschwingte Takte sorgte die Auer Musi. Peter Strim

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