Der Sepp, den jeder kennt

von Redaktion

Stadtrats-Urgestein und Feuerwehr-Ikone Josef Glaser blickt auf 80 Jahre zurück

Bad Aibling – Eine Menge an Gratulanten fand sich kürzlich im hübschen Eigenheim des Jubilars ein. Ein Mann, den in Bad Aibling jeder kennt, feierte nämlich seinen 80. Geburtstag: Josef Glaser, der überall nur Sepp genannt wird. Neben zahlreichen Gratulanten und Vereinsabordnungen stattete ihm auch Bürgermeister Stephan Schlier einen Besuch ab. Mit einem Glückwunschschreiben und einem Weinkarton gratulierte er. „Du hattest in letzter Zeit ganz schön zu kämpfen“, sprach der Bürgermeister die Gesundheit des Jubilars an und wünschte ihm noch schöne Jahre bei guter Gesundheit.

Schon seit 1990
im Stadtrat aktiv

Es sei absolut beeindruckend, so lange als Stadtrat aktiv zu sein, stellte das Stadtoberhaupt heraus. Fast obligatorisch, wenn sich Stadtrat und Bürgermeister unterhalten, dass das Gespräch auf die Politik kommt. So auch hier. Allerdings mit Weißwürsten und frischen Brezen, von der Ehefrau schmackhaft zubereitet. Der Rathauschef erinnerte, dass der Jubilar schon seit 1990 für die SPD im Stadtrat von Bad Aibling sitzt. Und nicht alleine das: Bauausschuss (zwölf und sechs Jahre), Werksausschuss (30 Jahre), Rechnungsprüfungsausschuss (acht und vier Jahre), Hauptverwaltungsausschuss (zwölf Jahre), Ausschuss für soziale Angelegenheiten (zwölf und sechs Jahre), Kurhausbaumaßnahmenausschuss (sechs Jahre), Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehrsplanung (zwölf Jahre) und Referent für Hilfsdienst (zwölf Jahre). „Es war vieles davon prägend“, betont Glaser, besonders gerne aber erinnert er sich an den Bau der Therme. „Die Zeit der großen Gesundheitsreform ließ die Kurgästezahl rapide zurückgehen“, ergänzte Schlier; ein neues Standbein musste für die Kurstadt her. Und gegen den Willen vieler drückte man das Objekt durch und vielleicht gerade deswegen liegt dem Jubilar die Therme auch heute noch sehr am Herzen. Und wie richtig die Entscheidung war, zeigt ein Blick auf die Aktualität: 2023 war das besucherstärkste Jahr der Therme. Rückblickend ist Glaser der Meinung, vieles in der politischen Arbeit wäre leichter und einfacher, wenn nicht alles so bürokratisch wäre.

Aber in den Jahrzehnten seiner Stadtratsarbeit gab es weitere Meilensteine, wie Schlier hervorhob: die Kurhaussanierung, der Rathausneubau, die Umgestaltung des Marienplatzes und zuletzt noch der Neubau der St.-Georg-Schule und der Feuerwehren. Gerade mit Letzterer war der Jubilar ebenfalls sehr eng verbunden: Er war Kommandant, Kreisbrandmeister und Kreisbrandinspektor. Lohn für unzählige Stunden war dann die Ernennung zum Ehrenkreisbrandinspektor. Jetzt im „Ruhestand“ wundert sich der Jubilar: „Woher habe ich nur die viele Zeit genommen?“

Nach seiner Schulzeit erlernte er das Elektrikerhandwerk. 1969 wechselte er zur Justiz und war bis zu seiner Pensionierung beim Amtsgericht Bad Aibling und Rosenheim als Erster Justiz-Hauptwachmeister tätig. Das Aiblinger Urgestein hatte Bad Aibling eigentlich schon immer im Blick. Anfangs wohnte er nämlich am Hofberg, der höchsten Stelle der Stadt, und blickte auf Kirchzeile und Zentrum. „Die schönste Aussicht in Bad Aibling“, betonte er freudig strahlend. Seit den 90er-Jahren wohnen die Glasers im Eigenheim an der Birkenstraße.

Sportlich betätigte er sich beim TuS als Fußballer und Schiedsrichter. Glaser spielte aber auch Eishockey und heute golft er in Maxlrain, zusammen mit seiner Ehefrau. An die frühen Zeiten denkt er aber gerne noch zurück, zum Beispiel ans Eishockeyspielen. „Auf dem Platz hinter dem Jahnstadion machten wir im Winter das Eis selber.“ Fast undenkbar heute. Mühsam war das – Schnee herbeiholen, glätten, bewässern, salzen und das Gleiche immer wieder, tagelang. Und was wäre Aibling ohne Fasching? Deshalb ist Sepp Glaser nach wie vor auch fleißiger Besucher des Bal Paré. Familiär wurde dann in Ellmosen mit Ehefrau, den beiden Kindern und den drei Urenkeln gefeiert; in Ruhe nach dem Gratulanten-Ansturm. Ganz nach Glasers Resümee: „Viele Jahre, harte Jahre, aber schöne Jahre.“

Artikel 4 von 11