Bad Aibling – Mit einem Rückblick auf das Geschäftsjahr von Oktober 2023 bis September 2024 eröffnete Bürgermeister Stephan Schlier die Bürgerversammlung im Kurhaus. Die Bürger von Bad Aibling hatten anschließend die Gelegenheit, Lob und Kritik zu äußern. Der Kurhaussaal war so gut besucht wie lange nicht mehr, was den Bürgermeister besonders freute. Er begrüßte auch Stadtpfarrer Philipp Kielbassa, der erstmals anwesend war.
Bürgermeister Schlier begann seinen informativen Rundgang durch das Stadtgeschehen mit der Bücherei, die im Jahr 2023 beeindruckende 202603 Ausleihungen und über 3750 aktive Nutzer verzeichnete. „Die Leseförderung ist für die Bücherei die Hauptaufgabe“, betonte Schlier. Ein Höhepunkt war die Auszeichnung mit dem Bayerischen Bibliothekspreis 2023, die den Einsatz der Bücherei gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit würdigte.
Beeindruckende
Zahlen
Das Stadtmarketing ist vielfältig aktiv. Aktuelle Projekte sind der Christkindlmarkt und die Nacht der 1000 Lichter. Weitere Vorhaben umfassen die Belebung der Innenstadt, das Leerstandsmanagement und die Neugestaltung des Bahnhofs. Zukünftig sollen auch die Angebote für Kinder und Jugendliche ausgebaut werden.
Beeindruckende Zahlen präsentierte Schlier beim Thema Haushalt. Der Verwaltungshaushalt 2024 beträgt 59,5 Millionen Euro, was einem Anstieg von 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Rund 66 Prozent werden durch Steuereinnahmen finanziert. Der Vermögenshaushalt liegt bei 26,9 Millionen Euro, wobei knapp 72 Prozent in Baumaßnahmen investiert werden. Die Kreisumlage belastet den Haushalt mit rund 13,6 Millionen Euro. „Wir müssen sogar mit einer weiteren Erhöhung des Umlagesatzes rechnen“, prognostizierte der Bürgermeister. Der Gesamthaushalt beläuft sich auf 86,5 Millionen Euro, bei einem Schuldenstand von 60,7 Millionen Euro und Rücklagen von neun Millionen Euro. Schlier verwies auf die schwierige Haushaltslage vieler Gemeinden, bedingt durch erhöhte Personalkosten, Kreisumlagen und Kosten für Kinderbetreuung. Ein Haushaltskonsolidierungskonzept soll helfen, sich auf Pflichtaufgaben zu konzentrieren und freiwillige Ausgaben kritisch zu prüfen. Die schlechte Wirtschaftslage zeigt sich auch in den Bauanträgen. 2023 wurden 136 Anträge gestellt, bis Mitte September 2024 nur noch 84. Schlier erwähnte zahlreiche Hochbauprojekte, darunter den Neu- und Umbau der Feuerwehr Bad Aibling und in Willing, das Kinderhaus Harthausen-Ost und das Dorfgemeinschaftshaus in Berbling. Im Tiefbau laufen Projekte wie der Ausbau der Ghersburgstraße und das Baugebiet Brechstubenweg/Flachsring. Der Bauhof ist ein großer Rückhalt bei Notfällen, wie beim Schneebruch im vergangenen Winter und bei Hochwasserlagen.
Der Klimaschutz nimmt breiten Raum ein. Ein Klimaschutzkonzept legt priorisierte Ziele fest, darunter die Verringerung der Treibhausgasemissionen und die Kostensenkung durch Energieverbrauchsanalysen. Aktuell werden Förderanträge, Hitzeschutzplanung und eine Ist-Analyse für das Energiemanagement bearbeitet.
Die AIB-Kur deckt ein breites Portfolio ab und richtet ihre Aktivitäten an der Überschrift „Gesunde Stadt“ aus. 75830 Gäste erlebten 2023 Veranstaltungen wie Kultur im Park, Kaffeehausmusik und das Parkfest. Neue Projekte sind E-Bikes & Fahrradverleih, Smart Health City und eine Progressive Web App.
Statistische Daten nannte Schlier ebenfalls: Der Einwohnerstand beträgt 20904, davon 3520 unter 18 Jahre und 4700 über 65 Jahre. Es gab 125 Eheschließungen und 545 Sterbefälle. Die Stadt verfügt über 183 Kinderkrippenplätze, 735 Kindergartenplätze und 229 Kinderhortplätze.
Ein weiteres Thema war das Heiznetz „Bad Aibling Nord“. Geplant ist der Bau einer regenerativ betriebenen Heizzentrale im Aiblinger Norden. Diese soll Versorgungssicherheit bieten und umweltverträglich sein. Der Bau des DLRG-Ausbildungszentrums wird mit der Einrichtung einer Heizzentrale kombiniert. Eine Bürgerinformation dazu findet am 12. November um 18 Uhr im Besprechungsraum der Stadtwerke Bad Aibling statt.
„Chaotische Zustände
an der Therme“
In der allgemeinen Aussprache wurden Themen wie Verkehr und Bauen angesprochen. Eine Bürgerin berichtete von „chaotischen Zuständen“ an der Therme. Schlier erklärte, dass das Amt für Verkehrsrecht bereits involviert ist. Ein Bürger aus Ellmosener Wies sprach die Grundwasserproblematik an. Schlier versicherte, dass Maßnahmen geprüft werden. Weitere Anfragen betrafen die Straßeneinmündungen im Bereich der Münchner Straße und der Bahnhofstraße.
Zum Schluss dankte Bürgermeister Stephan Schlier dem Stadtrat und der Verwaltung für ihre Arbeit und die gute Zusammenarbeit. Er lobte das Interesse der Bürger und betonte, dass die genannten Daten die umfangreiche Arbeit der Stadt unterstreichen sollen.