Von Pfahl zu Pfahl

von Redaktion

Bürgermeister und Vermesser erkunden Gemeindegrenze – 14 Kilometer Fußmarsch

Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – Hart an der Grenze bewegte sich vor einigen Tagen eine rund 25-köpfige Gruppe. Die Teilnehmer führten eine Begehung der nordwestlichen Grenze der Marktgemeinde durch. Ausgangspunkt der „Grenzpfahl-Expedition“ war das Gemeinschaftshaus in Holzham, wo Bürgermeister Richard Richter die „Pfahl-Wanderer“ zur dritten von insgesamt fünf Etappen begrüßte, „dieses Mal mit guten Nachbarn aus dem Westen, nämlich der Gemeinde Feldkirchen-Westerham.“

Für Zistl ein „Buch
mit sieben Siegeln“

Deren Rathaus-Chef Johannes Zistl bekannte: „Für mich ist eine Grenzbegehung noch ein Buch mit sieben Siegeln.“ Augenzwinkernd äußerte er: „Ich hoffe, dass mithilfe unserer Feldgeschworenen heute Abend unser Gemeindegebiet um mindestens einen Hektar größer ist.“

Zur gemeindeübergreifenden Grenzdelegation zählten unter anderem der Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) Rosenheim, Falk Brem mit Vermessungsdirektor Berthold Günther, Vermessungsamtsrätin Irene Rixner und Martina Irger, Fachbereichsleiter Markus Zehetmaier und Christina Riedl aus dem Bruckmühler und Regina Fuchs aus dem Feldkirchener Rathaus sowie die Feldgeschworenen beider Kommunen.

Angeführt von Josef Hochwind, Obmann der Bruckmühler Feldgeschworenen, wurde ab dem Grenzpfahl zur Gemeinde Baiern westlich des Bruckmühler Ortsteils Hirschberg in Richtung Süden der Grenzverlauf abgeschritten und ein Großteil der Grenzmarkierungen in Augenschein genommen. Für einen ersten Teilbereich bildete die Glonn die Grenze, in der auch ein Grenzpfahl steht. „Wenn ein Bach oder Fluss die Grenze bildet und sich der Wasserlauf auf natürliche Weise verändert, geht die Grenze automatisch mit“, erläuterte der Leitende Vermessungsdirektor Falk Brem, der auch die Grüße von Landrat Otto Lederer übermittelte.

Der Höhenrainer Jagdvorstand Siegfried Raß erklärte: „Die Gemeindegrenze entspricht jeweils auch der Jagdgrenze“. Im weiteren Verlauf passierten die „Grenzgänger“ den Einödhof „Zum Winterblöcker“ mit dem nördlichsten Weiher der Marktgemeinde. „Dieses Gewässer ist sauberer als die Höglinger Weiher“, merkte Josef Hochwind mit Blick auf die dortige Algenplage schmunzelnd an. Die weitere Wegstrecke führte unterhalb der Kleinhöhenrainer Kirche St. Bartholomäus vorbei und folgte auf einem Teilstück dem „Wanderweg der Sinne“, bevor zur Mittagspause am Sägewerk Grabichler in Maxhofen eingekehrt wurde.

Danach erfolgte eine offizielle Amtshandlung: An der Gemeindegrenze an der Wertacher Straße schlug Bürgermeister Johannes Zistl symbolisch einen neuen Grenzpfahl ein, assistiert von seinem Amtskollegen Richard Richter und ADBV-Chef Falk Brem.

Über Wiesen
und Waldboden

Die restliche „Wanderroute“ führte über Neuhaus und Bergham und die Berghamer Leite hinunter zu den Vagener Stauseen. Anzumerken ist, dass die Grenzgänger-Gruppe auf ihrer 14,1 km langen „Fußmarschstrecke“ sich nur sporadisch auf Wegen bewegten. Sie „wandelten“ vielmehr im unwegsamen Gelände und kreuz und quer auf teils sumpfigen Wiesen und Waldböden und durch Gestrüpp und überquerten häufig Gräben und kleinere Bäche.

Abgeschlossen wurde die Grenzbegehung in der Bruckmühler Marktküche. Markus Zehetmaier bedankte sich im Namen der Marktgemeinde bei allen Teilnehmern für ihr Mitwirken und bei Christina Riedl für die Organisation. Ein positives Fazit zog Vermessungsamts-Leiter Falk Brem: „Auch bei der dritten Begehung der Gemeindegrenze des Marktes Bruckmühl, diesmal im Bereich der Grenze zu Feldkirchen-Westerham, zeigten die Bruckmühler Feldgeschworenen wieder ihr Engagement für ihr Ehrenamt. Dank ihrer genauen Ortskenntnis und der guten Vorbereitung konnte allen Beteiligten der genaue Verlauf der Grenze auch im unwegsamen und selten begangenen Gebiet gezeigt werden.“

Artikel 1 von 11