Die Bären sind los beim Stadltheater

von Redaktion

Die Theaterer aus Bruckmühl spielen die Komödie „Achtung Bär!“ von Reto Gmür. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert von dem Stück rund um eine finanziell angeschlagene Gemeinde, die ihr Heil in einer absurden Idee sucht.

Bruckmühl – Unter der Regie von Uli Burggraf zeigt das Stadltheater Bruckmühl in seinem diesjährigen Herbststück die Komödie „Achtung – Bär!“ von Reto Gmür.

Voll besetzt war die Heufelder Theaterhalle bei der Premiere und die gut organisierte und schmackhafte Bewirtung von Manuela Hengler und ihrem Team erhöhte zusätzlich die Vorfreude der Anwesenden, zu denen auch zahlreiche Mitglieder der Theatergruppe des Heufelder Trachtenvereins gehörten.

Der Bär lockt
die Touristen

Der Vorhang hob sich und die Bären waren los. Darum geht es in dem Stück: In der kleinen Gemeinde Moosbach, die sehr auf Einkünfte aus dem Tourismus hofft, fällt der einzige Skilift einem Bergrutsch zum Opfer. Die finanzielle Krise trifft den Ort zudem zur ungünstigsten Zeit, denn Martha Huber, Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Oberwiesen (Renate Forstner), strebt eine Fusion der beiden Ortschaften an und die Abstimmung dazu steht bevor. Für Alois Schramm, Bürgermeister und Bären-Wirt im gleichnamigen Gasthof von Moosbach (Thomas Sedlmair) eine unzumutbare Vorstellung. Britta Fischer, die Leiterin des örtlichen Tourismusbüros (Anna Meixner), und Alois Schramms Bruder, der Jäger Sepp (Hans Atzinger), teilen die Sorgen. Zumal im Hinblick auf die Abstimmung auch die Journalistin Vera Haas (Anna Zuckermaier) geschäftig unterwegs ist. Nur Ulla Schramm, Ehefrau von Alois (Margit Reiser), und gleichzeitig Freundin von Martha Huber, bleibt auf Distanz, weil sie wütend ist, weil ihr Mann ihren Geburtstag immer wieder vergisst.

In der Verzweiflung kommen Alois Schramm und seine Vertrauten auf die absurde Idee, vorzutäuschen, ein Bär sei auf Moosbachs Gemeindegebiet unterwegs. Dies bringt dem Ort zunächst mediale Aufmerksamkeit und, wie geplant, Gäste, denen man vorgaukelt, dass man den Bär bei „Bear-Waching-Touren“ zu Gesicht bekommen könnte. Doch auch die Gäste verfolgen persönliche und teilweise gegensätzliche Interessen. Die Wildbiologin Sybille Maier (Katrin Krieger) soll für die Regierung alle Informationen über den Bären sammeln. Dieter Krüger, Unternehmer und Großwildjäger (Thomas Küster), möchte den Bären am liebsten sofort erlegen und seiner Trophäensammlung einverleiben. Die engagierte Tierschützerin Gaby Neumann (Daniela Osterloher) hingegen will dem „Tiermörder“ Krüger unbedingt das Handwerk legen. Als die Tourismuschefin Britta Fischer schließlich noch den Schausteller und Dompteur Fritz Fiedler (Max Burggraf) zu Hilfe holt, überschlagen sich die Ereignisse.

Sichtbare
Spielfreude

Bürgermeister Alois Schramm und seine Unterstützer kommen mehr und mehr in die Bredouille. Gibt es einen Ausweg? Das sei hier nicht verraten.

Nur so viel: Das Stück ist spannend. Und die Akteure bringen mit viel Engagement und sichtbarer Spielfreude ihre Figuren auf die Bühne. Bei Hans Atzinger, Katrin Krieger und Daniela Osterloher hatte der Begriff „Premiere“ an diesem Abend einen ganz besonderen Klang, handelte es sich doch für sie auch um die persönliche Premiere des ersten Bühnenauftritts. Gut gemacht!

Die mit viel Einsatz erbrachte Team-Leistung, die auch Bühnenbau, Maske, Kostüme, Technik und Beleuchtung einschloss, verhalf dem Publikum zu einem sehr unterhaltsamen Abend. Die Zuschauer dankten mit einem kräftigen Schlussapplaus.

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