Au – Klassentreffen sind eine wunderbare Gelegenheit, um in Erinnerungen an die Schulzeit zu schwelgen. Jüngst trafen sich 27 ehemalige Schüler, die 1953 und 1954 geboren wurden und im September 1960 in den Volksschulen von Au, Kematen, Dettendorf und Willing ihre Schullaufbahn begannen. Die Zusammenkunft in Au wurde von Irmgard Modler und Helmut Hingrainer organisiert.
Lichterherz für
die Verstorbenen
Wie einst in ihren Schulen, zeigten die Anwesenden auch bei diesem Treffen ihre kameradschaftliche Verbundenheit. Eine würdevolle Andacht in der Auer Taxakapelle leitete das Treffen ein. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Stubenmusikquartett Silvia Breiter, Monika Hois, Inge Gasteiger und Konrad Schwaiger. Zum Gedenken an verstorbene Mitschüler und Lehrkräfte hatte Martin Mayer ein Lichterherz geschreinert.
In ihren Andachtsworten erinnerten Barbara Huber aus Sonnenham und die ehemalige Mitschülerin Agnes Mayer, geborene Kink, an die Lebenswege, die jeder Einzelne dieser Gemeinschaft beschritten hat. Beim geselligen Beisammensein in Otti’s Flötzinger Stüberl wurden viele Erinnerungen wach. Einige Teilnehmer, inzwischen im (Un-)Ruhestand und stolz auf ihre Enkelkinder, berichteten von netten, aber auch weniger schönen Erinnerungen. Dazu zählten Unterrichtsmethoden wie Rohrstock und Ohrfeigen, die heute unvorstellbar sind und wohl die Justiz beschäftigen würden. Das Lernen fand oft praxisnah in der Natur statt, und sportliche oder musikalische Neigungen wurden von Lehrern positiv bewertet. In jenen Tagen waren die Schulwege oft lang und beschwerlich, besonders vor der Volksschulreform. Ein Schulbus wurde erst mit der Einführung der Verbandsvolksschulen für Schüler eingesetzt, die weiter als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnten.
Übertritt abhängig
von den Eltern
Auch die soziale Stellung der Eltern beeinflusste die Bildungschancen der Kinder. Wer fleißig war und die entsprechende Eignung erlangte, konnte ab der vierten Klasse aufs Gymnasium wechseln oder ab der sechsten Klasse die Realschule oder Wirtschaftsschule besuchen. Am Ende ihrer Schulzeit schaffte jeder der anwesenden Schüler den Sprung ins Berufsleben, das sie bis zum Renteneintritt begleitete. Es wurden Familien gegründet, und viele Eltern erlebten in der Bildung ihrer Kinder zahlreiche Veränderungen, vor allem technischer Natur und in Bezug auf die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit.