Klimaschutz durch Wärmeplanung

von Redaktion

Private Haushalte verbrauchen die meiste Energie – Wärmenetz schwer umsetzbar

Ostermünchen – Im Feuerwehrhaus Ostermünchen fand jüngst eine informative Veranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung statt, die von der Gemeinde Tuntenhausen organisiert wurde. Bürgermeister Georg Weigl begrüßte die zahlreich erschienenen Gemeindebürger und betonte, dass die Wärmeplanung ein entscheidender Schritt für den Klimaschutz sei. Besonders erfreulich war die bunte Mischung aus Jung und Alt, die an diesem Abend zusammenkam, um sich über die finanziellen Auswirkungen und Chancen der Wärmeplanung zu informieren.

Gemeinde profitierte
vom Förderzuschuss

Bereits 2023 entschied die Gemeinde Tuntenhausen, eine kommunale Wärmeplanung voranzutreiben – eine weise Entscheidung, wie Weigl hervorhob. Damals konnte die Gemeinde von einem Förderzuschuss von 90 Prozent profitieren, was die Initiative besonders attraktiv machte. Die Wärmeplanung wird aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt. Seit 2008 verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Treibhausgasemissionen zu senken und plant, dass bis 2028 alle rund 11000 Kommunen in Deutschland eine Wärmeplanung haben.

Das Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) stellte den Anwesenden die Einzelheiten des Prozesses vor. Projektmanager Adrian Hausner und Julien Steinbach erläuterten die Schritte von der Bestandsanalyse über die Potenzialanalyse bis hin zu Zielszenarien. Den teilweise sorgenvollen Blicken der Besucher entgegneten die Projektmanager, dass die Wärmeplanung keine gebäudegenaue Planung oder Detailstudie sei und keinerlei rechtliche Außenwirkung habe. Adrian Hausner verdeutlichte, dass die anstehende kommunale Wärmeplanung keine Auswirkungen auf einen bevorstehenden Heizungstausch habe.

Ein zentraler Punkt der Diskussion war der Energieverbrauch in Tuntenhausen. Das Institut errechnete einen Gesamtverbrauch an Endenergie (Basis 2021) von 198690 Megawattstunden (MWh) pro Jahr. 45,6 Prozent davon entfallen auf Heizöl, 16,1 Prozent auf Strom und 11,4 Prozent auf Biomasse. Mit 120943 MWh pro Jahr haben die privaten Haushalte in Tuntenhausen den dominierenden Anteil. Die beiden Projektmanager hoben hervor, dass moderne Heizsysteme zunehmend Strom zur Wärmeerzeugung nutzen. Durch die Elektrifizierung der Wärmeversorgung könnten die CO2-Emissionen signifikant reduziert werden.

Weigl plädiert für
Geothermie

Die geplante Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete, wie dezentrale Versorgung, Wasserstoffnetz und Wärmenetz, wurde ebenfalls angesprochen. In der Folge werden das theoretische Einsparpotenzial und die Treibhausgaseinsparung in einem noch zu definierenden Umsetzungszeitraum ermittelt. Steinbach räumte jedoch ein, dass in der Flächengemeinde Tuntenhausen ein Wärmenetz nur schwer umsetzbar sei. „Dort, wo es sinnvoll ist, wollen wir es realisieren“, erklärte Bürgermeister Weigl. Er selbst plädiere jedoch stark für die Nutzung von Geothermie, auch wenn die Kosten für Bohrungen hoch seien.

In der anschließenden Fragerunde hatten die Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken und Meinungen einzubringen. Die Fragen waren vielfältig und zeigten das große Interesse an diesem wichtigen Thema. Trotz einiger Unsicherheiten hinsichtlich der Umsetzung war der Abend ein Schritt in die richtige Richtung.

Artikel 1 von 11